Zwilling 1 meinte eben: "Papa, du bist dumm, dass du herkommst. Du kannst doch jetzt in deiner Wohnung neue Kinder machen mit deiner neuen Frau."
Ich habe ihm dann versichert, dass es definitiv keine neuen Kinder gibt, weil ich ja schon drei habe und die auch immer meine Kinder bleiben und die Frau auch schon zwei hat.
Dann wollte er wissen, wie die Kinder heißen und alles war gut.
Es beschäftigt ihn aber offenbar schon - und er kann natürlich nicht abstrahieren, dass ich a) eine Fernbeziehung führe und b) meine Kinder für immer meine Kinder bleiben.
Die letzten Sechs in der Playlist: Honeyglaze - Real Deal || Laura Marling - Patterns In Repeat || Nieve Ella - Watch It Ache and Bleed || Dawn Richard & Spencer Zahn - Quiet In a World Full of Noise || Flip Top Head - Up Like a Weather Balloon || Haley Heyndericks - Seed of a Seed
Die Kleine (4) kommt gerade zu mir, lächelt mich an, macht Mundbewegungen und fragt: "Papa, rate mal, was ich gerade gesagt habe." "Hmm,vielleicht 'Papa, ich hab dich lieb'?" "Nein, ich habe gesagt 'wir sind alle tot'. Gute Nacht, Papa."
Zu den schönsten Momenten des Elternseins gehört ja der Besuch von kulinarisch komplizierten Freunden der eigenen Kinder, die man aber diesbezüglich noch formen kann, weil sie zu schüchtern sind, um nein zu sagen. Wichtig ist, dass man diesbezügliche Erfolge dann im Anschluss mit gespielter Naivität den entsprechenden Eltern unter die Nase reibt ("Ach, ich hatte ja gar keine Ahnung, dass er/sie das alles nicht mag. Wenn ich das gewusst hätte... "). Gibt ja niemand zu, dass das Spass macht, ist aber so.
Heute war endlich wieder der ungekröhnte König aller "ich mag das nicht"- Kinder zu Besuch, der sich zuhause quasi ausschließlich von Zwieback, Nudeln ohne Sauce und Fischstäbchen sowie ein paar ausschließlich von seiner asketischen Fitnessmutter zubereiteten Obst- und Gemüsesticks ernährt. Ich war hochmotiviert und gut vorbereitet. Nach sanftem Druck ("wenn du es nicht probierst, wirst du nie wissen, ob du es magst") hatte er nach vier Stunden Besuch eine scharfe Suppe ("darf ich die denn essen?") ein großes Stück selbstgemachte Lasagne ("ich glaube ich mag das nicht... mjamm... voll lecker"), ein Stück selbstgemachten Karottenkuchen ("ich mag eigentlich keine Karotten...aber der Kuchen... mjamm") und einen halben Becher Buttermilch ("ich kenne das bisher gar nicht") intus und hat das beim Abholen direkt stolz seiner Mutter erzählt ("ich mag jetzt gaaaanz viele leckere Sachen!")
Ich habe ja hier auch ein so spezielles Exemplar. Überall isst er Bolognese-Sauce - nur zu Hause nicht. Mittlerweile klappt es aber immer öfter, dass er sich von seinen Brüdern überreden lässt. Im Sommer waren es Erdbeeren. "Die will ich nicht, die mag ich nicht", sagte er, ohne sie zu probieren. Als seine Brüder dann sagten, wie lecker die seien, hat er auch probiert. Ratet mal, wer zwischendurch Extra-Portionen gefordert hat...
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Ich stelle das ganze leckere Zeug ja immer auf den Tisch, mache es aber nur bei mir und meiner Frau auf den Teller, während die Kinder nur Beilagen bekommen. "Ich weiß ja gar nicht, ob ihr das mögt, nehmt zur Sicherheit doch besser nur Ketchup" sage ich dann noch immer pseudo-einfühlsam und schon probieren sie freiwillig alles. Man könnte ja was verpassen.
Das klappt bei uns genau andersrum. Wenn man ihnen sagt, nehmt Ketchup, dann nehmen sie Ketchup.
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Vermutlich weil sie besser erzogen sind. Unsere sind schon recht aufmüpfig bei sowas, da klappt so umgedrehte Psychologie ganz gut. Sie sind abends auch immer besonders kooperativ, wenn ich ihnen sage, sie sollen einfach ohne Zähneputzen ins Bett.
eine exfreundin erzählte mir einst, dass ihre mutter immer damit gedroht hatte, sie müsse barfuss ins bett, wenn sie nicht zähneputzt. aus irgendeinem grund war das eine furchtbare aussicht; auch wenn sie dann letzten endes sowieso barfuss unter der decke war.