das zweite mal, dass ich sie gesehen habe und ich muss sagen, so schön es dort war, langsam weine ich dem atomic café, in dem sie ihr münchen-debüt gaben, keine träne mehr nach. und auch das 59:1, also der direkte vorgänger-club vom strom, war nicht annähernd so gut. der sound passt eigentlich immer und meistens kann man's platz- und temperaturtechnisch da drin gut aushalten.
aber von vorne: das vorprogramm bestritten pill, eine noiserock-band aus dem umfeld der parquet courts. die haben einen saxofonisten und das macht sie interessant. mal quäkt er kakofonisch, dann wieder sonor und melodisch, quasi als zweite singstimme - immer wieder neu und überraschend. höhepunkt war das vorletzte stück, mit glockenspiel statt schlagzeug, alles ruhig und subtil, bis auf die sängerin, die gewohnt shoutete. das war ein toller kontrast. da werde ich auf jeden fall mal nachhören.
die parquet courts ließen dann ziemlich auf sich warten, kamen aber noch rechtzeitig auf die bühne bevor es ärgerlich wurde. und ich war ehrlich von der hitdichte überrascht, die sie mit ihren 3 alben hinkriegen. sehr beeindruckend. die hinzugewonnene souveränität und lockerheit tat ein übriges, um eine richtige party zu starten und am kochen zu halten, wobei es sehr angenehm war, dass sie immer wieder variierten, auf ein paar pogo-hits einen schleicher folgen ließen. damit haben sie die meute immer schön im griff gehabt, ohne dass es ausartete. zum schluss haben sie dann doch noch ein hit-feuerwerk abgebrannt und einen mosh-pit angefacht, aber danach war ohne zugabe schluss und das war gut so. beseelt nach hause gefahren. alles gut!
Out Of This World/Pictures Of You/Closedown/The Hungry Ghost/All I Want/Fascination Street/Never Enough/The Walk/Push/Inbetween Days/Primary/Other Voices/Charlotte Sometimes/Lovesong/Just Like Heaven/From The Edge Of The Deep Green Sea/The Last Day Of Summer/Bloodflowers
Want/Shake Dog Shake/Burn/A Forest
Lullaby/High/Hot Hot Hot!!!/Wrong Number
Friday I'm In Love/Boys Don't Cry/Close To Me/Why Can't I Be You
Laut war's, lang war's, schön war's, blöd war's
Ich bin ja nicht der ganz große Kenner in Sachen Cure-Konzerte wie LFB, aber nach 1982, 1984, 1989 und 1990 war das immerhin meine fünfte Begegnung. Der Sound war ok, die Keyboards zu leise abgemischt (es lag nicht am Standort) und Smith in Hochform. Die Tatsache, dass er die ganz hohen Töne meidet, wird von mir außerordentlich begrüßt, da das eigentlich erst mit "the Top" eingeführte Kieksen nicht so mein Ding ist.
Zunächst ist es ernüchternd, wenn von den beiden Lieblngsalben ("Pornography" und "Seventen Seconds" außer dem obligatorischen "A Forest" nichts (gar nichts), (überhaupt nichts), (kein Ton) gespielt wurde, dafür die von mir eher kritisch bewertete Rockband The Cure nach Lust und Laube toben dürfte, aber es gab auch tolle Momente.
Wenn ein Konzert mit "Out Of This World" startet, könnte man feststellen, dass das ein sehr schöner Beginn ist, wäre da nicht die Mutter aller Eröffnungssongs, das beste Eröffnungsstück aller Eröffnungsstücke aller Bands aller Zeiten. Heißt, es gilt schon zu Beginn das Fehlen von "Plainsong" zu beklagen. Ausgezeichnet hingegen die Idee, das reguläre Set mit "Bloodflowers" enden zu lassen, dem Titelstück der für mich letzten hörbaren Cure-Platte. Noch ausgezeichneter die Idee, "Other Voices" zu spielen, einen Song, den ich live noch nicht gehört habe.
insgesamt ein schöner Abend mit der Ehefrau, deren Kennenlernen unmittelbar mit The Cure zu tun hat, was an dieser Stelle nicht weiterer Ausführungen bedarf. Ein wenig weniger "Rockgebratze" hätte dem Ganzen besser getan. Mein Lieblingssong der Band bleibt "Cold", mit den jüngeren Songs kann ich nicht sehr viel anfangen und ich plädiere weiterhin dafür, "Seventeen Seconds" nicht zu unterschätzen.
