Anfang der 70er Jahre war das Kinopublikum müde von den klassischen Italowestern, die nach dem Erfolg von Sergio Leones Dollar-Trilogie über viele Jahre zuhauf in die damaligen Lichtspielhäuser kamen.
Während Sergio Leone in den 60er Jahren der beliebteste Regisseur in Italien war, läutete Enzo Barboni Anfang der 70er Jahre mit seinen Trinity-Filmen (dt. Titel: "Die rechte und die linke Hand des Teufels" und "Der Kleine und der müde Joe" mit Bud Spencer und Terence Hill) den Tod des Spaghetti-Westerns und die Geburt der albernen Comic-Variante dieses Genres ein ... und avancierte damit zum neuen Starregisseur in Italien. Anstelle von gewalttätigen Schießereien mit existenzieller Angst endeten diese Filme bekanntlich in ausgedehnten, mit Gags gespickten Schlägereien.
"Mein Name ist Nobody" beruht auf einer Idee von Sergio Leone und gilt als Abrechnung Leones mit Barboni und auch mit Sam Peckinpah, der im Vorfeld eine Zusammenarbeit mit Leone als Produzent ablehnte (deshalb müssen Peckinpah als Grabinschrift und Peckinpahs "Wild Bunch" im Film herhalten ...).
"Mein Name ist Nobody" trägt die eindeutige Handschrift von Sergio Leone, was sich bspw. in der Eröffnungssequenz zeigt, die an "Spiel mir das Lied vom Tod" angelehnt ist ... und auch an der Musik von Ennio Morricone erkennbar ist.
Der Filmtitel zitiert die Odyssee von Homer: Odysseus überlistet den Zyklop, indem er sich als "Niemand" zu erkennen gibt. Auf Jack Beauregards vermeintlichem Grabstein steht entsprechend: "Nobody was faster on the draw".
Es soll am Set sehr große Spannungen zwischen dem Regisseur Tonino Valerii und Sergio Leone (der ausführender Produzent und Co-Regisseur war) gegeben haben, wodurch der Film stilistisch ziemlich aus den Fugen geriet. Es gibt Gerüchte, dass Leone hinter dem Rücken von Valerii die Slapstick-Episoden in der "Pinkelbude" am Bahnhof und einige Slapstick-Prügelei-Szenen ohne entsprechende Drehbuchvorgaben inszeniert haben soll, um den Film absichtlich schlechter zu machen und Valerii damit in ein schlechtes Licht zu rücken.
Neben den stilistischen Ungereimtheiten kommt erschwerend hinzu, dass die deutsche Synchronisation von Rainer Brandt sehr salopp ausgefallen ist und den Inhalt des Films in vielen Szenen völlig verfremdet. Ich empfehle daher, den Film in der englischen Version anzuschauen.
In Deutschland und Frankreich war der Film ein großer Erfolg ... während er in Italien und in den USA floppte.
"If you go away, who's gonna be left? Nobody!" (Nobody)
Der Tod der menschlichen Empathie ist eines der frühesten und deutlichsten Zeichen dafür, dass eine Kultur gerade in Barbarei verfällt. (Hannah Arendt)
Einer der heftigsten Western ist übrigens seit letztem Jahr wieder erhältlich.
USA, 1970 FSK ab 16 freigegeben Erscheinungstermin: 20.7.2004
Genre: Western Spieldauer: 110 Min. Regie: Ralph Nelson Darsteller: Candice Bergen, Peter Strauss, Donald Pleasence, John Anderson Filmmusik: Roy Budd Originaltitel: Soldier Blue (1970) Sprache: Deutsch, Englisch, Italienisch, Spanisch Tonformat: DD 1.0 Bild: Widescreen Untertitel: Deutsch, Spanisch, Niederländisch, Italienisch, Portugiesisch Specials: Trailer;
Mittelmäßiger und teilweise alberner Western mit Clint Eastwood, der hin und wieder aber auch seine Momente hat. "Hängt ihn höher" war Eastwoods erster amerikanischer Western nach den Spaghetti-Western von Sergio Leone und taugt bestenfalls als Fußnote bzw. Zwischenstation in seiner Karriere.
