Was die CSU angeht: Söder ist der Prototyp von Politiker, der sich nicht von eigenen Überzeugungen und/ oder früheren Aussagen irritieren lässt. Der wird sich situativ für das entscheiden, was seinen strategischen Überlegungen am besten entspricht.
Bin gespannt wie man beim Thema Schuldenbremse die kommende "Rolle Rückwärts" rechtfertigt.
im zusammenhang mit söder von "strategischen überlegungen" zu sprechen, wäre mir auch mal fast passiert. ich habs dann aber noch schnell in "taktik" ändern können.
Zitat von LFB im Beitrag #695die Dringlichkeit des Themas Migration
Vor ein paar Wochen war in der SZ ein Interview mit einem Soziologen (Name leider vergessen, ich kann das aber bei Gelegenheit gerne raussuchen), und da war am Beispiel der Alterskohorten 13 - 25 und 25 - 35 gut zu erkennen, dass das Problem nicht jetzt neu hinzukommende Migranten sind, die man durch das Schließen der Grenzen abhalten könnte, sondern, dass die wahren Problem in der Kluft zwischen den seit sehr vielen Generationen (=immer schon) originär in Deutschland lebenden Menschen und den in zweiter, dritter oder gar vierter Generation hier lebenden Leute aus anderen Kulturkreisen besteht. Was ich zB. hier von Schülern und Lehrern von Real- und Hauptschulen mitbekomme, existieren an diesen Schulen vier oder fünf Kulturkreise nebeneinander, die bestenfalls beim Toilettengang und den Schulnoten mal nicht zu unterscheiden sind, aber ansonsten nie was miteinander anfangen. Kein Gespräch, kein gemeinsames Fußballspielen, kein ins Kinogehen, garnichts. Mit viel Glück herrscht Desinteresse zwischen Gruppen, aber meistens herrscht Abneigung untereinander. Bei den Eltern ist das dann wahrscheinlich genauso.
Und da ist dann die Frage wie man das überhaupt ändern will, und wenn man auch wüsste wie, dann wer das angeht.
Aber die ganze Abschiebethematik hat mit diesen Problemen NULL zu tun, und löst sie auch nicht.
Zitat von zickzack im Beitrag #709Das war und ist eine Nebelkerze gewesen,
Naja, es ist keine Nebelkerze. Unsere Gesellschaft hat durchaus ein Problem mit Leuten mit Migrationshintergrund. Ein erheblicher Teil der "Hiesigen" erwartet Assimiliation ins "Deutschtum" statt Integration und ein nicht unerheblicher Teil der Leute mit Migrationshintergrund versucht seit Generationen Integration zu vermeiden. Beide Teile der Gesellschaft haben Anteil an dieser Problemgemengelage. Und beide Probleme sind nur schwer und garantiert nicht kurzfristig zu lösen
Meine Nebelkerze bezieht sich auf "Abschieben, Grenzen dicht und dann wird alles gut". Und Nebelkerze deshalb, weil das eben nicht das Hauptproblem ist und war. Rente, Verteidigung, Infrastruktur, Bildung, Gesundheitswesen, Klima..., fand alles so gut wie gar nicht statt, war ja auch viel einfacher in den Chor der Abschieberufe einzustimmen.
Zitat von fanwander im Beitrag #711Ein erheblicher Teil der "Hiesigen" erwartet Assimiliation ins "Deutschtum" statt Integration und ein nicht unerheblicher Teil der Leute mit Migrationshintergrund versucht seit Generationen Integration zu vermeiden.
Habe mal gelesen, daß sich Amerikaner wundern, warum mit uns mit dem "Deutsch - (eine Nation Ihrer Wahl eintragen") so schwertun, wie es in den USA gang und gäbe ist. Man ist zumeist einfach nur Deutscher oder Ausländer, aber dieses Zwischending gibt es nicht. Klingt wie eine Kleinigkeit, hat aber eine große Signalwirkung, wie ich aus eigener Erfahrung weiß. Es ist ein Zeichen, daß man Teil dieses Landes ist, ohne sich komplett assimilieren und seine Wurzeln vergessen zu müssen, und daß es kein "die Deutschen und wir" gibt, sondern wir alle zu diesem Land gehören.
We don't believe in anything we dont stand for nothing. We got no "V" for victory cause we know things are tougher.
(Iggy Pop/James Williamson: "Beyond The Law")
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Zitat von King Bronkowitz im Beitrag #717Habe mal gelesen, daß sich Amerikaner wundern, warum mit uns mit dem "Deutsch - (eine Nation Ihrer Wahl eintragen") so schwertun, wie es in den USA gang und gäbe ist. Man ist zumeist einfach nur Deutscher oder Ausländer, aber dieses Zwischending gibt es nicht. Klingt wie eine Kleinigkeit, hat aber eine große Signalwirkung, wie ich aus eigener Erfahrung weiß. Es ist ein Zeichen, daß man Teil dieses Landes ist, ohne sich komplett assimilieren und seine Wurzeln vergessen zu müssen, und daß es kein "die Deutschen und wir" gibt, sondern wir alle zu diesem Land gehören.
Dann empfehle ich Dir https://www.amazon.de/Aufstand-Gettos-An...e/dp/3462023004 - der Titel ist reißerisch, aber es geht auch nur peripher um den damaligen (vermeintlichen) Aufstand. Es geht in dem Buch darum, dass "die Amerikaner" sich mit der von Dir beschriebenen Meinung in die Tasche lügen. Denn es ist nur eine Sichtweise des weißen Deutsch/Englisch/Irisch-stämmigen "Amerikaners". Der Rest hat mit "(US-)Amerikaner-Tum" nichts am Hut. Man lebt in den USA, aber nicht mehr.
Die letzten Sechs in der Playlist: Nieve Ella - Watch It Ache and Bleed || Dawn Richard & Spencer Zahn - Quiet In a World Full of Noise || Flip Top Head - Up Like a Weather Balloon || Haley Heyndericks - Seed of a Seed || Idles - Joy As an Act of Resistance || Wild Nothing - Indigo