Nun fühl dich doch geehrt, dass du eines jener bisher exakt 3 von ca. 50 Konzerten der Tour sehen durftest, bei denen “Out of this world“ gespielt wurde. Aber klar, die Herren haben natürlich einfach zu viele tolle Opener zur Auswahl, von mir aus dürften sie sogar “Lost“ und “Underneath the stars“ gelegentlich entstauben, “The Kiss“ und “A Reflection“ ja sowieso. Andererseits ja immerhin konsequent, dass sie “Plainsong“ (natürlich auch mein liebster Opener) dann nicht irgendwo mitten ins Set zu quetschen. Schade, dass sie wie in Hamburg “One hundred years“ nicht gespielt haben, das ist immer für eine Gänsehaut gut.
tja, ich hätte wohl neulich den sound im strom nicht über den grünen klee loben sollen ... . wobei, eigentlich stimmte der in sich schon. die instrumente waren alle klar verortbar und distinkt, kein soundbrei oder so, aber es war einfach viel zu laut. so was kann schon mal vorkommen, aber wenn die leute reihenweise von vorne abwandern und sich hinten alles drängt, könnte man schon mal drauf reagieren. anfangs stand ich ca. 3 m vor der bühne, ab stück 4 oder 5 kamen die ohrenstöpsel zum einsatz, aber das ist echt schade, bei einer band, die so mit der laut-leise-dynamik spielt wie die explosions, also zog ich mich ca. ab der hälfte auch in die hinteren regionen zurück. das war dann zwar ganz angenehm zuzuhören, aber das erwartete bad im sound war da dann halt nicht mehr möglich. dazu war die distanz zu groß und damit ging auch ein bisschen die leidenschaft flöten. schade.
cool kommt von können. und davon ist bei whitney äußerst viel vorhanden. was auf platte gar nicht mal so auffällt, live hat mich das schlicht und einfach umgehauen, obwohl ich da normalerweiser gar nicht so viel drauf gebe. allen voran julien ehrlich. ein dermaßen variantenreiches, leidenschaftliches schlagzeugspiel und dazu sein berührender kopfstimmen-gesang - das muss man erst mal hinbekommen. dazu extrem sympathisch bei seinen ansagen und im dialog mit dem publikum. und seine begleitmusiker standen ihm in nichts nach. da hat einfach alles gepasst. definitiv eins der konzerte des jahres.
übrigens: im vorprogramm bezauberte julia jacklin mit ihrer stimme zwischen hope sandoval und angel olsen und tröstete damit über das verpassen des gleichzeitig stattfindende konzert letzterer hinweg. werde mal das album auschecken.
Little Wings gefällig und ziemlich langweilig. Nicht ganz überraschend wurde weiter hinten im Raum während des gesamten Auftritts gequatscht, was den eigenwilligen Sänger zu einem Lied darüber anregte, wie ungern er in Berlin sei wo ihm niemand zuhört und wie egal ihm das doch alles sei (und dass das ja doch alles nur ein Scherz sei). Bisschen beleidigte Leberwurst. Bisschen egal.
Angel Olsen war gut – eine super eingespielte Band im Rücken und sehr auf den Punkt gesungen. Ihre lärmigeren Stücke haben sehr gut gefallen. Während der sphärischeren Stücke wurde es dagegen recht schnell langweilig. Da blieb dann vor allem die schöne Lichtshow zu begucken. Aber die Teile ihrer Musik finde ich schon auch auf Platte langweilig. Nicht meine neue Lieblingsband, aber doch sehr seh- und hörbar.
