Zitat von fanwander im Beitrag #712(Ansonsten erinnere ich mich noch an jenen französischen Taxifahrer aus Grenoble, der bei einer Überlandfahrt plötzlich anhielt, die Motorhaube entriegelte, ausstieg und dann nicht mehr sichtbar war. Ich bin neugierigerweise auch ausgestiegen und durfte sehen, wie er in den Scheibenwassertank pinkelte - schulterzuckend erklärte er, dass ihm gerade eingefallen sei, dass er vergessen habe Frostschutz einzufüllen, und bis er zur nächsten Tankstelle käme, würden ohne Frostschutz die Leitungen zufrieren. Freundlicherweise stellte der dann die Heizung von Außenluft auf Innenluftzirkulation um....)
Passt zur momentanen Empfehlung für E-Auto-Fahrer, doch eine Thermosflasche warmes Wasser mitzunehmen, falls die Ladeklappe zufriert. Ist weniger auffällig als sie anzupinkeln.
Das Prinzip Ganzjahresreifen habe ich bisher noch nicht verstanden. Sind im Sommer und im Winter schlechter, als die entsprechenden Sommer- oder Winterreifen. Man fährt also das ganze Jahr mit Mist rum.
Ja, denke schon. Die Reifen sind mir bei warmen Temperaturen auch nicht negativ aufgefallen, fürs Flachland reichen die meines Erachtens. Im alpinen Süden ist das Konzept ja weitgehend unbekannt.😉
hier auch team ganzjahresreifen. würde ich sicherlich anders handhaben, wenn ich im bergland wohnhaft wäre, aber bei meinen strecken hier in der platten ödnis ist das seit jahren bewährt. als ich noch sommer/winterreifen hatte, wusste ich auch nie, wann ich nun genau warum wechseln sollte; meist war es noch bis in den februar dauerhaft zu warm, dafür hats dann im april doch noch geschneit.
Ich fahre immer wieder mal zwei oder drei Saisons durchgehend nur mit Winterreifen. Aber erstens fahr' ich eh wenig Auto, und zweitens kann es schon passieren, dass ich nochmal Ende Mai Anfang Juni nochmal mit Schnee in Berührung komme (beste Skitourenzeit im Wallis). Da rentiert es nicht bis Oktober extra Sommerreifen aufzuziehen.
Sommerreifen sind ausgelegt für Straßen ohne Schnee und Eisglätte. Die Gummimischung wird bei hohen Temperaturen nicht zu weich und bei hoher Geschwindigkeit ist die Abnutzung recht gering. Sie haben einen geringen Rollwiderstand und sollten wegen der Aquaplaninggefahr mit mindestens 3 mm Profiltiefe genutzt werden.
Winterreifen sind in Deutschland seit dem Dezember 2010 bei winterlichen Straßenverhältnissen - also bei Eis, Glätte und Schneematsch – in Form der situativen Winterreifenpflicht vorgeschrieben. Es gibt also keine generelle Winterreifenpflicht etwa von Oktober bis Ostern. Aber man darf in Deutschland bei situativ gegebenen winterlichen Straßenverhältnissen, also bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte nur mit einem Winterreifen sein Fahrzeug in Bewegung setzen.
Juristisch ist die situative Winterreifenpflicht erst erfüllt, wenn auf allen Radpositionen, also auf allen vier Rädern, Winterreifen montiert sind. In Österreich gelten alle Winterreifen mit Profilen unter 4mm juristisch als Sommerreifen. Unabhängig vom eigenen Fortkommen bei Schneeglätte ist dies vor allem von versicherungstechnischer Relevanz, da etwa bei einem Unfall der Bremsweg von Sommerreifen auf Schnee und Eis deutlich länger ist als der von Winterreifen. Bei Fahrt ohne vorgeschriebenen Winterreifen kann bei einem Unfall wegen grober Fahrlässigkeit die Leistung der Kaskoversicherung gekürzt werden und die Haftpflichtversicherung kann von einem Mitverschulden des Fahrzeugführers ausgehen. Fahren ohne Winterreifen kostet als Bußgeld den Fahrer 60 Euro, bei Behinderung 80 Euro. Zudem gibt es einen Punkt in Flensburg. Dem Halter des Fahrzeugs drohen 75 Euro und ebenfalls ein Punkt. In Österreich sind Winterreifen bei winterlichen Straßen-verhältnissen zwischen dem 1.11 und 15.4. vorgeschrieben – es droht ein Bußgeld von bis zu 5000 Euro! In Frankreich kann bei entsprechender Verkehrsbeschilderung eine Weiterfahrt ohne Winterreifen ganz untersagt werden. In Serbien müssen immer Schneeketten im Kofferraum mitgeführt werden.
Winterreifen sind speziell für niedrige Temperaturen und eben winterliche Straßenverhältnisse ausgelegt, denn sie verfügen über eine Gummimischung, die bei niedrigen Temperaturen noch ausreichend elastisch ist, um eine Verzahnung mit dem Untergrund zu erreichen. Winterreifen haben gegenüber Normalreifen bessere Fahr- und Traktionseigenschaften auf Schnee. Seit Januar 2018 müssen neu produzierte Winterreifen auf der Flanke das Alpine-Symbol tragen. Reifen ohne Alpine-Symbol bzw. Reifen mit M+S-Kennzeichnung dürfen maximal bis September 2024 genutzt werden.
Winterreifen haben auf trockener Fahrbahn schlechtere Fahreigenschaften, z. B. einen längeren Bremsweg. Zudem ist der Abrieb dann höher als bei Sommerreifen. Es wird empfohlen, Winterreifen alle 4 Jahre, spätestens aber alle 6 Jahre zu ersetzen, da die weiche Gummimischung mit der Zeit etwas verhärtet und somit die Hafteigenschaften nachlassen.
Winterreifen dürfen auch im Sommer weitergefahren werden.
Ganzjahresreifen sind juristisch Winterreifen gleichgestellt, wenn sie das "Alpine"-Symbol (oder bis 09/24 die M+S-Kennzeichnung) haben. Ohne diese Kennzeichnung ist ein Ganzjahresreifen juristisch ein Sommerreifen.
"Good taste is the worst vice ever invented" (Edith Sitwell)