Zitat von Berthold Heisterkamp im Beitrag #328Dann ist vielleicht ergänzend das Buch „MTVIVA liebt dich“ mit seinen über 500 Seiten sinnvoll. Auf meinem Weihnachtswunschzettel steht es.
Auf dwdl.de wir das Buch kritischer gesehen als die TV-Sendung. Ich hätte übrigens nie gedacht, dass es Viva bis 2018 gab. Ich hätte eher auf 2006 getippt. Ich habe bisher die ersten zwei Folgen gesehen und fand es sehr interessant, in Teilen sogar kritisch. Etwas mehr Hintergrundinfo und Tiefe hätte ich mir stellenweise schon gewünscht. Z.B. wird wieder die Legende verbreitet, Viva hätte anders als MTV eher die deutschen Acts gefördert. Das mag vielleicht für den Eurodisco- und Kirmestechno-Bereich gelten, die deutschen Indie-Bands waren auf MTV eher zu sehen als auf Viva.
Viva hatte sogar eine Deutsch-Quote. Der Indie-Bereich hatte ohnehin nur wenig Raum — es gab dafür nur die eine Sendung „Wah Wah“. Später auf Viva2 sah es schon etwas anders aus.
☟ smog in berlin. nichts wie hin. weil du mich küsst, bin ich kein tourist.
Zitat von Berthold Heisterkamp im Beitrag #328Dann ist vielleicht ergänzend das Buch MTVIVA liebt dich mit seinen über 500 Seiten sinnvoll. Auf meinem Weihnachtswunschzettel steht es.
Morgen nehme ich relativ spontan meinen ersten Crossover-Podcast auf. Thema wird die Echt-Doku sein. Kommt noch vor dem Jahres-Best-of (vermutlich Montag) als zusätzliches Feature und wird dann in unser beider Feeds erscheinen. Ich freu mich drauf, es gibt dann doch mehr dazu zu sagen als ich dachte. Der Dreiteiler zu VIVA wird sicher auch Thema sein.
Die letzten Sechs in der Playlist: Honeyglaze - Real Deal || Laura Marling - Patterns In Repeat || Nieve Ella - Watch It Ache and Bleed || Dawn Richard & Spencer Zahn - Quiet In a World Full of Noise || Flip Top Head - Up Like a Weather Balloon || Haley Heyndericks - Seed of a Seed
Tina (USA 2021, R: Daniel Lindsay, T.J. Martin, mit Tina Turner) Wie ist aus Anna Mae Bullock der Weltstar Tina Turner geworden? Diese Musikerbiografie erzählt die Geschichte, wie die Sängerin zunächst mit ihrem Ehemann Ike Erfolg hatte, aber auch von den Missbräuchen in der Beziehung. Von der Durststrecke nach der Trennung und dem Aufstieg zum Superstar, der endlich die Liebe findet. Der Film ist Würdigung, zeigt aber auch exklusives Material - und war der letzte Film, in dem Tina Turner zu Lebzeiten sehen war. 7/10
(noch bis 7.1. bei Wow)
Die letzten Sechs in der Playlist: Honeyglaze - Real Deal || Laura Marling - Patterns In Repeat || Nieve Ella - Watch It Ache and Bleed || Dawn Richard & Spencer Zahn - Quiet In a World Full of Noise || Flip Top Head - Up Like a Weather Balloon || Haley Heyndericks - Seed of a Seed
interessant und hinterlässt bei mir mehr als nur ein mulmiges Gefühl.
arte Mediathek vom 26/12/2023 bis 31/03/2024
Der Feind im Inneren - US-Veteranen gegen die Demokratie
... am 6. Januar 2021, stürmten Hunderte Anhänger des abgewählten US-Präsidenten Donald Trump das Kapitol in Washington DC. Sie wollten den Senat und das Repräsentantenhaus an der förmlichen Bestätigung des Wahlsiegs von Joe Biden bei der Präsidentschaftswahl 2020 verhindern. Dabei wurden fünf Menschen getötet und zahlreiche verletzt. Etwa 15 Prozent von ihnen waren ehemalige Angehörige des US-Militärs oder der Polizei. Diese erschütternde Statistik wirft eine wichtige Frage auf: Warum greifen gerade jene Menschen, die einen Eid geleistet haben, die Demokratie des Landes zu schützen, diese an? Der US-amerikanische Filmemacher Charlie Sadoff und sein Koautor und Produzent Kenneth Harbaugh waren beide früher beim Militär, und so gelingt es ihnen, tief in die Welt der Veteranen einzutauchen. Über diese erhalten sie Zugang zur gewalttätigen rechtsextremistischen Szene in Amerika, zu der unter anderem staatsfeindliche Milizen wie die Proud Boys, die Three Percenters und die Oath Keepers gehören. Diese Gruppen – organisiert und angeführt von gut ausgebildeten, hoch motivierten Militärveteranen – stellen heute die größte Bedrohung für die Demokratie in den Vereinigten Staaten dar. Die Dokumentation erforscht die komplexen Zusammenhänge dieser Entwicklung bis hin zu den historischen Wurzeln. Der Rauch über dem Kapitol hat sich wieder gelegt, aber das Problem ist geblieben: Die Gesellschaft in den USA ist weiterhin tief gespalten. Die Gruppierungen sind weiter aktiv und die nächsten Wahlen stehen an.
