helen mirren hat sich am schluss ihrer rede bei der verleihung der goldenen kamera bei ihrer synchronstimme karin buchholz bedankt. und damit hat sie nicht nur recht getan, weil ihr wohl klar sein dürfte, dass sie ohne synchronisation mit ihren filmen auf dem deutschen markt deutlich weniger zu melden hätte, sondern auch, weil sie damit wirklich eine der besten überhaupt geehrt hat. ich freu mich.
einen nachruf auf arne elsholtz nutzt der autor der süddeutschen zu einer branchenkritischen kaskade von exorbitanter inkompetenz.
"Ein Dialogbuch ist das, was die Sprecher vorlesen." "Elsholtz' Berufsbild verschwindet. Der Markt dafür löst sich auf." ich hab ja schon viel mist zu dem thema gelesen, aber mit diesem unterton besserwisserischer arroganz wird die brühe doppelt ungenießbar.
Zitat von tenno im Beitrag #65einen nachruf auf arne elsholtz nutzt der autor der süddeutschen zu einer branchenkritischen kaskade von exorbitanter inkompetenz.
"Ein Dialogbuch ist das, was die Sprecher vorlesen." "Elsholtz' Berufsbild verschwindet. Der Markt dafür löst sich auf." ich hab ja schon viel mist zu dem thema gelesen, aber mit diesem unterton besserwisserischer arroganz wird die brühe doppelt ungenießbar.
"Elsholtz' Berufsbild verschwindet. Der Markt dafür löst sich auf." ist wohl Wunschdenken, aber was ist an "Ein Dialogbuch ist das, was die Sprecher vorlesen." falsch?
Wenn Herr Elsholtz wirklich für die bescheuerten deutschen Namen der Austin-Powers-Figuren verantwortlich ist, sage ich, um nicht die Gefühle der Trauernden zu verletzen, lieber nicht, wohin ich ihn wünsche.
Genau! Völlig unverständlich, wieso Humpalot nicht mit Machslochov übersetzt wurde.
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Zitat von Anorak Twin im Beitrag #66 "Elsholtz' Berufsbild verschwindet. Der Markt dafür löst sich auf." ist wohl Wunschdenken, aber was ist an "Ein Dialogbuch ist das, was die Sprecher vorlesen." falsch?
Tenno hat da mehr Ahnung, aber auch mir als interessiertem Laien ist klar, dass ein Sprecher nicht einfach "vorliest". Diese Menschen sind meist Schauspieler, auf jeden Fall haben sie eine fundierte, nicht komplett triviale Ausbildung genossen. Man klingt vor einem Mikrophon nicht automatisch gut, nur weil man weniger nervtötend spricht als Heidi Klum. Das ist Arbeit, und sie ist nicht einfach.
Zitat von Anorak Twin im Beitrag #66was ist an "Ein Dialogbuch ist das, was die Sprecher vorlesen." falsch?
abgesehen davon, dass bei der synchronisation tatsächlich "gespielt" wird (oder zumindest werden sollte), und somit der synchronschauspieler wünschenswerterweise den text tatsächlich auswendig können sollte, hat der satz ungefähr den wert von "das notenblatt sagt dem pianisten, welche tasten er drücken soll". sachlich nicht hundertprozentig falsch, und doch so unendlich daneben. den rest hat mory schon recht gut erfasst.
Das Bäckerhandwerk erfordert auch eine mehrjährige Ausbildung und es gibt wahre Künstler in dieser Berufsgruppe. In der Praxis ist das, was als Brot verkauft wird heutzutage aber überwiegend nach Schaumstoff schmeckende Fabrikware. Und ähnlich wie in der Backwarenindustrie scheint es bei den Synchronstudios vor allem um Kostenoptimierung zu gehen. Und ich glaube manchmal die Zeilenumbrüche mitzuhören.
Eine schöne Analogie! Deshalb backe ich auch - wann immer möglich - selber. Aber die paar tollen Bäcker, die ich kenne, backen oftmals besser als ich, weshalb ich niemals das Aussterben des Bäckerhandwerks bejubeln würde.
"Happy Holidays... is what terrorists say. Merry Christmas, from Avery and Jack."
Zitat von Anorak Twin im Beitrag #70Das Bäckerhandwerk erfordert auch eine mehrjährige Ausbildung und es gibt wahre Künstler in dieser Berufsgruppe. In der Praxis ist das, was als Brot verkauft wird heutzutage aber überwiegend nach Schaumstoff schmeckende Fabrikware. Und ähnlich wie in der Backwarenindustrie scheint es bei den Synchronstudios vor allem um Kostenoptimierung zu gehen. Und ich glaube manchmal die Zeilenumbrüche mitzuhören.
ich hätte es selbst nicht schöner ausdrücken können. allerdings ist qualitätsverlust durch kosten- und zeitdruck beileibe kein rein synchronspezifisches phänomen. gerade aus der feder eines kulturjournalisten hört man da die glashausscheiben klirren.
"Voll geil, Alder!" Wer um alles in der Welt kommt auf die grandiose Idee, einen früh-Siebziger Kinderfilm ("Michel aus Lönneberga") aus Anlass der gefühlt 20. Wiederholung im Fernsehkastel nochmal neu zu synchronisieren? In dem was der zuständige Redakteur offenbar für die derzeitige Kindersprache hält!
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