Autotune geht wirklich nur in homöopathischen Dosen.
http://www.last.fm/de/user/DerWaechter ehemaliger Influencer * Downtown * Radebrecht * "Die einzige Bevölkerungsgruppe, die man risikolos beleidigen kann, sind die Dummen. Da fühlt sich nie einer angegriffen." (Ronja von Rönne) “The sex and drugs have gone and now it’s just the rock ‘n’ roll” (Shaun Ryder)
stimmt, und frank ocean glücklicherweise auch. ich hab inzwischen auch mit "nikes" meinen frieden gemacht. hätte nicht gedacht, dass das nach nur 2 hördurchgängen passiert. aber exzessiver einsatz wie zum beispiel bei future ist für mich immer noch ein ausschlusskriterium. und ich denke, das bleibt auch so.
autotune ist für mich der penetranteste soundeffekt seit dem unsäglichen 80er-jahre-DX7-rhodes-sound. leider auch mindestens so langlebig. und natürlich auch ein ausschlusskriterium, ausnahmen gibt es nahezu keine.
Ich höre echt verdammt viele Genres von Black Metal bis Klassik und hab über die Jahre zu so ziemlich allen Musikrichtungen Zugang gefunden. Was ich aber bis heute nicht ausstehen kann ist Reggae und Ska. Krieg echt nen Anfall, wenn ich DEN Reggae-Beat höre oder Bläser zum Ska-Takt ansetzen. Liegt wahrscheinlich daran, dass ich in einer Kleinstadt aufgewachsen bin, in der absolut jede Band diese Musik spielte und mein Hass auf Musik & Stadt untrennbar miteinander verbunden ist
haha, meine teilweise abneigung gegen reggae hat irgendwie auch mit meiner kleinstadt-herkunft zu tun. der einzige club am ort war ein programm-kino, das nach dem film zur dark wave-disco umfunktioniert wurde. bis der betrieb nach dem film losging hat es ca. eine halbe bis dreiviertelstunde gedauert. und in dieser zeit lief IMMER ein reggae tape und zwar immer das gleiche, bob marley, peter tosh, der ganze abgedroschene kram, bis zum erbrechen. ich war vorher schon nicht gerade fan, aber das war quasi der todesstoß. über dub hab ich mich dann wieder etwas angenähert und konnte mich mit dem ein oder anderen reggae-album anfreunden, aber die große liebe wird das in diesem leben nicht mehr. mit rocksteady und ska kann ich hingegen schon etwas mehr anfangen, weil da die latente bekiffte lahmarschigkeit und das oftmals unangenehme predigen fehlen. außerdem hab ich ein problem mit extremem patois.
Mit einem von 25 Reggae - Liedern kann ich durchaus mal was anfangen, wenn es ein einziges Lied ist und nicht unbedingt fünf weitere folgen; die kann ich aber an zwei Händen abzählen. Aber bei Ska ist Ende. Vor allem bei Ska - Punk: Billiggeschrammel mit fröhlichen Bläsern, am besten wird noch ein abgezahnter 80er - Hit gecovert ("Take On Me", beispielsweise) und mit Mitgrölrefrain aufgehübscht. Idealerweise ist das Ganze am besten noch auf spanisch gesungen ... in Karlsruhe gab es mal eine Kneipe, da lief nur spanischer Ska - Punk, weil der Inhaber Spanier und wohl großer Fan war. Wenn ich da alle Schaltjahre infolge Gruppenzwang mal gelandet bin, wollte ich mich nach spätestens zwei Songs in dem Laden in die Luft sprengen.
We don't believe in anything we dont stand for nothing. We got no "V" for victory cause we know things are tougher.
(Iggy Pop/James Williamson: "Beyond The Law")
---------------------------------------------------------------- From the river to shut the fuck up.
