Wovon ich abraten kann ist "Die Wahrheit über das Lügen". Das könnte aber auch an meinem meist vorhandenen Desinteresse an Kurzgeschichten liegen.
Die letzten Sechs in der Playlist: Honeyglaze - Real Deal || Laura Marling - Patterns In Repeat || Nieve Ella - Watch It Ache and Bleed || Dawn Richard & Spencer Zahn - Quiet In a World Full of Noise || Flip Top Head - Up Like a Weather Balloon || Haley Heyndericks - Seed of a Seed
Ich habe auch die Einsamkeit gelesen, kam zum exakt dem selben Urteil wie Nordisch und brauchte kein weiteres Buch von ihm. (Vielleicht sogar eher 4 oder 5 von 10, weil es mich aus den genannten Gründen bissl geärgert hat)
Hab ich mir auf eine Empfehlung hin gekauft. Am Anfang war ich begeistert ... ein literarisches Wimmelbild, das ich nicht mehr aus der Hand legen konnte. Dann kamen einige Längen, esoterisches Geschwurbel (die Convergences!), Unglaubwürdiges (die Convergences!) und arg Konstruiertes ... aber es blieb spannend und ich las alle drei Bände in einem Rutsch durch. Und hätte Band 3 mit Seite 387 sein Ende gefunden, wäre es ein sehr gutes und sehr böses gewesen. Aber nein, sie mußte ja noch weitermachen. Und die letzten Seiten sind unfaßbar grauenhaft, fahren das kompletten Buch mit Geschwafel und Geschwurbel und Schwachsinn und zusammengestoppeltem Unfug dermaßen an die Wand, daß ich es verärgert ins Eck gefeuert und die komplette Trilogie umgehend in den Bücherschrank am Karlsruher Werderplatz gestellt habe. Was für eine Verschwendung von Zeit und Ressourcen.
We don't believe in anything we dont stand for nothing. We got no "V" for victory cause we know things are tougher.
(Iggy Pop/James Williamson: "Beyond The Law")
---------------------------------------------------------------- From the river to shut the fuck up.
So richtig kann ich mich an das Ende jetzt gar nicht mehr erinnern, aber ich fand es zumindest auch ein wenig unnötig. Aber mir hat es die Trilogie zumindest nicht vermiest.
Zitat von victorward im Beitrag #1492 Aber mir hat es die Trilogie zumindest nicht vermiest.
Mir ganz massiv. Ich fand es so schlimm, daß ich es nur überflogen habe. Wenn man das Buch als Gesamtwerk sieht, muß man davon ausgehen, daß das Ganze auf dieses Ende hinauswollte. Und sollte. Aber warum? Vor dem Hintergrund von diesem Quatsch verdreht sich das komplette Buch zu hochesoterischem Unfug.
We don't believe in anything we dont stand for nothing. We got no "V" for victory cause we know things are tougher.
(Iggy Pop/James Williamson: "Beyond The Law")
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Und noch eins. Remarque, dessen Todestag sich übrigens vorgestern zum 50. mal jährte, bin ich ja mittlerweile weitgehend verfallen und gerade dabei, mir sein Gesamtwerk reinzutun. "Zeit zu leben..." ist das siebte Buch, daß ich von ihm in kürzester Zeit gelesen habe, und bisher fand ich jedes - abgesehen von ein paar Längen hie und da - absolut großartig. Dieses hier, um einen Frontsoldaten im Zweiten Weltkrieg, der im Heimaturlaub seine große Liebe kennenlernt, macht da keine Ausnahme. Beeindruckend an Remarque finde ich seine Kompromißlosigkeit. Nicht nur, daß er sich Nazis und Kommunisten gleichermaßen zum Feind gemacht hat, er war auch schon in den frühen Fünfzigern dabei, den Deutschen ihre Nasen in ihren eigenen Dreck zu drücken und zog dafür unverhohlenen Haß auf sich, was man anhand der angehängten Materialien in den neuen Kiwi - Ausgaben sehr schön nachvollziehen kann. Aus dem Nichts hat er sich zu einem meiner absoluten Lieblingsautoren entwickelt, den ich auch als Mensch sehr respektiere. Allerdings ist das alles nicht gerade ein Feuerwerk der guten Laune. Wenn man Bücher mit Happy End mag, ist Remarque hochgradig verstörend. Aber ebenfalls sehr konsequent.
We don't believe in anything we dont stand for nothing. We got no "V" for victory cause we know things are tougher.
(Iggy Pop/James Williamson: "Beyond The Law")
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Ach, witzig - gerade vor einer Stunde bin ich mit dem zweiten Vernon-Subutex-Band fertig geworden. Den fand ich sogar noch besser als den ersten - Vernons kurze "Rückkehr" von der Straße, als er in die Wohnung der Hyäne geschleift wird und wie schlecht es ihm da geht, fand ich sehr anrührend. Auch die Aufzeichnungen von Alex fand ich spannend, genau wie Sélims Überlegungen zu der ihm entgleitenden Tochter. Viele Passagen haben mich schwer beeindruckt. Allerdings fürchte ich mich nun ein wenig vor dem dritten Band, denn die arg esoterische Nummer, die nun offenbar folgen soll, wird ja am Ende schon schwer vorbereitet. Mal sehen, wie das wird - erst mal widme ich mich Ian McEwans Maschinen wie ich und der Oktober ist traditionell Horror-Geschichten vorbehalten.
You all want the whole world to be changed so you will be different.
auf jeden fall lohnt es sich, dranzubleiben, die ganze trilogie hat immer wieder diese "das hat sie jetzt nicht wirklich geschrieben!"-momente, das lässt über die sehr wenigen etwas faden stellen hinwegsehen.
Kaum zu glauben, dass dieser Erstling aus der Philip Marlowe Saga schon 81 Jahre auf dem Buckel hat. Es liest sich so frisch, so knallhart, so augenzwinkernd, dass man meint, es handle sich um ein Script für einen Tarantino oder eine aktuelle Dark Crime Serie.
Die Handlung ist nicht schnell erzählt. Auf den ersten Blick eine reine Erpressungs-Geschichte, auf den Zweiten ein Handel mit pornographischer Literatur, auf den Dritten die Darstellung zwei verzogener, reicher Schwestern im besten Alter, von denen die Jüngere nicht nur leicht zu haben, sondern augenscheinlich wahnsinnig ist. Das alles ist aber (für mich) zweitrangig. Philip Marlowe selbst ist der, der hier zum Leben erweckt wird und einen Charakter entwickelt, der einen vollkommen in seinen Bann zieht. Marlowe ist der Prototyp des einsamen Privatdetektivs - niemals eindeutig gut oder böse, immer ambivalent, aber letztlich immer mit dem Herz am rechten Fleck. Trinken, Rauchen, einsame Schach-Partien gegen sich selbst, und selbst unter größter Gefahr noch der Versuch eines Zwinkerns. Zudem noch Chandlers genialer Kniff, bereits 1939 zu erkennen: "Die Gangster redeten alle gleich. Das Kino hat sie alle gleich gemacht. Sie markierten den harten Burschen - nicht sehr originell".
Großartig, für mich der beste Kriminal-Roman, den ich kenne.
Die (ich glaube zwei) Romane der Verlegerin sind erst posthum veröffentlicht worden. Eine wohl autobiographische inspirierte Geschichte (dann ist der ältere Mann im Roman ihr späterer Mann, auch Verleger) über eine Sommerliebe in Frankreich. Kann man lesen, aber jetzt auch nix, was man verschlingt.