Ich habe die Live Box heute fast ganz durchgehört und bin damit auch sehr zufrieden. Das dezente Sound Update gefällt mir auch ganz gut. Ich finde auch das sehr reduzierte Artwork ganz witzig. Es bleiben fast nur noch die Farben über und man kennt dennoch z. B. Autobahn auf ersten Blick. Es hat so einen netten, strengen musealen Look.
Hat sich zufällig jemand das Doppel-Vinyl mit Downloadcode von der 3D zugelegt? Bekomme ich nicht runtergeladen,auf der angegebenen Warner-Seite lande ich bei Muse usw.,von Kraftwerk keine Spur. Auf die angegebene Problemkontaktseite kommt auf Anfrage keine Antwort,sehr ärgerlich.Jemand ne Idee?
Wer sich für sowas interessiert: In der aktuellen c't ist ein sehr guter Bericht über die Audio-Produktion des 3D-Katalogs. Fritz Hilpert scheint inzwischen bei Kraftwerk eine recht zentrale Rolle einzunehmen, bei der 3D-Abmischung hat er sich aber doch von einem Spezialisten unter die Arme greifen lassen.
Ist übrigens generell ein sehr gelungenes Heft, gerade das Fake-News-Special ist sehr lesenswert.
Sind hier Kraftwerk-Nerds an Bord? Ich darf für einen Fahrrad-Blog einen "Kultur"-Artikel schreiben. Kennt hier zufällig jemand Quellen zum Thema "Kraftwerk und Fahrrad"? Es gilt ja als bekannt, dass die Herren in den Achtzigern dem Drahtesel anheim gefallen sind. Ich überlege gerade, ob das einen Artikel wert sein könnte...
e: Hatte vor kurzem ein Interview gelesen mit einem Ex-Mitglied. Ich glaube, das war sogar der ME (oder SPEX). Darin wird das auch sehr betont, dass sie in den Achtzigern die Musik etwas aus den Augen verloren haben wegen dem neuen Hobby...
Das war wohl ein Interview mit Karl Bartos, wo er sich (aber durchaus respektvoll) darüber beklagte, dass Ralf und Florian jeden Tag erst mal zig Kilometer mit dem Rennrad hinter sich brachten, bevor sie im Studio auftauchten, und dann war kreatives Arbeiten nicht mehr wirklich möglich. Offenbar hat Ralf Hütter dann aber auch einen ziemlich knackigen Unfall mit dem Rad gehabt, der ihn für einige Zeit außer Gefecht gesetzt hat. Ich werde mal versuchen, Online-Quellen dafür zu finden.
Zitat von CobraBora im Beitrag #65Das war wohl ein Interview mit Karl Bartos, wo er sich (aber durchaus respektvoll) darüber beklagte, dass Ralf und Florian jeden Tag erst mal zig Kilometer mit dem Rennrad hinter sich brachten, bevor sie im Studio auftauchten, und dann war kreatives Arbeiten nicht mehr wirklich möglich. Offenbar hat Ralf Hütter dann aber auch einen ziemlich knackigen Unfall mit dem Rad gehabt, der ihn für einige Zeit außer Gefecht gesetzt hat. Ich werde mal versuchen, Online-Quellen dafür zu finden.
Genau das Interview war es! Hatte die Hefte gerade nicht zur Hand. Ich schau gerade, ob ich da einen guten Dreh finden kann. Eine Grundidee wäre etwa, warum man nicht ganz auf Fortschritt setzt (also Automobil etc.), sondern so begeistert vom Fahrrad ist... ist ja auch irgendwo Maschine, aber doch mit sehr viel Kraftanteil von Mensch;) Und ohne Elektronik etc...
e: Ich habe zu Schreiben begonnen und ich denke, das könnte was werden. Etwa, indem ich Kraftwerk im Kontext der Mobilität erörtere und auf das Bandhobby Fahrradfahren näher eingehe. Wenn du was findest oder auf Lager hast, freue ich mich natürlich über Quellen. Google kann ich natürlich abgesehen davon auch selber anschmeißen .
Die Liebe zum Fahrrad hat Wolfgang Flür ja auch in seinem Buch „I was a robot“ im Kapitel „Up and away on a bike“ erläutert.
Es war im Mai 1982, als sich Florian und Ralf in der Ruhephase nach der zurückliegenden Welttour zwei der teuersten Rennräder kauften, die der Markt anbot. Fortan waren sie im Raum Düsseldorf und im Bergischen viel unterwegs. Flür sagt, beide wären fanatische Radfans gewesen, hätten auch im Kling Klang Studio oft noch Kataloge von Campognolo, Shimano, etc. studiert, statt sich um neue Songs zu bemühen.
Speziell für Ralf sei das Rad bald zur Alternative für den Synthesizer geworden. Er habe fast immer Radkleidung getragen, sich die Beine rasiert und eingeölt. Körperlich sei Ralf immer fitter geworden und auch euphorischer. Im Laufe der Jahre hätte sich in seiner Wohnung auch immer mehr Zubehör angesammelt bis hin zu speziell für seinen Körper konstruierten Radrahmen. Mit Freunden wäre er auch Teilstecken der Tour De France nachgefahren. Selbst das Alter der Radreifen sei Ralf wichtig gewesen, da er der Überzeugung war, das die Reifen mit längerer Lagerzeit an Qualität gewinnen.
