Wisst ihr was Costello und Zappa gemeinsam haben? Sie haben sich immer mutig in vielen Musikrichtungen ausprobiert. Mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg. (Mindestens) eine grandiose Phase gab es aber bei beiden Deliquenten. Ich behaupte sogar: Viel mehr Licht als Schatten. Deswegen outet man sich, wenn man das Gesamtwerk ablehnt.
nun ja, die phase zwischen 1977 und 1986 z.b. halte ich für fast ausnahmslos grandios (ausnahmen: "almost blue" [nur sehr gut] und "goodbye cruel world" [laaangweilig]). da dürfte für jeden mal was dabei sein.
aus irgendeinem grund hat mir das schicksal nach langen jahren der ignoranz ausgerechnet zuerst die burt-bacharach-scheibe zugeworfen, das war schon harte kost zum einstieg. entsprechend hat es dann auch noch mal gedauert, bis mir "veronica" dann doch noch die tür geöffnet hat. und das zugehörige album "spike" sowie auch "imperial bedroom" sind alben für die ewigkeit!
haha, mit dem burt bacharach-album hatte ich selbst lang meine probleme. inzwischen liebe ich es aber. "spike" finde ich o.k., aber nicht eines seiner besten, im gegensatz zu "imperial bedroom". das ist unter den top 3 (je nach tagesform auch auf der 1).
Zitat von Squonk im Beitrag #586 Deswegen outet man sich, wenn man das Gesamtwerk ablehnt.
Ich lehne nicht das Gesamtwerk ab, sondern nur das, was ich bisher kenne. Den einzigen Song von ihm, den ich halbwegs mochte, war "The Other Side Of Summer". Gerne lasse ich mich vom Gegenteil überzeugen, aber ich finde alles, was ich bisher gehört habe, sturzlangweilig.
We don't believe in anything we dont stand for nothing. We got no "V" for victory cause we know things are tougher.
(Iggy Pop/James Williamson: "Beyond The Law")
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Zitat von tenno im Beitrag #576das radio spielt gerade irgendwas von depeche mode, und mir wird auf einmal klar, dass ich unter anderem deswegen mit joy division fremdele, weil ich sie für die existenz solch furchtbarer, pseudo-existenzialistischer und zutiefst unsinnlicher marschmusik verantwortlich mache (die sich ihrerseits mit der grausigen goth-grütze auch noch an einem ganzen genre des grauens mitschuldig gemacht hat). das mag instrumental noch so innovativ sein, aber allein schon die stimme von dave gahan hindert mich an der huldigung dieser technischen leistung. tötet mich, geißelt mich, aber wenn mir ein als bariton verkleideter feldwebel zum rhythmus depressiver frankiermaschinen seine kindheitstraumata ins ohr bellt, bin ich einfach im falschen film. so deutsch wie diese band zu sein haben sich nicht mal kraftwerk getraut.
Schöner könnte ich meine tiefsitzende Abneigung gegen Depeche Mode auch nicht in Worte fassen
Ich mag bei Depeche Mode wie auch bei U2 den Output der 90er, als beide Bands sich erfolgreich neu erfanden. Das meiste aus dem 80ern ist mir zu pathetisch.
Zitat von King Bronkowitz im Beitrag #579Hab mich durch den gesamten Thread gelesen und festgestellt, daß Elvis Costello noch nicht genannt wurde. Hier. Nicht mal im Verbund mit den Roots hat der mich jemals erreicht.
Ich mag von Depeche Mode praktisch alles. Vielleicht abgesehen von den allerersten, etwas albernen Songs und den Grunge-Anklängen zur Zeit von "Songs Of Faith And Devotion". Eine gewisse Zeit lang waren sie echte Innovatoren, und vor allem ihre Maxis sind immer wieder grandios.
Zitat von LFB im Beitrag #593Ich mag bei Depeche Mode wie auch bei U2 den Output der 90er, als beide Bands sich erfolgreich neu erfanden. Das meiste aus dem 80ern ist mir zu pathetisch.
Was ist denn an "Everything counts" so schlecht? Habe jüngst "Master and servant" zufällig im Radio gehört und war begeistert. Auch "Enjoy the silence" ist genial.
Häufig entsteht wohl eher dadurch ein negativer Effekt, daß die Lieder überhört sind bzw. immer nur dieselben gespielt werden. Wenn man sie zufällig, frisch und jungfräulich nach langer Zeit hört, erschließt sich die Genialität unmittelbar.
Für mich ist Depeche Mode eine der Bands, die einem zuerst einfallen, wenn man die Achtzigerjahre und ihren Spirit beschreiben will.
Das Video von "Everything counts" spielt übrigens in Berlin. Das Leitmotiv ist die Hochbahn der Linie 1.
^^ Ja, da fällt einem schon 'ne Menge ein. Diese zynisch-polemischen Overkill-Verrisse sind sowieso wenig glaubwürdig. Da wollen sich Leute eher produzieren. Ich persönlich bin eigentlich Allrounder und Fan von keiner Band. Ich mag alles, was gut ist. Und selbst Rod Stewart kann ich einiges abgewinnen.
Ich meine, ich kann verstehen, daß man Modern Talking nicht gut findet oder Take That. Es gibt ja Bands, die wenig Sympathien auslösen. Aber bei keiner fiele mir ein, mich derartig herabzulassen und sie in einen musikalischen Ground Zero zu reden. Selbst Boney M. nicht. Ich kann auch Modern Talking etwas abgewinnen oder den Scorpions.
Deshalb scheinen mir diese Totalverisse wohl eher ein narzißtisches Problem darzustellen und wenig Substanz zu haben.