"When you hang a man, you better look at him." (Jed Cooper)
Der Tod der menschlichen Empathie ist eines der frühesten und deutlichsten Zeichen dafür, dass eine Kultur gerade in Barbarei verfällt. (Hannah Arendt)
Sehr unterhaltsam, wenig pittoresk und energiegeladen kommt dieser Western daher ... und dank der sehr starken Leistung von Val Kilmer als Doc Holliday bleibt er als moderner Genre-Klassiker in Erinnerung. Ich empfehle die englische OV ... die deutsche Synchro ist crap ...
"There's no normal life, Wyatt, it's just life. Get on with it." (Doc Holliday)
Der Tod der menschlichen Empathie ist eines der frühesten und deutlichsten Zeichen dafür, dass eine Kultur gerade in Barbarei verfällt. (Hannah Arendt)
Lo chiamavano Trinità ... (Enzo Barboni, 1970) ... continuavano a chiamarlo Trinità (Enzo Barboni, 1971)
Enzo Barboni begann seine Filmkarriere als Kameramann, u.a. bei "Django" von Sergio Corbucci. Der ernsten und grimmigen Italowestern überdrüssig verfasste er Ende der 60er Jahre das Drehbuch für "Die rechte und die linke Hand des Teufels" (der Originaltitel "Lo chiamavano Trinità" bedeutet übersetzt etwa "Man nennt ihn Dreifaltigkeit").
Barboni inszenierte sein Drehbuch selbst und schuf damit die Grundlage für das erfolgreichste Komikerduo der folgenden 15 Jahre: Terence Hill (bürgerlich Mario Girotti) und Bud Spencer (bürgerlich Carlo Pedersoli).
"Die rechte und die linke Hand des Teufels" wurde sowohl in Italien und Spanien, als auch in Deutschland und Frankreich zum Überraschungserfolg des Jahres. Der Nachfolger "... continuavano a chiamarlo Trinità" ("Vier Fäuste für ein Halleluja") erwies sich in kommerzieller Hinsicht als absoluter Triumph. In Deutschland wurde er mit über 12 Millionen Zuschauern der erfolgreichste Film der kommenden Jahrzehnte.
"Vier Fäuste für ein Halleluja" bekam 1981 eine neue Synchronisation von Rainer Brandt, die als kalauernde Comedyfassung um einige Minuten gekürzt wurde, um eine Freigabe ab 12 Jahren für die Wiederaufführung zu erhalten.
Ich kann mit den Filmen von Terence Hill und Bud Spencer heutzutage nicht mehr viel anfangen, aber wenn man auf der Suche nach etwas Slapstick-Spaß mit viel augenzwinkerndem Humor ist, dann wird man bei diesen beiden Filmen nicht enttäuscht.
Der Tod der menschlichen Empathie ist eines der frühesten und deutlichsten Zeichen dafür, dass eine Kultur gerade in Barbarei verfällt. (Hannah Arendt)
"The Tall T" (dt. Titel: "Um Kopf und Kragen") ist einer der großen Western der fünfziger Jahre. Ein düsterer und kompromissloser Western, der auf einer Geschichte von Elmore Leonard basiert.
Regisseur Budd Boetticher setzt in seinem Geiselszenario auf eine einfache und prägnante Ökonomie des Erzählens … eine Eigenart, die in der heutigen Landschaft der aufgeblähten Laufzeiten und überladenen Handlungsstränge selten zu finden ist.
