eigentlich gehört es in den "was mich gerade traurig macht"-thread, aber hierhin ja irgendwie auch:
das clubsterben in der ach so gehypten hauptstadt geht weiter. während auch schon der privatclub wackelt, hat das bassy beschlossen, zur jahresmitte hin seine pforten zu schließen. somit schrumpft das biotop für kleinperformer und rumpelbands weiter. irgendwann sind durch kiezverspießerung und publikumsstrukturwandel wahrscheinlich nur noch elektro-locations auf abgelegenen industriebrachen möglich.
Wohl nicht nur in Berlin so - kürzlich diesen dpa-Schnipsel gelesen: "Laut dem Branchenverband UK Music ist die Zahl der kleinen Veranstaltungsräume für Live-Musik im Vereinigten Königreich in den vergangenen zehn Jahren um ein Drittel zurückgegangen. Befürchtet wird, dass die Karriere junger aufstrebender Musiker im Keim erstickt werden könnte, wenn sie sich nicht mehr mit bezahlten Auftritten in Kneipen und Bars und Konzerträumen finanzieren können."
Zitat von tenno im Beitrag #941 somit schrumpft das biotop für kleinperformer und rumpelbands weiter. irgendwann sind durch kiezverspießerung und publikumsstrukturwandel wahrscheinlich nur noch elektro-locations auf abgelegenen industriebrachen möglich.
Selbst ist der Kiez, gründet doch eine Genossenschaft und macht euren eigenen Club auf. Nur weil etwas keinen Lebensunterhalt mehr ermöglicht, muss es ja nicht verschwinden.
Zitat von tenno im Beitrag #941eigentlich gehört es in den "was mich gerade traurig macht"-thread, aber hierhin ja irgendwie auch:
das clubsterben in der ach so gehypten hauptstadt geht weiter. während auch schon der privatclub wackelt, hat das bassy beschlossen, zur jahresmitte hin seine pforten zu schließen. somit schrumpft das biotop für kleinperformer und rumpelbands weiter. irgendwann sind durch kiezverspießerung und publikumsstrukturwandel wahrscheinlich nur noch elektro-locations auf abgelegenen industriebrachen möglich.
die mietsteigerungen in berlin verteiben nicht mehr nur alteingessene mieter, sondern auch kneipen und clubs. es ist echt zum kotzen.
"Der Nationalsozialismus hat sich vorsichtig, in kleinen Dosen, durchgesetzt – man hat immer ein bisschen gewartet, bis das Gewissen der Welt die nächste Dosis vertrug." Stefan Zweig
Zitat von tenno im Beitrag #941 somit schrumpft das biotop für kleinperformer und rumpelbands weiter. irgendwann sind durch kiezverspießerung und publikumsstrukturwandel wahrscheinlich nur noch elektro-locations auf abgelegenen industriebrachen möglich.
Selbst ist der Kiez, gründet doch eine Genossenschaft und macht euren eigenen Club auf. Nur weil etwas keinen Lebensunterhalt mehr ermöglicht, muss es ja nicht verschwinden.
das gibts ja gar nicht mal so selten. nur hat es oft schnell wieder ein ende, weil sich entweder die anwohner beschweren, oder der vermieter lieber fürs vierfache einen drogeriemarkt drinhaben will. meist beides.
in berlin ist ja auch das white trash gestorben, dass hatte aber andere gründe, die sind nach ihrem umzug pleite gegangen, weil die handwerker mit dem umbau nciht zu gange kamen, vielleicht war es aber auch missmanagement. ich weiß auch nicht mehr, warum die aus der schönhauser weggezogen sind - vielleicht auch wegen zu hoher miete und dem bionadebiedermeiern?
letzlich hatte es aber auch sein gutes, da der festsaal kreuzberg dort eingezogen ist (2017 oder schon 2016?). dieser club ist vor ein paar jahren (2013) abgebrannt und war nicht mehr zu retten. neue räumlichkeiten fanden sich leider nicht - bis das white trash pleite gegangen ist.
