Interessant finde ich ja Boehringers Rechtfertigung: "Das habe ich höchstens an einen kleinen Privatkreis geschrieben und nie veröffentlicht." Nach dem Motto: Ich würde nie öffentlich zeigen, was für ein verkommenes Nazischwein ich bin.
Schon bitter, was für ein Gesocks mit der AfD in den Bundestag eingezogen ist. Ich frage mich ja immer, was die "normalen" AfD-Wähler da so denken, als die, die einfach nur rechtskonservativ sind und keine Rassisten oder Nationalisten. Die müssten sich doch eigentlich in Grund und Boden schämen.
Den "normalen" AfD-Wähler gibt es nicht. Jeder, der diesen verkommenen Scheißhaufen gewählt hat, hat das im vollen Bewusstsein getan, dass er asozialen Rassisten und anderen menschen- und gesellschaftsfeindlichen Subjekten seine Stimme gibt.
http://www.last.fm/de/user/DerWaechter ehemaliger Influencer * Downtown * Radebrecht * "Die einzige Bevölkerungsgruppe, die man risikolos beleidigen kann, sind die Dummen. Da fühlt sich nie einer angegriffen." (Ronja von Rönne) “The sex and drugs have gone and now it’s just the rock ‘n’ roll” (Shaun Ryder)
meines erachtens ist das ressentimentaufkommen an beiden rändern des politischen spektrums höher als in der mitte. es liegt in der natur der sache, dass man die eigenen ressentiments schwerer als solche wahrnimmt, als die der gegenseite.
Zitat von tenno im Beitrag #499meines erachtens ist das ressentimentaufkommen an beiden rändern des politischen spektrums höher als in der mitte. es liegt in der natur der sache, dass man die eigenen ressentiments schwerer als solche wahrnimmt, als die der gegenseite.
Das die einzelnen Aspekte rechtsextremen Denkens auch in der sog. Mitte angekommen sind, ist ja seit Jahren empirisch belegt (z. B. regelmäßige Untersuchungen der Uni Leipzig, frei im internet verfügbar). Dies dürfte sich in den letzten 4 Jahren noch deutlich verstärkt haben, da viele Elemente rechtsextremen Denkens heutzutage als akzeptierte oder zumindest tolerierbare Meinung gelten.
"Der Nationalsozialismus hat sich vorsichtig, in kleinen Dosen, durchgesetzt – man hat immer ein bisschen gewartet, bis das Gewissen der Welt die nächste Dosis vertrug." Stefan Zweig
Da sammelt jemand die besonders beschissenen Äußerungen der AfD und wird verklagt, weil er eine Domain nutzt, die die AfD gerne hätte. Ich kam über das erste Dutzend Zitate nicht hinaus, weil ich das alles so schrecklich ekelhaft finde. Diese Partei ist wirklich kaum zu ertragen.
In dieser Partei sind Leute in maßgeblicher Funktion, die offen rechtsradikal und rassistisch sind. Da brauchen sich auch die gemäßigteren und auch die AfD-Wähler nicht beklagen, wenn sie mit denen in einen Topf geworfen werden.
"Der Nationalsozialismus hat sich vorsichtig, in kleinen Dosen, durchgesetzt – man hat immer ein bisschen gewartet, bis das Gewissen der Welt die nächste Dosis vertrug." Stefan Zweig
Hoppla, jetzt hatte doch Herr Poggenburg mit seiner Aschermittwochrede mal wieder etwas "überpointiert" und es war ja satirisch gemeint ("Kümmelhändler", "vaterlandsloses Gesindel", zurück weit hinter den Bosporus etc.). Natürlich ist er hierfür von der Partei abgemahnt worden- da werden aber Herr Poggenburg samt johlener AfD-Anhängerschaft und wahre Patrioten ihre Einstellung bestimmt überdenken. Nein, die Schande für Deutschland ist nicht Angela Merkel, die Verräter nicht die Regierung und die eigentliche Gefahr für die BRD sind nicht die Salafisten (wenngleich nützlich)- dazu ist bei letzteren deren Anhängerschaft zu gering. Mit am schlimmsten dabei finde ich, daß die Agenda der AfD das politische Geschehen- man denke an das zwanghafte Verhalten der CSU im Wahlkampf und bei den Koalitonsverhandlungen, sowie deren Freunde in Ungarn- längst zu einem guten Teil bestimmt.