1983 habe Ralf daher auch den Song „Tour De France“ geschrieben. Mit dem Emulator (Sampler) habe man dazu Radgeräusche von Ralf und das Atmen von Florian aufgenommen. Eigens für das Video zum Track hat sich auch Wolfgang Flür ein Rad gekauft und etwas trainiert. Später fuhr er per Rad öfter Ralf in Krefeld besuchen. Nach einem Sturz in der Innenstadt endete das Interesse am Radfahren für Wolfgang abrupt. In dieser Zeit verliebte sich Wolfgang auch in Constanze und zog sich etwas aus dem Studiobereich zurück.
Der Einfluss von Karl Bartos wurde immer größer, da dieser im Heimstudio Musik vorbereitete, die zusammen mit Ralf und Florian zu Songs wurden. Mehr und mehr zog sich Wolfgang aus dem Studio zurück, reiste auch viel und traf sich mit den anderen Kraftwerkern öfter in Kölner Discotheken als im Studio. Wolfgang fühlte sich mehr und mehr ausgeschlossen, da er auch an den häufigen Aktivitäten der Radlergruppe um Ralf und Florian nicht mit teilnahm und sich musikalisch auch nicht mehr mit einbringen konnte.
Hier das „alternative video“ zu Tour De France…
"Good taste is the worst vice ever invented" (Edith Sitwell)
wow, cool! Genau solche Infos habe ich gesucht. Ist das aus dem Buch zitiert?! Kann man ja hoffentlich iwo ausleihen. Bzw gibt es das auch als eBook für 7,99 EUR habe ich vorher gesehen...
Der Text basiert auf dem der 2. Auflage der englischen Version von Flürs Buch. Daher nicht zitiert, sondern von mir frei übersetzt und inhaltlich zusammengefasst ( im Original sind es fünf Buchseiten)
P.S. im Buch „Kraftwerk“ (Tim Barr) wird durch Karl Bartos ein Unfall im Jahr 1983 erwähnt:
„Ralf had a bicycle accident and he almost died. He fractured his skull and was away for a year almost. He hadn’t been wearing a helmet…”
Dies führte dazu, dass sich die VÖ des geplanten “Techno Pop”-Albums um ein Jahr verzögerte. In der Folge änderte Kraftwerk dann aber auch aufgrund derweil neuer Technologien (Sampler, MIDI) das Konzept. Ein Grund war laut Karl Bartos auch das Anhören von “Beat Box”/Art Of Noise - produziert von Trevor Horn: „His drum sound blew our minds. We had to step back and think it all over”…
"Good taste is the worst vice ever invented" (Edith Sitwell)
Zitat von aalpaca im Beitrag #68wow, cool! Genau solche Infos habe ich gesucht. Ist das aus dem Buch zitiert?! Kann man ja hoffentlich iwo ausleihen. Bzw gibt es das auch als eBook für 7,99 EUR habe ich vorher gesehen...
Die deutsche Ausgabe von "Ich war ein Roboter" steht bei mir im Regal. Kann dir gerne die entsprechenden Passagen kopieren und zuschicken. Bräuchte bei Interesse deine Adresse per PN.
Zitat von aalpaca im Beitrag #68wow, cool! Genau solche Infos habe ich gesucht. Ist das aus dem Buch zitiert?! Kann man ja hoffentlich iwo ausleihen. Bzw gibt es das auch als eBook für 7,99 EUR habe ich vorher gesehen...
Die deutsche Ausgabe von "Ich war ein Roboter" steht bei mir im Regal. Kann dir gerne die entsprechenden Passagen kopieren und zuschicken. Bräuchte bei Interesse deine Adresse per PN.
Zitat von akri im Beitrag #69Der Text basiert auf dem der 2. Auflage der englischen Version von Flürs Buch. Daher nicht zitiert, sondern von mir frei übersetzt und inhaltlich zusammengefasst ( im Original sind es fünf Buchseiten)
P.S. im Buch „Kraftwerk“ (Tim Barr) wird durch Karl Bartos ein Unfall im Jahr 1983 erwähnt:
„Ralf had a bicycle accident and he almost died. He fractured his skull and was away for a year almost. He hadn’t been wearing a helmet…”
Dies führte dazu, dass sich die VÖ des geplanten “Techno Pop”-Albums um ein Jahr verzögerte. In der Folge änderte Kraftwerk dann aber auch aufgrund derweil neuer Technologien (Sampler, MIDI) das Konzept. Ein Grund war laut Karl Bartos auch das Anhören von “Beat Box”/Art Of Noise - produziert von Trevor Horn: „His drum sound blew our minds. We had to step back and think it all over”…
Ach ok. Das sind interessante Informationen! Da lohnt es sich wohl, ein wenig reinzurecherchieren. Danke auch an dich!
Ich muss nochmal bzgl. Kraftwerk-Interna nerven. Irgendwie habe ich im Hinterkopf das Gerücht, dass die Mitglieder so eine Art "Alkoholverbot" hatten oder "Discoverbot" Ende der 70er Jahre/Anfang der 80er Jahre? In meinen Quellen treffen sie sich aber dagegen zB öfters auch zufällig in Clubs.
Weiß in dieser Hinsicht zufällig irgendjemand mehr? Kann auch sein, dass ich da was durcheinander bringe. Dass keiner in der Band besonders exzessiver Rauschmittelkonsument war scheint ja eine Tatsache zu sein.
PS: Sorry für drei Beiträge in Folge, vllt kann ja jemand die beiden anderen zusammenfassen - als normaler User kann ich das nicht?!