Zitat von Berthold Heisterkamp im Beitrag #2065 Schade, das hab ich seit einiger Zeit auf meinem Einkaufszettel. Ich hoffe noch auf entschiedene Gegenrede hier (@Marla Singer @faxefaxe ?).
Ich kenne es leider auch nicht!
Heavy Rotation → ◉ Fleetwood Mac - Tango in the Night ◉ Bonobo - Black Sands ◉ The Decemberists - As It Ever Was, So It Will Be Again ◉ Interpol - Our Love to Admire ◉ Skeewiff - Something Like That?
Ich fand es jetzt rein literarisch nicht so berauschend, es ist recht geradlinig und schmucklos erzählt, und von den spärlichen Metaphern funktionieren einige nicht. Für mich ist das einfach ein sehr düsterer und extrem blutiger Abenteuerroman, der allerdings sehr spannend ist und sich recht schnell wegliest. Den Showdown fand ich allerdings ziemlich verhauen, da hätte ich mir mehr erhofft.
We don't believe in anything we dont stand for nothing. We got no "V" for victory cause we know things are tougher.
(Iggy Pop/James Williamson: "Beyond The Law")
---------------------------------------------------------------- From the river to shut the fuck up.
Nach dem Tod ihrer Mutter machen sich drei Brüder auf den Weg, den letzten Wunsch der Verstorbenen zu erfüllen und deren Asche am Sommerhaus der Familie zu verstreuen. In verschiedenen Rückblenden (die in der jüngeren Vergangenheit liegende Ebene wird rückwärts verlaufend, eine weiter in der Vergangenheit liegende chronologisch erzählt) setzt der Autor gekonnt Stück für Stück die Geschichte der Familie zusammen. Von Anfang an schwingt bei der Erzählung ein bedrohlicher Unterton mit, dabei mutet das Familienleben auf den ersten Seiten fast schon idyllisch an. Doch je mehr Puzzleteile einem in die Hand gedrückt werden, desto größer wird das Unbehagen und man fühlt sich im anfänglichen Gefühl, das hier etwas nicht stimmt, bestätigt. Ein richtig starkes Buch!
I'm a septic tank half full kind of guy / got a twinkle in my eye / that I've been told is just astigmatism / I've got a s-skip in my step like / the undead half risen
Die beiden anderen auf Deutsch erschienenen Bücher von ihm befinden sich auf meiner Weihnachtsliste weit oben. :)
I'm a septic tank half full kind of guy / got a twinkle in my eye / that I've been told is just astigmatism / I've got a s-skip in my step like / the undead half risen
Bei uns "Die Zeuginnen". Fügt seinem 34 Jahre älteren Vorgänger "The Handmaid's Tale" wenig Neues hinzu. Man könnte sogar sagen, der Roman ist überflüssig. Aber da Margaret Atwood eine fantastische Autorin mit Gespür für Atmosphäre, Figuren und Dramaturgie ist, lohnt sich die Lektüre trotzdem. Dieses Szenario ist ja auch weiterhin an Grauenhaftigkeit schwer zu überbieten.
Schwer, dazu irgendwas Substantielles zu sagen. Es bleibt der Eindruck, es hier mit den Memoiren eines trotzigen Teenagers zu tun zu haben. Frau Spears ist meist nicht in der Lage, ihre Gefühle oder ihre Handlungen zu reflektieren. Man möchte Mitleid mit ihrer Situation haben, hat es aber nicht.
Eigentlich ein Ü40 - Buch über verpaßte Gelegenheiten, geplatzte Träume und gescheiterte Ideale. Das Ganze hat einen durchaus politischen Unterton, aber die Gesamtstimmung ist eher mild und melancholisch. Trotzdem ist das Buch extrem unterhaltsam, ich habe es gern gelesen und war in vier Tagen durch; es hat einige nette Wendungen. Wie gut es aufgebaut ist, sieht man im letzten Drittel: da kommt er mit einer erwartbaren Entwicklung ums Eck, die man schon erahnt und denkt "bitte nicht so abgeschmackt Deus ex machina einbauen, das glaubt dir kein Mensch". Er tut es, begründet es dann aber so detailliert, daß man ihm diese komplett abkauft. Sehr gut geschrieben, teilweise witzig und charmant: Daumen hoch. War nach der ganzen schweren Kost der letzten Zeit Balsam.
