1994/95 war für mich ein Umbruch. Hatte ich meine Grundschulzeit bis dahin mit Eurodance verbracht, der mir im Kinder- und Jugendclub unseres Dorfes nahegebracht worden war, und gerade noch die Schlümpfe abgefeiert, traten kurz danach durch den großen Bruder meines besten Freundes Green Day in mein Leben. An "Basket Case" und "When I Come Around" kam man ja eh kaum vorbei, aber ich konnte trotz damals noch fehlender Englischkenntnisse die Platte bald von vorne bis hinten auswendig. Es folgten wenig später der Nachfolger "Insomniac" sowie dann die ersten beiden Green-Day-Platten und eine Live-EP ohne jegliche Liebe oder Mehrwert. War mir egal. Ach, und aufgrund der Green-Day-Poster wurde ich BRAVO-Käufer, und dort insbesondere Fan der Doppelseite "Hard'n'Heavy", die mich im Verlauf zu Rage Against The Machine, Rammstein und Metallica brachte. Test der Zeit: Bisschen totgespielt, aber dafür kann ja in der Regel eine Platte selber nichts. Es bleibt guter, melodischer Pop-Punk, den ich gelegentlich noch gerne höre. ****1/2
Geht mir auch so. Für Pop-Punk-Verhältnisse finde ich sogar, dass "Dookie" extrem gut gealtert ist. Bis heute eine meiner liebsten Platten des Genres. "Insomniac" halte ich übrigens für gnadenlos unterschätzt, aber das nur am Rande.
Heavy Rotation → ◉ Fleetwood Mac - Tango in the Night ◉ Bonobo - Black Sands ◉ The Decemberists - As It Ever Was, So It Will Be Again ◉ Interpol - Our Love to Admire ◉ Skeewiff - Something Like That?
Ich hab mit Marla über den Thread gesprochen und dachte, ich hätte mit 10 Bon Jovi gehört - das stimmt aber nicht. Ich wollte nur nicht, dass Marla denkt ich wäre uncool. 9-10 war meine Boyband-Phase. Aber weil ich nicht, wie alle anderen, die Backstreet Boys gut finden wollte, habe ich mich für N'Sync (damals noch ohne *) begeistert.
Edit: meiner Meinung nach ein absolut grandioses Coverfoto!
Ich hab mit Marla über den Thread gesprochen und dachte, ich hätte mit 10 Bon Jovi gehört - das stimmt aber nicht. Ich wollte nur nicht, dass Marla denkt ich wäre uncool. 9-10 war meine Boyband-Phase. Aber weil ich nicht, wie alle anderen, die Backstreet Boys gut finden wollte, habe ich mich für N'Sync (damals noch ohne *) begeistert.
Edit: meiner Meinung nach ein absolut grandioses Coverfoto!
Na komm du mir nach Hause. Die Backstreet Boys waren ja wohl soooooooo viel besser als N'Sync!
Heavy Rotation → ◉ Fleetwood Mac - Tango in the Night ◉ Bonobo - Black Sands ◉ The Decemberists - As It Ever Was, So It Will Be Again ◉ Interpol - Our Love to Admire ◉ Skeewiff - Something Like That?
15, 2003 Ska-P - ¡¡Que Corra La Voz!! Ich musste in den Tiefen des Archivs vom Club Vaudeville in Lindau graben um herauszufinden, wann mein erstes bewusst und selbstbestimmt besuchtes Konzert war, und es war tatsächlich mit 15 Jahren, als ich Ska-P gesehen hab. Mit dem großen Bruder eines Schulfreundes und einem Auto voller Vorarlberger Milchbubis ging es ins ferne Deutschland zu Ska-P, weil wir ja alle so radikale linke Zecken-Punks waren (waren wir nicht), die den Staat ablehnten, die USA scheiße und Palästina geil fanden, und überhaupt total woke waren. (Disclaimer: es war nicht meine politisch beste Lebensphase). Das Album hab ich mir dann, wenn ich mich recht erinnere, stilecht von meinen Eltern zu Weihnachten gewünscht. Ich kann mit Ska heute überhaupt nichts mehr anfangen, mit Ausnahme der Ska-Anleihen bei Rancid, wenn ich mal wieder eine Streetpunk-Phase auf Spotify habe. Aber damals war das für mich die Eintrittskarte in den Punk und in politische Interessiertheit. Also war nicht alles schlecht.
