Bezeichnend auch, dass Hofer nach Verkündung des Ergebnisses 1. sich noch nicht in der Öffentlichkeit gezeigt hat und 2. in seiner ersten Nachricht nur seinen Unterstützern dankt, nicht aber dem Gewinner gratuliert.
“Troubled times, kids, we got no time for comedy.” (Phife Dawg)
Ich finde es ja interessant, dass die FPÖ regelmäßig bei den Briefwählern schlecht abschneidet. Wahrscheinlich ist für den FPÖ-Wähler an sich das Briefwahlsystem zu komplex.
ich vermute mal eher, dass die briefwähler zum überwiegenden teil im ausland residieren, was rückschlüsse auf bildungsgrad und sozialisation zulässt. die FPÖ-stammklientel, zum überwiegenden teil in landbevölkerung und arbeiterschicht zu finden, dürfte prozentual weitaus weniger zu auslandsaufenthalten neigen.
In dem Lamento, dass trotzdem alles ganz schlimm sei in Österreich, sollte meiner Meinung nach nicht untergehen, dass es für Österreich schon auch ein großer Schritt ist, einen grünen Bundespräsidenten zu wählen. Ich sehe das als Sieg der Zivilgesellschaft (und wenn ich die Champions League gewinne, ist mir auch wurscht, wenn es am Ende ein enges 2:1 war).
Zitat von faxefaxe im Beitrag #67In dem Lamento, dass trotzdem alles ganz schlimm sei in Österreich, sollte meiner Meinung nach nicht untergehen, dass es für Österreich schon auch ein großer Schritt ist, einen grünen Bundespräsidenten zu wählen. Ich sehe das als Sieg der Zivilgesellschaft (und wenn ich die Champions League gewinne, ist mir auch wurscht, wenn es am Ende ein enges 2:1 war).
da bin ich wohl einer der glas-halb-leer-typen. der einzige grund, warum der grüne gewählt wurde war, dass eine hauchdünne mehrheit den blauen nicht wollte. sonst wäre das in absehbarer zeit nicht zustande gekommen. ich kann bei der ganzen geschichte nicht übersehen, welche mobilisierung von wie vielen unterschiedlichen wählergruppen es gebraucht hat, um diesen einen rechtsaussen-kandidaten zu verhindern. die kommende bundestagswahl wird nicht per stichwahl entschieden.
☟ smog in berlin. nichts wie hin. weil du mich küsst, bin ich kein tourist.
Ich sehe die Entwicklung derzeit ein bisschen wie Horx ("Es gibt eine regelrechte Krisomanie, eine morbide Verliebtheit in das Gefühl, alles gehe den Bach herunter.") und die Kanzlerin ("Was mich irritiert, ist, dass ich manchmal fast so etwas wie eine Freude am Scheitern beobachte.")
Auch, wenn Hofer knapp gewonnen hätte, hätte einem bestimmt ein "der einzige Grund, warum der Hofer gewählt wurde..." eingefallen. Er kam von einem hohen Niveau (daher nicht vergleichbar mit Deutschland und Petry, da wären 49 Prozent natürlich eine Niederlage der Zivilgesellschaft).
Zitat von faxefaxe im Beitrag #69Ich sehe die Entwicklung derzeit ein bisschen wie Horx ("Es gibt eine regelrechte Krisomanie, eine morbide Verliebtheit in das Gefühl, alles gehe den Bach herunter.") (…)
ich habe weder über gefühle, noch über weltuntergang gesprochen. wenn sich alle wählergruppen gemeinsam gegen eine einzige stemmen mussten, hat dieser eine immernoch die grösste einigkeit hinter sich. da sehe ich mehr mathematik als sentiment.
☟ smog in berlin. nichts wie hin. weil du mich küsst, bin ich kein tourist.
Zum einen meinte ich nicht Dich im Speziellen (Du hattest ja auf meinen allgemeinen Beitrag geantwortet).
Zum anderen: Ein wenig sehe ich das in Deiner Rechnung schon auch. Da gibt es den großen, monolithischen braunen Block und auf der anderen Seite den mühsam zusammengekratzten Rest. Mag durchaus sein, dass auch manch zb konservativer ÖVP-Wähler, der nicht viel mit Hofer am Hut hat, ihn gewählt hat, weil er keinen Alt-68er als Präsident haben will. Es ist ja nicht so, dass sich alle anderen Parteien für VDB ausgeprochen hätten.
…ebenso wie sich nicht alle rechts-konservativen (und schlimmer) für hofer ausgesprochen haben dürften. insgesamt dürften aber diejenigen wähler, die hofer aus inhaltlicher übereinstimmung gewählt haben in der anzahl diejenigen deutlich überwiegen, die van der bellen aus einer solchen gewählt haben.
☟ smog in berlin. nichts wie hin. weil du mich küsst, bin ich kein tourist.
Ich glaube, dass es den "Protestwähler" gerade auch in Österreich nach all den Jahrzehnten von Filz und großen Koalitionen tatsächlich gibt und daher auch bei weitem nicht alle mit allem inhaltlich übereinstimmen.
Wir finden das ja beide bedrohlich und freuen uns beide, dass er es nicht geworden ist. Dass viele aber immer nur darauf warten, dass ihr negatives Weltbild bestätigt wird, halte ich für ein Teil des Problems.
Als reale Gefahr, der man entgegen wirken muss, sehe ich die Entwicklung natürlich auch. Ich glaube nur, dass sie durch den Negativismus der Aufgeklärten noch verstärkt wird.
Nur ein beliebiges Beispiel: ich finde es weiterhin großartig, dass Deutschland im vergangenen Jahr eine Million Menschen aufgenommen hat, die vor Krieg und Elend geflohen sind. Das bleibt für mich eine historische Leistung von Merkel. Ich kenne aber kaum jemanden, der das noch positiv ausspricht. (ich kenne alle Abers, die an dieser Stelle kommen).