Wie wohl jeder Fan eines gerne gedissten Genres rette ich mich jetzt wieder in Schläfenmassagen und die Notlüge, dass man gemeinhin ja auch nur mit wirklich fiesem Allerweltsreggae und schrecklichem Punkska in Berührung kommt, während die Perlen (von mir viele sicher noch unentdeckt) meist ungehört bleiben.
gefälliger teenager-schrammelpunk, am besten noch die mitgröhl-cover-songs, sind auch ohne die zuhilfenahme von ska unerträglich. dafür kann diese an sich feine musikart ska nichts. ska und rocksteady aus den 60ern ist herzensgute musik. die passenden trojan-sampler kann man nahtlos durchhören, da ist absolut kein mist dabei. im latin-ska-bereich gibt es durchaus perlen. allerdings sind die bands, die sich darauf beschränken meist auf dauer eintönig. auf konzerten funktoniert das party-technisch aber perfekt (ähnliches kenne ich auch von der balkan-musik). reggae ist ein weites feld. in den 80ern wurde da allerdings einiges verbrochen, was den ruf wohl nachhaltig beschädigt hat. auch dancehall kommt dieser tage kaum über dumprollige goldkettchenmusik hinaus, was schade ist. in den 70ern war da auch nicht alles gold, aber das gilt wohl für jede musikrichtung. das einzige subgenre aus dem bereich, mit dem ich nie klar gekommen bin ist der dancehall-vorgänger ragga (chaka demus, shabba ranks, etc.). dancehall selbst war auch nie meine liebste spielart, nicht nur der überbordenden homophobie wegen, aber einiges hörbares gibt es auch aus der richtung.
☟ smog in berlin. nichts wie hin. weil du mich küsst, bin ich kein tourist.
die homophobie war auch immer mein großes problem mit dancehall. ich will mir einfach von bounty hunter und konsorten nicht vorsingen lassen, dass der beste platz für mich das grab ist. schade, denn die musik ist teilweise durchaus großartig.
Diesen Schunkel-Reggae mag ich auch nicht sonderlich. Allerdings gibt es auch echt hörbaren Reggae/Dub. Und Dancehall hab ich um die Jahrtausendwende mal abgefeiert, auch wenn alle Künstler immer auf einen und denselben, grade angesagten, und irgendwann halt totgenudelten, Riddim (Beat), geliefert haben. Die Begeisterung hat aber bereit vor Sean Paul, Gentleman und Seeed spürbar abgenommen. Aber paar Sachen gehn mir noch gut rein. Grad erst letztens wieder bissn gehört.
Zitat von gnathonemus im Beitrag #192die homophobie war auch immer mein großes problem mit dancehall. ich will mir einfach von bounty hunter und konsorten nicht vorsingen lassen, dass der beste platz für mich das grab ist. schade, denn die musik ist teilweise durchaus großartig.
Das wollt ich noch dazu schreiben - die Texte hab ich ja früher (und heute) sowieso nicht verstanden.
Zitat von gnathonemus im Beitrag #192die homophobie war auch immer mein großes problem mit dancehall. ich will mir einfach von bounty hunter und konsorten nicht vorsingen lassen, dass der beste platz für mich das grab ist. schade, denn die musik ist teilweise durchaus großartig.
die faschos hierzulande tun einem wenigstens den gefallen, ihre jeweiligen musiken derart grottenschlecht zu gestalten, dass man schon wieder darüber lachen kann. toll finden kann man das sowieso nicht. beim dancehall aus jamaika ist das nicht grundsätzlich der fall… verstörend, auf seine weise. der hass, der sich da vornehmlich gegen schwule richtet ist mitunter so extrem und bizarr - da vergeht einem wirklich alles.
Zitat von Nachtkrabb im Beitrag #193Dieser Schunkel-Reggae und auch bekanntes Zeug wie Bob Marley sind in Regel unerträglich.
bob marley hat bestimmt keinen schunkel-reggae fabriziert. einzelne stücke mögen zwar über die jahrzehnte totgenudelt sein, aber selbst diese sind meistens grossartig. die allermeisten alben von ihm haben wirklich so viel soul, dass man selbst im koma davon nicht unberührt bleiben kann. zumindest kann und vor allem will ich mir das nicht vorstellen.
☟ smog in berlin. nichts wie hin. weil du mich küsst, bin ich kein tourist.