gerade flattert mir ein hübsches beispiel ins haus, das ein bisschen die arbeitsbedingungen beleuchtet, unter denen synchronschaffende ihre aufgabe verrichten. zu erläuterung: der gelb unterlegte teil ist die redaktionelle änderung! Bild entfernt (keine Rechte)
manchmal träume ich von einer welt, in der mehr kompetenz und weniger zeitdruck herrschen. aber ich träume auch manchmal von großen rosa schnabeltieren, die elvis parodieren.
Ich bin pro Original und contra Synchron. In hundert Prozent aller Fälle. Im Ausland funktioniert das schließlich auch. Man muss sich einfach nur mal anschauen, was für ein flüssiges Englisch die meisten Skandinavier sprechen, dann gibt es eigentlich keine Ausreden mehr.
Ich lebe aber nicht in Skandinavien. Und spreche auch leider nur ein halbwegs passables Umgangs-Englisch. Also bin ich auf eine gescheite Synchronisation praktisch angewiesen....mit Betonung auf "gescheit". Leider ist das oft genug ein Wunschtraum, andererseits bin ich insbesondere bei Serien aus den USA nicht unbedingt der totale Über-Fan mit rechteckigen Augen und auch nicht mehr der Marathon-Cineast. Mir ist durchaus bewusst, daß viele Serien oder Filme erst im O-Ton in Bezug auf Slangs, Wortakrobatik oder Wortspielchen bei Leuten richtig Wirkung entfalten, die fließend und flüssig z.B. englisch oder französisch sprechen. Wenn man das in deutscher Synchronisation manchmal halt nicht hinbekommt, ist es für mich kein Beinbruch.
Also genügt mir in aller Regel die deutsche Synchronisation. Ich wüsste auch im Moment nicht, was ich z.B. bei Serien wie TWD oder auch GOT bisher an der Synchronisation aussetzen könnte. Aber wie gesagt, ich bin kein Dauerglotzer, der ein halbes Dutzend Serien oder Filme parallel guckt.
Als Beispiel will ich mal den südafrikanischen Film "Zulu" nennen: Da wurde kreuz und quer gesprochen. Englisch, Zulu-Englisch, Afrikaans. Das hat Spaß gemacht beim Zuhören. Leider hat Sky keine Untertitel, sodass ich gerade die Afrikaans-Passagen kaum verstanden habe.
Oder die Serie "Turn", die zu Zeiten des amerikanischen Unabhängigkeitskriegs spielt. Da wird so schön auf allen möglichen englischen Akzenten parliert, dass es eine Wonne ist.
Natürlich ist man auch manchmal verloren. Wenn ich "The Wire" ohne Untertitel sehen müsste etwa.
Die letzten Sechs in der Playlist: Honeyglaze - Real Deal || Laura Marling - Patterns In Repeat || Nieve Ella - Watch It Ache and Bleed || Dawn Richard & Spencer Zahn - Quiet In a World Full of Noise || Flip Top Head - Up Like a Weather Balloon || Haley Heyndericks - Seed of a Seed
Wenn die Synchro gut ist, dann ziehe ich sie eindeutig vor. Klar, manch ein Witz kann untergehen, manchmal werden aber auch neue geschaffen, die eben nur im Deutschen funktionieren. Das darf man auch mal honorieren.
Oftmals ist es ja auch nur eine Frage des "Reinhörens": Als ich die Simpsons zum ersten Mal auf Englisch sah, passten mir die Stimmen nicht, ich war zu sehr an das Deutsche gewöhnt. Kaum hatte ich mich damit angefreundet, lernte ich die italienischen Stimmen kennen, mochte sie nicht und gewöhnte mich dann auch daran. (Wobei gerade bei den Simpsons sehr viele Witze daneben gehen.) Gleiches gilt für "Akte X", wobei hier die deutsche Fassung eindeutig gewinnt: Anderson hat eine viel höhere Stimme als Pigulla, das Tiefe steht der Figur Scully aber eindeutig besser. Und Duchovny ist zwar in vielen Produktionen sehr gut, in Akte X aber fürchterlich langweilig - da retten Stimme & Sprachweise von Völz im Deutschen viel.
Mir ist es eigentlich egal, ob ich das Original oder die Synchronfassung sehe. Ausnahmen sind vielleicht Filme, in denen der Migrationshintergrund der Charaktere der Sache noch einen ganz besonderen Charme verleihen kann (Stichwort: Mafiafilme) oder wenn (wie oft schon geschehen) britische Comedy durch die Übersetzung enthumorisiert wird.
In all den Jahren ist mir immer wieder aufgefallen, daß vor allem jene, die sich ganz cool und trendy vorkommen, wenn sie laut nach der Originalfassung schreien, hinterher in der Nachbesprechung diejenigen sind, die die meisten Dialoge nicht wirklich oder falsch verstanden haben, unter Umständen nicht mal die Handlung richtig wiedergeben können. Da mein Englisch etwas überdurchschnittlich ist, habe ich da immer eine ganz besondere Freude daran, gerade solche Leute auflaufen zu lassen. Ist schon fast ein Hobby geworden .... ich arroganter Mistkerl.
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Zitat von Der Lokus im Beitrag #11 In all den Jahren ist mir immer wieder aufgefallen, daß vor allem jene, die sich ganz cool und trendy vorkommen, wenn sie laut nach der Originalfassung schreien, hinterher in der Nachbesprechung diejenigen sind, die die meisten Dialoge nicht wirklich oder falsch verstanden haben, unter Umständen nicht mal die Handlung richtig wiedergeben können. Da mein Englisch etwas überdurchschnittlich ist, habe ich da immer eine ganz besondere Freude daran, gerade solche Leute auflaufen zu lassen. Ist schon fast ein Hobby geworden .... ich arroganter Mistkerl.
bei mir entscheidet da auch oft die tagesform. wenn ich abends total mürbe nachhause komme, aber noch einen film anschauen will, nehme ich dann doch gerne die synchronfassung, in normalform aber auch meistens die OF mit untertiteln. bei action- und sonstigem popcornkino bin ich auch eher schmerzfrei. dann ist mir eine ordentliche großleinwand mit fettem soundsystem wichtiger als die originaldialoge, wenn der film sonst nur in einem guckkasterl läuft.
Ich habe mit englischen Originalfassungen angefangen, um mein Englisch zu verbessern. Inzwischen geht es mir so, dass ich manche Sachen wirklich nicht mehr witzig finde oder dass es für mich unnatürlich klingt, wenn es synchronisiert wurde. Das kommt aber natürlich immer auf die Qualität der Synchronisierung an, und zu keinem kleinen Teil auch darauf, ob ich eine Schauspielerin oder einen Schauspieler mit ihrer Originalstimme verbinde oder nicht und wie gut die Synchronstimme dazu passt. Es klingt einfach oft sehr falsch, wenn man an bestimmte Stimmen gewöhnt ist, und dann sehr andere Stimmen zu hören bekommt. Anders herum empfinde ich zum Beispiel bei den Simpsons oft die deutschen Stimmen als "richtiger", weil ich an sie gewöhnt bin (was durch Anke Engelkes Marge unterwandert wird und vermutlich mit dem Tod von Norbert Gastell noch viel dramatischer wird). Gerade bei Popcorn-Hollywood-Filmen macht es für mich aber wirklich kaum einen Unterschied.