We don't believe in anything we dont stand for nothing. We got no "V" for victory cause we know things are tougher.
(Iggy Pop/James Williamson: "Beyond The Law")
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Um die großen Philosophen Bruce & Bongo zu zitieren: Geil! Ich habe lange keinen Unterhaltungsroman mehr gelesen, der mich so reingesaugt hat. Über einige dramaturgische Entscheidungen kann man geteilter Meinung sein, aber Hugh Howey hat eine unfassbare Vorstellungskraft. In der zweiten Hälfte gibt es eine nervenzerfetzende Sequenz, die ich mehrfach pausieren musste. Kann's kaum erwarten, weiterzulesen, aber ich muss erstmal die anderen beiden Romane beenden, die ich wegen diesem Klopper hier unterbrochen hatte.
Alla hopp, dann lese ich halt auch mal rein. Könnte etwas für mich sein.
http://www.last.fm/de/user/DerWaechter ehemaliger Influencer * Downtown * Radebrecht * "Die einzige Bevölkerungsgruppe, die man risikolos beleidigen kann, sind die Dummen. Da fühlt sich nie einer angegriffen." (Ronja von Rönne) “The sex and drugs have gone and now it’s just the rock ‘n’ roll” (Shaun Ryder)
"Als ihre gemeinnützige Arbeit Dorothea Truelove zum Oakgate-Gefängnis führt, freut sie sich über die Gelegenheit, die Theorie der Phrenologie zu erforschen. Kann die Form des Schädels eines Menschen ein Licht auf seine dunkelsten Wesenszüge werfen? Doch als Dorothea die junge Schneiderin Ruth Butterham trifft, stellt sie sich ganz andere Fragen: Ist es möglich, mit Nadel und Faden zu töten? Denn Ruth schreibt ihre Verbrechen einer übernatürlichen Kraft zu, die ihren Stichen innewohnt. Die Geschichte, die sie über ihre tödlichen Kreationen zu erzählen hat – von Bitterkeit und Verrat, von Tod und Kleidern – wird Dorotheas Glauben an die Wissenschaft erschüttern. Ist Ruth verrückt? Nur ein Opfer? Oder eine eiskalte Mörderin?"
Ein richtig, richtig guter viktorianischer Thriller: Die junge Näherin Ruth Butterham glaubt, mit ihren Näharbeiten Menschen umbringen zu können. So auch ihre letzte Dienstherrin. Im Gefängnis erzählt sie ihre Geschichte, die voller tragischer Ereignisse und Elend steckt. Spannend, kurzweilig, subtil, toll erzählt - ich hatte das Buch in kürzester Zeit durch und freue mich schon auf mehr von der Autorin.
You all want the whole world to be changed so you will be different.
Joa, kann man mal lesen. Ich kann allerdings nicht behaupten, die Handlung komplett verstanden zu haben, sie ist (vermutlich absichtlich) verwirrend und wendungsreich. Neulich sah ich eine interessante Doku über John Le Carré und mochte seine Art zu sprechen sehr, vor allem auch die Wortwahl. Die englischsprachige Fassung des Romans hat mich dann doch vor größere Herausforderungen gestellt, britisches Englisch ist manchmal sehr weit weg von meiner Expertise, so dass ich das Buch schließlich auf Deutsch beendet habe.
Richard Russo - Diese gottverdammten Träume
Pulitzerpreis-prämierte amerikanische Erzählliteratur mit bescheidenem deutschem Titel (eigentlich "Empire Falls", was mehrdeutig zu verstehen ist), wie so oft etwas zu lang, aber dafür mit hervorragendem Schlussteil. Die Figuren und diese Kleinstadt werden sehr lebendig, man würde sich selbst gerne mal für ein paar Stunden an die Theke im Empire Grill setzen. Was für mich weiterhin gar nicht geht, ist, komplette Kapitel kursiv zu drucken. Hass, Hass, Hass!