"Some things a man can't ride around." (Pat Brennan)
Der Tod der menschlichen Empathie ist eines der frühesten und deutlichsten Zeichen dafür, dass eine Kultur gerade in Barbarei verfällt. (Hannah Arendt)
Zitat von CHX im Beitrag #33Fort Apache (John Ford, 1948)
"Fort Apache" ist der erste Teil der Kavallerie-Trilogie von John Ford, die alle einige Jahre nach dem Ende des Sezessionkrieges in einer Kavallerieeinheit der U.S. Army spielen. Nach dem finanziellen Misserfolg von "The Fugitive" brauchte der Filmemacher für seine Produktionsfirma dringend einen Erfolg an der Kinokasse, weshalb er sich dem damals kommerziell verlässlichen Westerngenre zuwendete und erneut das Monument Valley bereiste. Die Entscheidung erwies sich als richtig: Ford gelang der benötigte Erfolg, der ihn auch als Produzent etablierte. Darüber hinaus wurde "Fort Apache" ein echter Klassiker, der zudem als einer der ersten Western in die Geschichtsbücher einging, in dem mit den amerikanischen Ureinwohnern sympathisiert wurde.
Mit seinen häufigen Dreharbeiten im Monument Valley wurde Ford nebenbei zu einem der größten wirtschaftlichen Förderer der dort verbliebenen Navajo-Ureinwohner. Ford filmte einige Szenen mit speziellem Infrarot-Material, das die Kontraste besonders hervorhob, Menschen in lebende Statuen verwandelte und sehr schöne Wolkenformationen zeichnete.
"I can't see him. All I can see is the flags." (Emily Collingwood)
She Wore A Yellow Ribbon (John Ford, 1949)
Nach dem Vorgängerfilm "Fort Apache" (dt. Titel: "Bis zum letzten Mann") war der Farbfilm "She Wore A Yellow Ribbon" (dt. Titel: "Der Teufelshauptmann") der zweite Teil von John Fords Kavallerie-Trilogie (als dritter Teil folgte "Rio Grande" im darauffolgenden Jahr). Dem Drehbuch lagen die Erzählungen "War Party" und "The Big Hunt" von James Warner Bellah zugrunde.
Zeitlich wird die Handlung des Films kurz nach der Schlacht am Little Big Horn im Sommer 1876 verortet. Trauer und Wehmut durchziehen den sentimentalsten aller Ford-Western, dessen Leitmotiv das Abschiednehmen ist. Die wunderschönen Außenaufnahmen des Films wurden wieder im Monument Valley gedreht, das damit endgültig als John-Ford-Country etabliert wurde.
„She Wore A Yellow Ribbon" ist eine Symphonie für die Ohren und ein Gemälde für die Augen ... und damit der visuell schönste Western von John Ford. Viele Kritker sahen bzw. sehen in diesem Film John Waynes beste schauspielerische Leistung.
"Never apologize. It's a sign of weakness." (Captain Nathan Brittles)
Der Tod der menschlichen Empathie ist eines der frühesten und deutlichsten Zeichen dafür, dass eine Kultur gerade in Barbarei verfällt. (Hannah Arendt)
Meiner Meinung nach der schwächste Teil der Kavallerie-Trilogie. Ford musste zuerst diesen Film drehen, um vom Studio Republic Pictures die Bewilligung für sein Wunschprojekt "The Quiet Man" zu erhalten. Demzufolge wirkt "Rio Grande" in erster Linie wie ein Fließband-Produkt, das Ford einfach nur fertigstellen wollte. Als Vorlage diente die 1947 veröffentlichte Kurzgeschichte Mission With No Record von James Warner Bellah.
"To my only rival, the United States Cavalry." (Kathleen Yorke)
Der Tod der menschlichen Empathie ist eines der frühesten und deutlichsten Zeichen dafür, dass eine Kultur gerade in Barbarei verfällt. (Hannah Arendt)
Zitat von CHX im Beitrag #52She Wore A Yellow Ribbon (John Ford, 1949)
Nach dem Vorgängerfilm "Fort Apache" (dt. Titel: "Bis zum letzten Mann") war der Farbfilm "She Wore A Yellow Ribbon" (dt. Titel: "Der Teufelshauptmann") der zweite Teil von John Fords Kavallerie-Trilogie (als dritter Teil folgte "Rio Grande" im darauffolgenden Jahr). Dem Drehbuch lagen die Erzählungen "War Party" und "The Big Hunt" von James Warner Bellah zugrunde.