Ich hab mit Marla über den Thread gesprochen und dachte, ich hätte mit 10 Bon Jovi gehört - das stimmt aber nicht. Ich wollte nur nicht, dass Marla denkt ich wäre uncool. 9-10 war meine Boyband-Phase. Aber weil ich nicht, wie alle anderen, die Backstreet Boys gut finden wollte, habe ich mich für N'Sync (damals noch ohne *) begeistert.
Edit: meiner Meinung nach ein absolut grandioses Coverfoto!
Na komm du mir nach Hause. Die Backstreet Boys waren ja wohl soooooooo viel besser als N'Sync!
Schau den fünf Boys in die Augen und hinterfrage deine Position!
Zwischen 15 und 20 ist total viel passiert bei mir musikalisch. Von Ska zu Pop- und Skate-Punk zu "Emocore" zu Emo zu Post-Hardcore zu Hardcore. Da sich das Konzert von Have Heart, Bane, Ceremony und Within Walls im September (?) 2007 jedoch für immer in mein Hirn gebrannt hat als der Moment, in dem retrospektiv klar wurde, dass Hardcore die Musik ist, die für immer bleiben wird, hab ich mich auch für "The Things We Carry" aus 2006 entschieden. Ich glaube ich habe mich mittlerweile dazu durchgerungen, das Tour-Shirt von damals zu entsorgen (es hatte mehr Löcher als Stoff und war grausig, aber es war ein toller Weggefährte für 12 Jahre), aber der Eindruck dieser Show, in diesem verschwitzten Vorarlberger Jugendzentrum, in dem alles zusammenkam zu einer Masse von jungen Menschen die alle Spaß hatten und gleichzeitig auch alle wütend auf irgendwas waren und sich die Seele aus dem Leib schrien. Ich kannte Have Heart oder Bane davor gar nicht wirklich, aber nach diesem Konzert habe ich sie nie wieder vergessen.
Mit fünf hatte ich noch keine eigenen Kassetten oder gar CDs, im Grunde auch noch nicht so etwas wie einen Musikgeschmack. Folglich "musste" ich damit vorlieb nehmen, was meine Eltern hörten. Wenn Vati mal genug Muße hatte den Plattenspieler anzuwerfen, gabs es durchaus härteres zu hören, KISS, AC/DC, Rainbow oder die Scorpions. Meistens lief aber doch Pur. Neben "Unendlich mehr" und "Nichts ohne Grund" war das erste Live Album der Dauerbrenner. Hier finden sich natürlich alle bis dato großen Hits der Band, mitreißend vorgetragen. Damals brannte in den Herren noch das Feuer der Jugend, die Hallen wurden immer größer, selbst bei Bravo TV konnte man sie irgendwann sehen. Es schien, als wären damals alle der Pur Mania verfallen. Mein bester Grundschulfreund David und dessen Familie und dann noch eine andere befreundete Familie. Mein erster Konzertbesuch sollte dann natürlich auch ein Pur Gig sein, 1998 in der Karlsruher Europahalle im Rahmen der "Mächtig viel Theater" Tour. Da ich logischerweise keinen Zugriff auf diese Zeit habe, kann ich noch heute jeden Pur Song bis zum "Mittendrin" Album aus dem Jahr 2000 fehlerfrei aufsagen.
Nachdem Ausschnitte des Konzerts im ZDF (!) liefen war ich eine ganz schön lange Zeit besessen von AC/DC. Ich bekam das Album als Doppel-MC von meinen Eltern zu Weihnachten geschenkt und ab da lief die Platte mehrmals täglich. Die MCs waren schließlich dermaßen abgenutzt, dass die Schrift darauf völlig verschwunden ist. Die Tracklist konnte ich da aber schon lange auswendig. Für mich übrigens immer noch eines der besten Live-Alben ever. Leider habe ich es nie geschafft AC/DC live zu sehen.
Wir sind noch in den Sechzigern. Im Nachhinein hätte ich es ziemlich cool gefunden, hätten meine Eltern die Beatles oder die Stones gehört. Haben sie aber nicht. An drei Lieder kann ich mich erinnern, die ich häufig hören musste/sollte/durfte. Da waren "Mein Freund der Baum" von Alexandra, das ich heute natürlich großartig finde, "Heidschi Bumbeidschi" von Heintje war sehr präsent und Roy Black gab es täglich in hohen Dosen. Meine Mutter war sein größter Fan und er hatte verdammt viele Fans. Lustigerweise, oder besser tragischerweise lag er Jahre später ca. 300 Meter neben meinem Haus. Ich bin zwischenzeitlich umgezogen, er nicht.
