Zu "A Hard Days Night" hab ich ein ambivalentes Verhältnis. Hier:
Zitat von Merseburg im Beitrag #27# 27 Wieder gehört: zwei der besten Platten aller Zeiten: A Hard Days Night und Revolver. Fühle, dass Lennons/McCartneys Songs, so unerreicht ihre Schönheit auch ist, mehr gefallen als erschüttern, dass ihnen die innere Erregung abgeht. Ob das nun richtig ist oder nicht.
als technischer terminus bezeichnet "diskret" ja den getrennten aufbau bzw die teilbarkeit von komponenten. im falle von "yellow submarine" bedeutet das bei mir die trennung von abspielgerät und medium. aber ansonsten lass ich auf "revolver" nix, aber auch gar nix kommen.
Zitat von King Bronkowitz im Beitrag #43Obwohl ich sie seit meiner Kindheit mag, dauerte es ewig, bis ich mich mal zum Albenkauf durchringen konnte, warum auch immer.
Das war bei mir genauso. Vielleicht liegt es daran,dass Beatles-Lieder irgendwie allgegenwärtig waren, so dass gar kein Grund bestand sie käuflich zu erwerben. Es gibt keine Band, von denen ich soviel Lieder kenne, wie die Beatles, obwohl ich bis vor 10 Jahren kein einziges Album besessen habe. Ich habe die Lücke dann mit dem Erwerb des Beatles Stereo Box Set geschlossen und jeden Tag auf dem Weg zur Abeit der Reihe nach alle Alben angehört.
Hurra wir leben noch. Registriert seit 16.04.2004.
Zitat von Back Door Man im Beitrag #44A Hard Day`s Night kommt bei mir vor Abbey Road oder Sgt. Pepper`s . Warum? Für mich das perfekte Popalbum- besser kann man Popsongs nicht schreiben. Vom Titelsong über Can`t Buy Me Love, Any Time at All zu And I Love Her- kein Track der sich nicht ins Gedächtnis regelrecht reinfräst. Mögen auch die späteren Alben weit wagemutiger, ausgefeilter und erwachsener sein- würde ich an einer beschissenen Popakademie lehren, würde ich als Hausaufgabe drei mal tägliches anhören von genau diesem Album aufgeben. Pop wird hier definiert.
Ich glaube, dass die Charts voll sind von solchen geschickt gemachten Pop-Songs und es nichts bringt, diese ausgefahrenen Gleise weiter zu verfolgen. Unmittelbarkeit und Einfachheit ist etwas, was man nicht lernen kann, während man alle anderen Kniffe erlernen kann. Jeder Effekt lässt sich leicht nachahmen, wenn er erst einmal vorgeführt wurde.
Ich finde es sehr merkwürdig, dass "Yellow Submarine" im Gesamtwerk der Beatles so dermaßen abgewertet wird. Für mich ist "Yellow Submarine" ein nahezu überragender Popsong, der es verdient hat, gerade auf "Revolver" zu sein.
McCartney hat ihn ganz bewusst Ringo singen lassen, um dem Song eine gewisse Naivität zu geben. Er wurde mit Tipps von Donovan als Kinderlied konzipiert. Unter Mithilfe von George Martin wurden später die Sound-Effekt-Overdubs eingespielt und dabei wurde die gesamte Rumpelkammer der Abbey Road Studios geplündert. Ketten, Pfeifen, Hupen, Schläuche, Tischglocken und eine Blechbadewanne kamen zum Einsatz. Lennon füllte einen Eimer mit Wasser und ließ Blasen blubbern, während Alf Bicknell, der Fahrer der Band, Ketten durch die Wanne zog und Brian Jones von den Rolling Stones Gläser klirren ließ. Der Marsch kam von einer alten 78 UPM Platte. Der Mittelteil wurde von Lennon und McCartney in der Echokammer des Studios eingequatscht. Der gesamte Nachbearbeitungsprozess dauerte 12 Stunden.
Wieder ein Beweis, dass sich die Beatles nicht ganz so ernst nahmen und die psychoaktiven Substanzen taten ihr übriges, wenn es darum ging, sich nicht um gängige Standards zu scheren. Auf kein anderes Album hätte "Yellow Submarine" so gepasst, auch wenn er die extrovertierte Seite ihrer LSD-Zeit beleuchtet. Noch zwei Jahre früher hätten sie niemals so einen Song veröffentlicht.
25 Jahre später machten They Might Be Giants derartiges mit einem Sampler.
Man kann durchaus mit der Neigung Paul McCartneys für alles Direkte und Wahrhafte (Kindliche) sympathisieren und gleichwohl den Eindruck haben, dass er sich durch seine Bemühungen, gezielt naiv und ungekünstelt zu sein, in einen unauflösbaren Widerspruch hineinmanövriert hat. Man kann nicht beschließen, "primitiv" zu werden. Die Beatles trieb die wilde Entschlossenheit, zu werden wie die Kinder, lediglich zu Albernheiten unterschiedlicher Art.
Zitat von Merseburg im Beitrag #48"Yellow Submarine" - das ist Pop in Reinkultur. Auf den ersten Blick witzig, auf den zweiten platt, bei jeder weiteren Wiederholung eine Beleidigung.
Zitat von CobraBora im Beitrag #55Schlimmer ist aber noch "Obladi Oblada".
Gut, dieses Stück möchte ich zwar nicht hochleben lassen, aber man muss auch bedenken, dass es am 11. Juli 68 aufgenommen wurde und eine tiefe Verneigung vor dem bedeutete, was gerade zu der Zeit von Ska zum Reggae überging. Der Begriff "Reggae" fiel zum ersten mal 1968, eben zu jener Zeit, als die Beatles sich am Off Beat versuchten. So weit mir bekannt, hat das sonst keine einzige britische oder nordamerikanische Band versucht. Die Beatles waren eben nicht nur am Puls der Zeit, sondern dieser in vielen Momenten weit voraus. Entsprechend ungewohnt dauerte es auch 42 Stunden, bis der Song fertig gestellt wurde.
Wie ich im Elvis-Thread schonmal erwähnt habe: Als Kind wusste ich nicht, wer die Beatles sind, kannte aber "Yellow Submarine" daher:
... das gilt auch für "Octomuschis Garten" und das "Obladen-Dingsda"
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Zitat von Merseburg im Beitrag #48"Yellow Submarine" - das ist Pop in Reinkultur. Auf den ersten Blick witzig, auf den zweiten platt, bei jeder weiteren Wiederholung eine Beleidigung.
Schlimmer ist aber noch "Obladi Oblada".
Komischerweise mag ich das irgendwie, auch wenn oasupp (wo immer er auch sein mag) mich dafür fressen würde. Ein Ohrwurm für die Ewigkeit.
We don't believe in anything we dont stand for nothing. We got no "V" for victory cause we know things are tougher.
(Iggy Pop/James Williamson: "Beyond The Law")
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