nummer 3 des ersten konzertmarathons des jahres (der nächste kommt übernächste woche: holly golightly, quilt und anna von hausswolff/swans). und es war ein krönender abschluss. ich hätte ihnen ja durchaus mehr publikum gegönnt, aber mit vielleicht knapp 100 gästen im strom war das doch sehr angenehm - und der stimmung in keinster weise abträglich. vielleicht ist es doch gar nicht so schlecht, wenn die ganzen adabeis mal eben nicht dabei sind und das tatsächlich anwesende personal wirklich wegen der musik da ist. und - ach - war die gut. psychedelic pop - am jazz geschult, eine perlende - ein weing an mac demarco gemahnende gitarre, eine zwar verspielte, dennoch tighte rhythmus-fraktion und der keyboarder hatte moves drauf, dass einem die spucke wegblieb. einzig der zweite gitarrist/keyboarder und der etwas mumpfig abgemischte gesang gingen etwas unter, aber man war akustisch ständig so beschäftigt, dass das nicht weiter ins gewicht fiel. nur schade, dass ich kein t-shirt mehr in meiner größe ergattern konnte, aber ich werde es in zukunft an meinem göttergatten bewundern dürfen. hach, kinners, war das schön ...
Es ist ja nicht so, dass ich inzwischen so unfit wäre, dass ich eine Woche brauche, um mich von einem Konzert zu erholen, sondern ich wollte bewusst ein Zeichen gegen die Schnelllebigkeit setzen.
Nicht viel mehr als 20 Leute haben sich eingefunden und da sind schon russische Touristen und mitgeschleppte Boyfriends mitgezählt. Kein Wunder, dass sich so wenige nicht-premier-league-Bands in unsere Gefilde wagen. Für die Band ist es schade, aber als Publikum empfinde ich das Konzerterlebnis wesentlich intensiver, wenn es nicht so voll ist.
Musikalisch ist es nicht unähnlich zur Vorgängerband Standard Fare, die vor viereinhalb Jahren ein paar Blocks weiter im nicht unähnlichen, nicht ganz so kleinen, Ostpol spielten: Tolles Songwritung, tolle Stimme, trotz minimalistischer PA glasklarer Sound. Ein schönes aber kurzes (weniger als eine Stunde) Vergnügen. Klar, die Band hat erst ein Album draußen, aber Emma Kupa wechselt halt die Projekte wie andere das Hemd (neben Standard Fare gab/gibt es z.B. noch Emma Kupa solo und Zusammenarbeit mit Darren Hayman), ohne Songs der anderen Projekte zu spielen.
Ich mag übrigens das positive Denken der Engländer. Am Tag zuvor twitterte die Band aus Köln: „The weather is bad, but the venue is warm“.
Zitat von faxefaxe im Beitrag #390Kate Tempest. Gna habe ich leider nicht gesehen. Ich fand es intensiv und großartig.
tja, nächstes mal vielleicht vorher pns austauschen. ich hab's leider auch verpennt.
das vorprogramm war unterirdisch: muso - was für eine pfeife. lahme raps und langweilige bollerbeats. zur strafe war die stimmung nah am nullpunkt. ich hab versucht, mich in die allerentferntesten regionen zu verdrücken. vergeblich - ich hab trotzdem jeden schiefen reim und sein dämliches gepose mitbekommen. und so einer darf im nächsten jahr sogar als headliner auftreten.
kate tempest war gelinde gesagt ein ereignis. sie dabei zu beobachten, wie all der dreck, all die kreativität aus ihr heraus muss, das ist ein wahre freude. am beeindruckendsten ist das, wenn die beats fehlen und sie einfach ihre dichtkunst ausspuckt (und das sagt einer, der mit lyrik normalerweise nicht viel anfangen kann). die musik war aber auch super und hat sämtliche ärsche in meiner umgebung in bewegung gesetzt. "let them eat chaos" wurde durchgespielt, und da sich wohl die meisten an kates bitte gehalten hatten, die smartphones in den taschen zu lassen, gab's als zugabe noch das poem "brand new ancients" (ein absolutes highlight) und dann war schluss. so muss das sein.
Die mir bisher unbekannte Import/Export Kantine ist wie erwartet eher klein und nüchtern eingerichtet, entgegen Erwartung bei weitem nicht voll
(viel mehr als 50 Zuschauer werden es nicht gewesen sein).
