Zitat von Lumich im Beitrag #45Bei mir überwiegt die Zufriedenheit damit, dass die Demokraten eine Strategie gefunden haben, die tatsächlich aufgehen könnte. Mit einer positiven Stimmung gegen Trumps ewiges Gegreine ins Rennen zu gehen, mag genau die Schwachstelle zu sein, mit der die Gegenseite gerade gar nicht umgehen kann. Die Oberflächlichkeit mag zwar unbefriedigend sein, aber die Strategie, die funktioniert ist mir in diesem Fall eindeutig die liebste.
Und bevor man die USA dafür verurteilt, möchte ich mal daran erinnern, dass die inhaltliche Auseinandersetzung mit der AfD hier ebenfalls nicht funktioniert. Ebenso wie bei Trump, bei dem die Hinweise auf seine unfassbaren Missetaten nichts bewirkt haben, hat die Strategie auf die (völlig zutreffenden) Parallelen zum Nationalsozialismus hinzuweisen, nichts gebracht. M.E. fehlt das Gefühl, dass es mit dieser Partei nahezu niemandem besser gehen wird, sobald sie an der Macht wäre.
Persönlich finde ich es völlig unsympathisch derart auf Gefühle abzuzielen, anstatt argumentativ vorzugehen, da dies ein beliebiges Mittel ist, das in alle Richtungen funktioniert. Insbesondere in Deutschland gibt es Vorbehalte gegen derlei Strategien, wegen der schlechten Erfahrungen, die man damit gemacht hat. Aber wenn man eine große Anzahl von WählerInnen überzeugen will, kommt man um diese Mittel nicht herum.
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Das ganze Unglück der Menschen rührt allein daher, dass sie nicht ruhig in einem Zimmer zu bleiben vermögen. (Blaise Pascal)
Die inhaltliche Auseinandersetzung mit der AfD funktioniert nicht, weil sie nie versucht wurde, sondern man von Anfang an auf Einschüchterung, Ausgrenzung, Wählerbeschimpfung, Totalblockade ("Brandmauer"), Postenvorenthaltung und im Zweifel auf prügelnde Antifa-Horden gesetzt hat, um die lästige Konkurrenz schnell wieder loszuwerden. Das Ergebnis dieser Arroganz ist eine Einwanderungs-, Asyl- und Sozialpolitik, die jeden Tag mehr zu einer internationalen Lachnummer wird ("wehrt sich der Abzuschiebende, ist er unverzüglich freizulassen und kehrt selbstständig zu seiner Unterkunft zurück"), die Preisgabe der inneren Sicherheit und eine radikaliserte AfD, die in der Wählergunst kontinuierlich gestiegen ist.
Die inhaltliche Auseinandersetzung mit der AfD funktioniert nicht, weil die regierenden Parteien in Bund und Ländern auf die fundamentalen Probleme hinweisen müssten, die sie mit ihrer sogenannten Sparpolitik in 3 Jahrzehnten selbst verursacht haben. Das macht es natürlich umso schwieriger, sich glaubhaft von der AfD abzugrenzen, wenn man doch selbst gern Zugewanderte als das große Problem verkaufen will, das man demnächst zu lösen gedenkt.
☟ smog in berlin. nichts wie hin. weil du mich küsst, bin ich kein tourist.
Zitat von Sugate im Beitrag #44 diese 3 tage des demokratischen parteitags sind für mein europäisches gemüt einfach unerträglich. der pathos, dieses anbiedern, diese kult-artige selbstbeweihräucherung und kritik am gegner, die (nahezu) komplett unkritische distanz der flankierenden popkultur zu dem ganzen show spektakel - und das alles auf knopfdruck.
Genau das. Habe heute in einer schlaflosen halben Stunde Kamala Harris' Rede verfolgt und fand sie unerträglich, wenn auch auf anderem Level als die von Trump. Vage biographische Details, die zu kompletter Bedeutungsfülle aufgeblasen wurden, Binsenweisheiten ("meine Mutter gab mir einen guten Rat" - Kunstpause - "sie sagte: mach keine halben Sachen" - JUBEL!!! -), und ich kann garnicht soviel fressen, wie ich kotzen möchte. Das ist im US - Wahlkampf immer so, und wir werden das nie verstehen. Zum Glück. Aufgeblasenes Pathos, "ich bin eine(r) von euch" - Rumkumpelschleim, ich liebe euch alle und Gott liebt euch auch. Das erträgt doch niemand, der noch alle Tassen im Schrank hat.