Mit 15 pendelte ich zwischen den beiden Polen Pop und Metal hin und her. Metal hieß für mich damals: melodisches Gegniedel, Klötengesang teutscher Prägung wie Helloween und Gamma Ray. Etwas Metallica wird sicher schon dabei gewesen sein, aber ich erinnere mich nicht mehr. Eines Tages sah ich auf MTV jedenfalls das Video zu Anthrax' Version von "Got The Time" und war sofort begeistert. Jetzt muss man wissen, dass "Got The Time" eigentlich ein Stück von Joe Jackson ist und sich Anthrax normalerweise ganz anders anhören. Deutlich weniger melodisch, deutlich vertrackter, speziell auf diesem Album hier. Es dauerte für mich eine ganze Weile, bis ich mich hier reingearbeitet hatte. Aus heutiger Sicht kann ich das nicht mehr verstehen. Aber so ist es, wenn man sich neuen Musikstilen nähert: Oft muss man erstmal lernen, zu hören, was man dort hört. Hier, im erweiterten Thrash, musste ich mich an andere Harmonien gewöhnen, an ganz andere Riffs, an so einiges. Das hat meinen Horizont im Alter von 15 enorm erweitert.
Ein Jahr mit ziemlich vielen guten Alben. Am meisten mitgerissen haben mich damals diese drei: 001 Bob Geldof – Deep In The Heart Of Nowhere 002 Peter Gabriel – So 003 Joe Jackson – Big World
Peter Gabriel bekam ich von meinem besten Kumpel und Trauzeugen zu meiner Hochzeit geschenkt. Zuerst wollte es nicht so richtig bei mir zünden, denn einer der Großmeister des Progrock hatte seine Experimentierfreudigkeit bei seinem fünften Album ein wenig vernachlässigt und war für mich im Mainstream angekommen. Heute liebe ich dieses Album immer noch, werde aber Solsbury Hill immer vor Sledgehammer ranken.
Joe Jackson lieferte mit Big World ein recht originelles Album ab, das mir sofort ins Ohr ging. Shanghai Sky wurde recht schnell zu einem meiner Lieblingssongs von ihm. Da das Zeitalter der CD angebrochen war, kenne ich die Vinylausgabe (immer noch) nicht. Bei einer Doppel-LP allerdings nur drei Seiten „bepressen“ und die vierte leer zu lassen, hat schon einen recht speziellen Moment.
Tja, und dann gab es da eben endlich mal wieder ein Album meines Helden der Endsiebziger. Nach drei für mich essentiellen Alben der Boomtown Rats, von denen A Tonic For The Troops damals für mich der Einstieg in die New Wave, den Punk und Post-Punk war, verschwanden diese dann in der Bedeutungslosigkeit und hatten sich konsequenterweise aufgelöst. Bob hatte inzwischen das Live Aid Projekt erfolgreich durchgezogen, war nun ein „Sir“ und brachte dieses Album heraus, welches mich damals ziemlich vom Hocker haute. Natürlich meilenweit weg vom Ursprung, aber sehr interessante Kompositionen, sehr geschmackvolle Arrangements und ein Haufen illustrer Gäste. Mein Lieblingsalbum dieses Jahres. Lief rauf und runter …
Aus heutiger Sicht würde ich sagen, dass das alles ein bis drei Nummern zu dick aufgetragen ist. Das Album ist leider nicht ganz so gut gealtert. Trotzdem wird Bob einer der Helden meiner musikalischen Sozialisation bleiben.
Ich meine, jeder darf das so machen wie er will - aber es geht natürlich nicht unbedingt nur darum, was an deinem 25. Lebensjahr erschienen ist, sondern auch darum, was du gehört hast. Wenn du also noch weißt, dass du mit 25 die böhmischen Volkslieder für dich entdeckt hast oder den Jazz oder die Beatles, dann gilt das auch. Aber wie geschrieben: Es gibt keine Regeln, wie man das am Ende macht, das war nur ein Hinweis (auch an die anderen).
Die letzten Sechs in der Playlist: Honeyglaze - Real Deal || Laura Marling - Patterns In Repeat || Nieve Ella - Watch It Ache and Bleed || Dawn Richard & Spencer Zahn - Quiet In a World Full of Noise || Flip Top Head - Up Like a Weather Balloon || Haley Heyndericks - Seed of a Seed
Da es bis 2016 (55) in dem jeweiligen Jahr jeweils genug Musik gab, die mich vom Sofa geblasen hat, würde ich bis dahin gerne bei meinem "Bearbeitungsmuster" bleiben ;-)