"Der Nationalsozialismus hat sich vorsichtig, in kleinen Dosen, durchgesetzt – man hat immer ein bisschen gewartet, bis das Gewissen der Welt die nächste Dosis vertrug." Stefan Zweig
Um Bassy und Privatclub ist es schade - auch wenn ich, wie wohl viele andere auch - ebenfalls kaum dort war. Das White Trash wirkte auf mich immer eher wie ein klassischer Fall von Verfehltem Größenwahn. Der Laden war gefühlt immer gerammelt voll, solange er in der alten, tollen Location war. Der neue Laden war dann für mein Gefühl zu viel Mehrzweckhalle mit Heuballendeko. Es hatte dann nicht mehr das gleiche Flair. Was vorher permanent überfüllt wirkte, war dann permanent irgendwie ausgestorben.
Noch trauriger macht mich die Autokannibalisierung des Indiego Glocksee und die mutwillige Zerstörung des Béi Chéz Heinz in Hannover. Da gehen schöne Orte vor die Hunde, obwohl sie gut liefen.
In der Schönhauser war das White Trash einer reiner Szene-Promi und Touri-Schuppen - daher war mit dem Umzug die Hoffnung verbunden, dass es wieder besser wird. Ich habe mich allerdings da schon gefragt, ob das ein günstiger Ort ist oder eher nicht. War es wohl eher nicht.
"Der Nationalsozialismus hat sich vorsichtig, in kleinen Dosen, durchgesetzt – man hat immer ein bisschen gewartet, bis das Gewissen der Welt die nächste Dosis vertrug." Stefan Zweig
Die Funktionen eines Musicclubs als zugangsoffener Sammelpunkt von an (je nach Club oder Tagesprogramm) spezieller Musik interessierten Menschen, die dort a) Input bekommen was neue Bands, Künstler angeht, b) einen sinnstiftenden, sozialiserenden, geschützten Raum zur regelmäßigen Erfüllung suchen, c) so-called Gleichgesinnte treffen, sich austauschen und vernetzen (früher sagte man dazu ja "Freunde finden") und nicht zuletzt d) lernen, sich mit einer Kultur/Musik/Szene zu identifizieren und sich darüber auch eine gewisse Selbstdefinition aneignen sind halt völlig von Internet, Social Media, Spotify oder schlicht zu vielen anderen Partikularinteressen abgelöst worden und somit redundant geworden.
Just a MF from hell.
Rotation:
Cindy Lee - Diamond Jubilee | Being Dead - Eels | Shellac - To All Trains
und andererseits heißt es doch immer musiker könnten heutzutage nur noch was verdienen, wenn sie konzerte geben. und das gilt doch dann wohl auch für die kleineren bands, die keine großen hallen füllen. bedarf an musikclubs sollte es daher doch geben. und in berlin sterben die clubs ja nicht, weil keiner hingeht, sondern weil sie vom vermieter und/oder der nachbarschaft zum zumachen gezwungen werden.
vielleicht spielt musik in den jugendkulturen heutzutage aber auch tatsächlich weniger eine rolle als früher. oder eine andere.
"Der Nationalsozialismus hat sich vorsichtig, in kleinen Dosen, durchgesetzt – man hat immer ein bisschen gewartet, bis das Gewissen der Welt die nächste Dosis vertrug." Stefan Zweig
sollte ein musikclub daran eingehen, dass er keine leute mehr anzieht, magst du vielleicht recht haben, aber so weit ich das mitkriege, beruhen die meisten schließungen auf wahnwitzigen mieterhöhungen, übertriebenen lärmschutzauflagen und dergleichen. ich bin mir sicher, dass das strom, in dem ich gestern ein tollen abend mit algiers genossen habe und das wie meistens gut gefüllt bis rappelvoll war eine verdopplung der miete (wie beim privatclub) oder einen neues bonzenappartementhaus mit zehn uhr zapfenstreich in der nachbarschaft genausowenig überleben wird. zwei der besten clubs der stadt, das atomic café und das 59:1 (vorgänger des strom) mussten aus ähnlichen gründen schließen.
also bitte nicht die schuld allein bei den "usern" bzw. deren desinteresse suchen.
Die Clubs schließen halt nicht nur in Berlin - dort ist das Problem durch Mieterhöhung sicherlich nochmal verschärft worden. Außerdem geht es auch nicht um Schuldzuweisung, sondern um die kulturelle Entwicklung einer Gesellschaft.
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