Zitat AfD in Sachsen-Anhalt Poggenburg tritt zurück Stand: 08.03.2018 11:54 Uhr
Sachsen-Anhalts AfD-Fraktions- und Landeschef André Poggenburg tritt Ende des Monats zurück. Er stand zuletzt wegen rassistischer Äußerungen in der Kritik. Die AfD-Bundesspitze begrüßt seine Entscheidung.
André Poggenburg will den Vorsitz der AfD-Landtagsfraktion in Sachsen-Anhalt Ende des Monats aufgeben. Auch als Landesvorsitzender wolle er zurücktreten, teilte der AfD-Fraktionsvorstand in Magdeburg mit. Den Schritt habe Poggenburg damit begründet, "Druck von Partei und Fraktion" nehmen zu wollen.
Weiter im Fraktionsvorstand
In einer persönlichen Erklärung, die Poggenburg nach Bekanntwerden seines Rücktritts veröffentlichte, beklagt er, es habe "enormer medialer Druck" geherrscht. "Ich persönlich kann diesem Druck problemlos begegnen, möchte diesen aber von den Mitgliedern, Fraktionskollegen und Parteifreunden abwenden." Gleichzeitig äußert er die Absicht, weiter Mitglied im Fraktionsvorstand zu bleiben; dies sei ihm auch angeboten worden. Auch zu einem späteren Zeitpunkt stünde er "für weitere Aufgaben zur Verfügung".
In einer Erklärung wies die Fraktion Berichte von NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" zurück, demzufolge es in der Landtagsfraktion einen Abwahlantrag und Rücktrittsforderungen gegen Poggenburg gegeben habe. Es habe allerdings "eine ausführliche Diskussion" zu seiner Aschermittwochsrede gegeben. (weiter auf tagesschau.de)
der witz an der geschichte ist ja irgendwie, dass das roggenbrot wegen einer rede (halbherzig) zurücktritt, die unter den anwesenden anhängern bestens angekommen ist.
☟ smog in berlin. nichts wie hin. weil du mich küsst, bin ich kein tourist.
Es war ja nicht das erste Mal, dass er unangenehm aufgefallen ist, da sorgen sich wohl manche um das Bild, das die Partei in der Öffentlichkeit abgibt. Man munkelt aber, dass der wahre Grund für den (erzwungenen?) Rücktritt ein anderer ist und es da eher um den parteiinternen Intrigantenstadl ging.
Fintan O'Toole wrote this yesterday in The Irish Times:
“To grasp what is going on in the world right now, we need to reflect on two things. One is that we are in a phase of trial runs. The other is that what is being trialled is fascism – a word that should be used carefully but not shirked when it is so clearly on the horizon. Forget “post-fascist” – what we are living with is pre-fascism.
It is easy to dismiss Donald Trump as an ignoramus, not least because he is. But he has an acute understanding of one thing: test marketing. He created himself in the gossip pages of the New York tabloids, where celebrity is manufactured by planting outrageous stories that you can later confirm or deny depending on how they go down. And he recreated himself in reality TV where the storylines can be adjusted according to the ratings. Put something out there, pull it back, adjust, go again.
Fascism doesn’t arise suddenly in an existing democracy. It is not easy to get people to give up their ideas of freedom and civility. You have to do trial runs that, if they are done well, serve two purposes. They get people used to something they may initially recoil from; and they allow you to refine and calibrate. This is what is happening now and we would be fools not to see it. One of the basic tools of fascism is the rigging of elections – we’ve seen that trialled in the election of Trump, in the Brexit referendum and (less successfully) in the French presidential elections. Another is the generation of tribal identities, the division of society into mutually exclusive polarities.
Fascism does not need a majority – it typically comes to power with about forty percent support and then uses control and intimidation to consolidate that power. So it doesn’t matter if most people hate you, as long as your forty percent is fanatically committed. That’s been tested out too.