Vorgruppe ist (ohne dass ich es im Vorfeld mitbekommen hätte) Sweet Baboo, der mir zwar dem Namen nach ein Begriff ist (z.B. aus dem Moshi Moshi
Records Newsletter), musikalisch hätte ich ihn aber nicht einordnen können. Es fängt croonermäßig an, das Keyboard auf Barpiano-Sound. Später geht es dann mehr in Richtung verschrobener Disco-Pop, White Town kommt mir in den Sinn. Insgesamt nicht ganz das, was ich mir einen Abend lang zu Hause anhören würde, aber eine schöne Einstimmung.
Cate Le Bons Auftritt beim Primavera Sound Porto vor einem halben Jahr hatte mir auch schon gefallen, das war aber nur ein flüchtiger Einblick: Diese Musik passt ins Nachmittagsprogramm eines großen Open Air bei weitem nicht so gut wie in einen Club. Die schon auf Platte hörbare Velvet-Underground-Richtung ist live wesentlich betonter, was eine gute Kombination mit der Stimme ist, die auf Platte für meinen Geschmack manchmal gefährlich nahe ans kunstvoll-esoterische gerät. Zwischen den Songs gibt es diesmal sogar gutgelaunt-lockere Sprüche. Eines meiner Lieblingskonzerte dieses Jahr. Kann ich nur jedem empfehlen, der gute Songs und female Vocals mit gelegentlich verzerrten E-Gitarren und dem ein oder anderen Orgelsound mag. Dienstag Berlin Berghain Kantine, Donnerstag Hamburg Molotow (SkyBar, zur Abwechslung keine Kantine).
mist, ich hab meinen arsch einfach nicht vom sofa bekommen. na ja, es ist aber zur zeit auch verdammt viel los.
heute:
holly golightly im substanz
ich mag das substanz ja, aber eine ideale konzert-location ist es nicht gerade. ein elender schlauch mit gleich mehreren flaschenhälsen, durch die man sich erstmal durchkämpfen muss. vor der bühne war dann aber nach anfänglichem gedränge, hitze und stickigkeit plötzlich platz, die lüftung tat ihren job und der anfängliche nebel-overkill wurde komplett eingestellt. holly und die band waren prächtig gelaunt und der sound war super (besonders die glasklare leadgitarre). zuerst gab's ein wenig querbeet durch das repertoire, zwischendurch lag dann der fokus auf "slowtown now" (ihre letzte platte), dann ein tolles neues stück, um dann wieder zurück zu ein paar klassikern zu finden. gutes konzept, wie ich finde. leider war das publikum etwas hüftsteif. die stimmung war zwar gut, aber musik wie diese schreit eigentlich nach party, die aber nicht so recht aufkommen wollte. eine richtiggehende frechheit hat sich der beleuchter geleistet. holly bat mehrmals darum, nicht so fies angestrahlt zu werden und stattdessen auch die beleuchtung aufs publikum zu richten, weil sie gerne gesichter sehen wollte. machte er nicht (bis auf die zugabe). behandelt man so seine gäste?
wie auch immer, trotzdem ein toller abend und einen kurzen schnack mit dem anorak twin gab's obendrein.
Wilco im Tempodrom. Ich hoffe, das klingt nicht zu routiniert: Schön wie immer. Ein "Impossible Germany" ist live halt immer phantastisch und Wilco nun mal die zweitbeste Band der Welt. Erstaunlicherweise war die Arena komplett bestuhlt. Erfreulicherweise sagte Tweedy gleich zu Beginn: "Dass Stühle da sind heißt nicht, dass man sie benutzen muss." Nett auch: "Jetzt kommt das einzige Stück von unserem ersten Album, das kennen nur die Oldies. Bei allem Respekt: ich glaube,wenn ich mich hier umschaue, da sind einige von da." Das Publikum ist schon mit Ihnen etwas in die Jahre gekommen. Gern mag ich live auch immer die etwas krautrockigeren Lieder. Schönes Konzert, natürlich.