Zeitlich wird die Handlung des Films kurz nach der Schlacht am Little Big Horn im Sommer 1876 verortet. Trauer und Wehmut durchziehen den sentimentalsten aller Ford-Western, dessen Leitmotiv das Abschiednehmen ist. Die wunderschönen Außenaufnahmen des Films wurden wieder im Monument Valley gedreht, das damit endgültig als John-Ford-Country etabliert wurde.
„She Wore A Yellow Ribbon" ist eine Symphonie für die Ohren und ein Gemälde für die Augen ... und damit der visuell schönste Western von John Ford. Viele Kritker sahen bzw. sehen in diesem Film John Waynes beste schauspielerische Leistung.
Witzigerweise ist in der neuen DVD Blu-Ray Special eine zweiseitige, sehr detailreiche Abhandlung über genau diesen Film. Mit vielen Details angereichert, kommt man dort zu einer ähnlichen Schlussfolgerung, was den Film und Waynes schauspielerische Leistung betrifft. Das macht Lust, den mal anzuschauen, denn das ist die Art Western, die ich sehr gerne mag.
"3:10 To Yuma" ist einer der prägenden Western der 50er Jahre und dürfte die beste Regiearbeit von Daves sein, obwohl er nie den Bekanntheitsgrad von "High Noon" oder "Shane" erreicht hat. Ein solider Klassiker (basierend auf einer Erzählung von Elmore Leonard), der sowohl einen guten Cast als auch ein grandioses Ende bietet.
Der deutsche Titel ist mal wieder unterirdisch: "Zähl bis drei und bete" ...
"Well, the street seems to be clear and everybody's going inside. I guess they figure a storm is blowin' up." (Ben Wade)
Der Tod der menschlichen Empathie ist eines der frühesten und deutlichsten Zeichen dafür, dass eine Kultur gerade in Barbarei verfällt. (Hannah Arendt)
Zitat von CobraBora im Beitrag #54Witzigerweise ist in der neuen DVD Blu-Ray Special eine zweiseitige, sehr detailreiche Abhandlung über genau diesen Film. Mit vielen Details angereichert, kommt man dort zu einer ähnlichen Schlussfolgerung, was den Film und Waynes schauspielerische Leistung betrifft. Das macht Lust, den mal anzuschauen, denn das ist die Art Western, die ich sehr gerne mag.
Der Film ist eine absolute Empfehlung und ein echter Augenschmaus ... Warner hat bei der Umsetzung ganze Arbeit geleistet ... wobei ich die US-BluRay besitze ... die deutsche Ausgabe dürfte vom Bild aber identisch sein
Der Tod der menschlichen Empathie ist eines der frühesten und deutlichsten Zeichen dafür, dass eine Kultur gerade in Barbarei verfällt. (Hannah Arendt)
Ein solides und düsteres Remake, das dem Original durchaus ebenbürtig ist ... auch wenn (oder gerade weil) das Ende stark abgeändert wurde. Christian Bale und Russell Crowe füllen das psychologische Duell mit Leben ... die heimliche Hauptrolle spielt allerdings Ben Foster.
"Now I'm tired, Alice. I'm tired of watching my boys go hungry. I'm tired of the way that they look at me. I'm tired of the way that you don't." (Dan Evans)
Der Tod der menschlichen Empathie ist eines der frühesten und deutlichsten Zeichen dafür, dass eine Kultur gerade in Barbarei verfällt. (Hannah Arendt)
Ben Foster ist ein toller Schauspieler. Mochte den Film auch gerne, das Original habe ich aber nie gesehen. (Bin mir nicht mal sicher, ob ich bis gerade wusste, dass es eins gibt.)
Zitat von Olsen im Beitrag #58Ben Foster ist ein toller Schauspieler.
In der Tat ... neben "3:10 To Yuma" gefällt er mir auch in "Hell Or High Water" und "Hostiles" sehr gut.
Der Tod der menschlichen Empathie ist eines der frühesten und deutlichsten Zeichen dafür, dass eine Kultur gerade in Barbarei verfällt. (Hannah Arendt)