And fascism of course needs a propaganda machine so effective that it creates for its followers a universe of “alternative facts” impervious to unwanted realities. Again, the testing for this is very far advanced. But when you’ve done all this, there is a crucial next step, usually the trickiest of all. You have to undermine moral boundaries, inure people to the acceptance of acts of extreme cruelty. Like hounds, people have to be blooded. They have to be given the taste for savagery.
Fascism does this by building up the sense of threat from a despised out-group. This allows the members of that group to be dehumanised. Once that has been achieved, you can gradually up the ante, working through the stages from breaking windows to extermination.
People have to be given the taste for savagery. Fascism does this by building up the sense of threat from a despised out-group.
It is this next step that is being test-marketed now. It is being done in Italy by the far-right leader and minister for the interior Matteo Salvini. How would it go down if we turn away boatloads of refugees? Let’s do a screening of the rough-cut of registering all the Roma and see what buttons the audience will press. And it has been trialled by Trump: let’s see how my fans feel about crying babies in cages. I wonder how it will go down with Rupert Murdoch.
To see, as most commentary has done, the deliberate traumatisation of migrant children as a “mistake” by Trump is culpable naivety. It is a trial run – and the trial has been a huge success. Trump’s claim last week that immigrants “infest” the US is a test-marketing of whether his fans are ready for the next step-up in language, which is of course “vermin”.
And the generation of images of toddlers being dragged from their parents is a test of whether those words can be turned into sounds and pictures. It was always an experiment – it ended (but only in part) because the results were in.
And the results are quite satisfactory. There is good news on two fronts. First, Rupert Murdoch is happy with it – his Fox News mouthpieces outdid themselves in barbaric crassness: making animal noises at the mention of a Down syndrome child, describing crying children as actors. They went the whole swinish hog: even the brown babies are liars. Those sobs of anguish are typical of the manipulative behaviour of the strangers coming to infest us – should we not fear a race whose very infants can be so devious?
Second, the hardcore fans loved it: Fifty-eight percent of Republicans are in favour of this brutality. Trump’s overall approval ratings are up to 42.5 per cent. This is greatly encouraging for the pre-fascist agenda. The blooding process has begun within the democratic world. The muscles that the propaganda machines need for defending the indefensible are being toned up. Millions and millions of Europeans and Americans are learning to think the unthinkable.
So what if those black people drown in the sea? So what if those brown toddlers are scarred for life? They have already, in their minds, crossed the boundaries of morality. They are, like Macbeth, “yet but young in deed”. But the tests will be refined, the results analysed, the methods perfected, the messages sharpened. And then the deeds can follow."
Let us protect our freedom with all our democratic power, and continue to be brave with everything we must face.”
http://www.last.fm/de/user/DerWaechter ehemaliger Influencer * Downtown * Radebrecht * "Die einzige Bevölkerungsgruppe, die man risikolos beleidigen kann, sind die Dummen. Da fühlt sich nie einer angegriffen." (Ronja von Rönne) “The sex and drugs have gone and now it’s just the rock ‘n’ roll” (Shaun Ryder)
Höchste Zeit den Thread aus der Versenkung zu holen. Ich bin absolut entsetzt über das, was in Chemnitz abgeht. Das "Volk" geifert nach Blut, die Polizei steht teilnahmslos daneben, der Innenminister (!) schweigt und in den sozialen Medien freuen sich zig Menschen, "dass sich endlich mal jemand wehrt". Ich kann gar nicht sagen, wie viel Verachtung ich gegenüber diesem Abschaum empfinde. Bin mittlerweile bei regelrechtem Hass angekommen, was mich selbst erschreckt, da gerade darauf die Ideologie der Gegenseite fußt. Dennoch, wenn ich die Visagen in den Videos sehe kann ich nicht anders... Wie seht ihr die weitere Entwicklung? Die Politik scheint mir komplett hilflos zu sein und sie hat ohnehin in den vergangenen Jahren bewiesen, dass sie die Gefahr von Rechts vollkommen unterschätzt hat. Die Bilder aus Chemnitz also auch demnächst in anderen (ostdeutschen) Städten? Eine beängstigende Vorstellung.