We don't believe in anything we dont stand for nothing. We got no "V" for victory cause we know things are tougher.
(Iggy Pop/James Williamson: "Beyond The Law")
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Genau, niemand setzt sich inhaltlich mit der AfD auseinander. Nein, nie. Wir sind alle nur Querulanten ohne Ahnung und mit Beißreflex. Langsam kann ich's echt nicht mehr hören!
/offtopic
You all want the whole world to be changed so you will be different.
Zitat von LFB im Beitrag #47Die inhaltliche Auseinandersetzung mit der AfD funktioniert nicht, weil sie nie versucht wurde, sondern man von Anfang an auf Einschüchterung, Ausgrenzung, Wählerbeschimpfung, Totalblockade ("Brandmauer"), Postenvorenthaltung und im Zweifel auf prügelnde Antifa-Horden gesetzt hat, um die lästige Konkurrenz schnell wieder loszuwerden. Das Ergebnis dieser Arroganz ist eine Einwanderungs-, Asyl- und Sozialpolitik, die jeden Tag mehr zu einer internationalen Lachnummer wird ("wehrt sich der Abzuschiebende, ist er unverzüglich freizulassen und kehrt selbstständig zu seiner Unterkunft zurück"), die Preisgabe der inneren Sicherheit und eine radikaliserte AfD, die in der Wählergunst kontinuierlich gestiegen ist.
Du solltest nicht so viele alternative Medien konsumieren, das ist eindeutig schlecht fürs Gemüt und trübt das Urteilsvermögen. Was du dort zum Beispiel nicht liest, Rechtsextreme Straftaten erreichen Rekordhoch.
http://www.last.fm/de/user/DerWaechter ehemaliger Influencer * Downtown * Radebrecht * "Die einzige Bevölkerungsgruppe, die man risikolos beleidigen kann, sind die Dummen. Da fühlt sich nie einer angegriffen." (Ronja von Rönne) “The sex and drugs have gone and now it’s just the rock ‘n’ roll” (Shaun Ryder)
Zitat von LFB im Beitrag #47die Preisgabe der inneren Sicherheit
Davon abgesehen: wer hat in den 90ern Nazihorden auf den Straßen bagatellisiert und nachlässig strafverfolgt und andererseits einen Kalifatsstaat in Köln, die Bos Kurt oder eine Milli Görüs jahrzehntelang unbehelligt gewähren lassen? Fragen über Fragen.
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gerade gestern kam durch nichtigen anlass die frage auf, wie kreuzberg wohl heute aussehen würde, hätte man den besoffenen mob am 1. mai 1987 im nachhinein genauso hofiert und gerechtfertigt wie den von rostock-lichtenhagen wenige jahre später.
und on topic: wir müssen alle damit leben, dass politische veranstaltungen vor allem der emotionalisierung dienen. dass diese in den USA die für uns befremdlichsten befindlichkeiten der dortigen wählerschaft kitzelt, sollte nicht davon ablenken, dass auch in unseren landen schon seit jeher entsprechende rituale stattfinden, die nicht nur mich schon seit meiner frühen jugend recht irritiert zurücklassen. das fängt nicht erst beim "politischen" aschermittwoch oder söders bierzeltreden an.
genau, und @kings bemerkung: „das war in den usa immer so und wir werden das nie verstehen.“ ersteres stimmt nicht, da gab es auch einmal zivilisierte, substanzielle und vor allem kurze wahlkämpfe. und zweitens glaube ich eben schauen wir da auf eine entwicklung, die, wie so oft, jahre später auch bei uns ankommt.
Zitat von LFB im Beitrag #47Die inhaltliche Auseinandersetzung mit der AfD funktioniert nicht, weil
... die AfD es bekanntlich mit Inhalten und Fakten nicht so hat und stattdessen auf Hass, Hetze, Lügen und dumpfeste rassistische Ressentiments setzt. Wo soll man denn da inhaltlich ansetzen?
Zitat von Mory im Beitrag #50Genau, niemand setzt sich inhaltlich mit der AfD auseinander. Nein, nie. Wir sind alle nur Querulanten ohne Ahnung und mit Beißreflex. Langsam kann ich's echt nicht mehr hören!
Aber denkt doch mal an die armen Haustiere in Springfield, Ohio, die von den Millionen von Migranten gefressen werden!
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