Zitat von Cohle im Beitrag #339Dabei wurden fünf Menschen getötet und zahlreiche verletzt.
Diese Formulierung erinnert mich etwas an die laut unseren Medien "tausenden Opfer der Atomkatastrophe von Fukushima" die in Wahrheit Opfer des Tsunamis waren. Getötet wurde laut Wikipeda exakt eine Person, nämlich ein unbewaffneter Demonstrant durch einen Polizisten, eine weitere verstarb am Folgetag an einem Schlaganfall, zwei an einem Herzinfarkt und eine an einer Amphetamin-Überdosis. Das ändert nichts an den Schuldfragen und der politischen Bewertung, aber solche reißerischen Verzerrungen, hier: durch Arte, finde ich unnötig.
Zitat von Cohle im Beitrag #339Dabei wurden fünf Menschen getötet und zahlreiche verletzt.
Diese Formulierung erinnert mich etwas an die laut unseren Medien "tausenden Opfer der Atomkatastrophe von Fukushima" die in Wahrheit Opfer des Tsunamis waren. Getötet wurde laut Wikipeda exakt eine Person, nämlich ein unbewaffneter Demonstrant durch einen Polizisten, eine weitere verstarb am Folgetag an einem Schlaganfall, zwei an einem Herzinfarkt und eine an einer Amphetamin-Überdosis. Das ändert nichts an den Schuldfragen und der politischen Bewertung, aber solche reißerischen Verzerrungen, hier: durch Arte, finde ich unnötig.
Tatsächlich ungenau und eher aufmerksamkeitsheischend formuliert. Aber interessant, dass du die Fakten in das rechte Licht rückst ;) btw: ich selbst war auch Soldat (auf Zeit).
A Night of Knowing Nothing (F/IND 2021, R: Payal Kapadia) Am Anfang und am Ende wird getanzt. Die Stimmung ist aber eine andere. Denn in den gut anderthalb Stunden dazwischen ist viel passiert und nichts ist mehr so wie es wahr. Die "Handlung" dieses Film basiert auf (Liebes-)Briefen der Film-Studentin L, die zusammen mit Bildaufnahmen in einem Schrank gefunden wurden. L ist eigentlich in einer Beziehung, doch weil ihr Partner einer anderen Kaste angehört, wird er von seinen Eltern gefangen gehalten. Wer nun an Romeo und Julia denkt, denkt nicht weit genug. Denn aus dieser unglücklichen und prätentiös dargestellten Liebesgeschichte entwickelt sich eine spannende Schau der teils brutal bekämpften Studentenproteste Mitte des letzten Jahrzehnts in Indien. Wenn man es durch den etwas mühevollen Anfang geschafft hat, ist das hier ein intensives Stück Zeitgeschichte. 7/10(noch bis 10.1. in der Arte-Mediathek)
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Agnès' Strände (F 2008, R: Agnès Varda) Vorab: Ich habe noch keinen Film von Varda gesehen. Und ich hatte mich auf ein anstrengendes Porträt dieser damals fast 80-jährigen Frau eingestellt. Und dann bekomme ich ein leicht erzähltes, wenngleich auch nicht immer leichtes Werk präsentiert, in dem Agnès Varda auf ihr Leben zurückblickt, erzählt an "ihren" Stränden. Es fließen natürlich Ausschnitte aus ihren Filmen ein. Aber auch die fantastischen Fotografien der in Belgien geborenen Künstlerin bekommen genung Raum. Eine tolle Dokumentation! 8/10
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Marley (GB/USA 2012, R: Kevin Macdonald) Noch schnell angesehen, bevor er bei Arte ausläuft (was in drei Tagen der Fall sein wird). Natürlich kenne ich die Musik von Bob Marley, bei einem Kumpel lief jedes Jahr auf seinem Geburtstag die "Legend". Natürlich weiß ich, dass er viel zu früh gestorben ist. Aber viel mehr war es nicht. Kevin Macdonald erzählt hier die ganze Geschichte, vom Aufwachsen zunächst in einem Kaff, später im Ghetto Trenchtown. Von seiner Liebe zur Musik, den Anfängen, als man sich in Jamaika so langsam nach oben spielte. Von der Erfindung von Reggae. Von Rastafari. Aber Macdonald erzählt auch von Marleys seltsamem Frauenbild, lässt es aber unkommentiert, weil Marleys Frau Rita schon das Entscheidende sagen darf. 8/10
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Gut beschrieben. Ich fand es ganz passend, dass da nicht eine Stimme aus dem Off für mich einordnet und bewertet. Wichtig aber, dass das Thema nicht ausgespart wurde. Die Thematisierung seiner Krankheitsgeschichte fand ich auch respektvoll. Tolle Doku insgesamt.