Ein schönes Gefühl sicher auch für die, sagen wir, Handvoll Menschen, für die die Agenda 2010 dann halt "subjektiv" nciht so ganz erfolgreich war. Man kann ja nicht alle glücklich machen, ne. Objektiv ist Deutschland ja weiterhin Exportweltmeister, und nur darauf kommt es an.
“Troubled times, kids, we got no time for comedy.” (Phife Dawg)
Zitat von Reverend im Beitrag #676Ein schönes Gefühl sicher auch für die, sagen wir, Handvoll Menschen, für die die Agenda 2010 dann halt "subjektiv" nciht so ganz erfolgreich war. Man kann ja nicht alle glücklich machen, ne. Objektiv ist Deutschland ja weiterhin Exportweltmeister, und nur darauf kommt es an.
Das ist halt diese Polemik, die ich meine, und die es so unleidlich macht. Millionen von Menschen wurden in Arbeit gebracht. Darüber setzt man sich nonchalant hinweg und verwesit auf die, denen es womöglich geschadet hat. Statt mal zu argumentieren, wer das gewesen sein soll, wie viele das etwa waren, und was man da zur Korrektur tun müsste (etliche Schritte von Mindestlohn bis zu Leiharbeitern wurde ja schon getan). Die Gesellschaft insgesamt hat davon profitiert. Das zeigen alle maßgeblichen Indikatoren und da geht es nicht nur um Großkonzerne und Exportweltmeisterschaften. So etwas hicht anerkennen zu können, liegt meiner Meinung nach auch an der Internetblase (kognitive Verzerrung, eines meiner Lieblingsschlagworte zugegebenermaßen).
Polemik vs verwässernder Politiksprech. Keine Ahnung, was da unleidlicher ist. "Millionen Menschen wurden in Arbeit gebracht"? Richtig. Können Hunderttausende, vielleicht Millionen Menschen davon leben? Wohl eher nicht.
“Troubled times, kids, we got no time for comedy.” (Phife Dawg)
Zitat von faxefaxe im Beitrag #678 Die Gesellschaft insgesamt hat davon profitiert. Das zeigen alle maßgeblichen Indikatoren und da geht es nicht nur um Großkonzerne und Exportweltmeisterschaften. So etwas hicht anerkennen zu können, liegt meiner Meinung nach auch an der Internetblase (kognitive Verzerrung, eines meiner Lieblingsschlagworte zugegebenermaßen).
Welche Gesellschaft meinst du? Nur die Deutsche? Da magst du sogar recht haben, aber wo bleibt der Blick über den Tellerrand? Anderen kognitive Verzerrung vorzuwerfen, empfinde ich dann eher wie die Nummer mit dem Glashaus.
War die Agenda, deiner Meinung nach, auch für die gesamteuropäische Gesellschaft ein Erfolg?
Zitat von faxefaxe im Beitrag #667Das Totschlagsgegenargument ist dann in solchen Fällen, dass die Statistik ja eh nicht stimmt.
Das ist kein Totschlagargument, das ist einfach Fakt. Ich habe eine Weile als Arbeitsvermittler in einem Jobcenter gearbeitet und weiß, wie da Leute aus der Arbeitslosenstatistik rausgestrickst werden. Fortbildungen, Ein-Euro-Jobs, alle ab 58, so läuft das in diesem System.
Die Regelung für Arbeitslose ab 58 Jahren besteht allerdings seit 2008 nicht mehr. Früher konnte man ab 58 Jahren nämlich per Unterschrift gegenüber dem Arbeitsamt erklären, keine Arbeit mehr zu suchen. Dazu musste man im Gegenzug zum frühestmöglichen Zeitpunkt eine abschlagfreie Rente beantragen. Die Verpflichtung zur Eigensuche von Arbeit bzw. zur Aufnahme einer vom Arbeitsamt angebotenen zumutbaren Arbeit entfiel damit; ebenso die Teilnahme an Trainings- oder Bildungsmaßnahmen. Man konnte so bis zum 65. Lebensjahr weiter Arbeitslosengeld beziehen. Aktuell müssen sich aber auch Arbeitslose über 58 voll der Arbeitsvermittlung zur Verfügung stellen.
"Good taste is the worst vice ever invented" (Edith Sitwell)
Die Regelung gab es zu meiner Zeit auch schon nicht mehr per Unterschrift, intern wurden aber trotzdem alle einfach im System geparkt, ohne noch zu Gesprächen vorgeladen zu werden. Und ich sage bewusst vorgeladen, denn mit einer Einladung hat das nichts zu tun, wenn Sanktionen im Schlepptau daherkommen.
...äh, ja schon, ich meinte dies bezogen auf die Statistik bzw. Arbeitslosenzahlen... früher waren Arbeitssuchende ab 58 raus aus der Statistik, heute bzw. seit 2008 sind sie dort weiter mit drin. Eine andere Frage ist natürlich, wie sehr sich eine Arbeitsagentur noch mit einer Jobvermittlung für Personen ab 58 ernsthaft beschäftigt...
"Good taste is the worst vice ever invented" (Edith Sitwell)
Zitat von faxefaxe im Beitrag #678 Die Gesellschaft insgesamt hat davon profitiert. Das zeigen alle maßgeblichen Indikatoren und da geht es nicht nur um Großkonzerne und Exportweltmeisterschaften. So etwas hicht anerkennen zu können, liegt meiner Meinung nach auch an der Internetblase (kognitive Verzerrung, eines meiner Lieblingsschlagworte zugegebenermaßen).
Welche Gesellschaft meinst du? Nur die Deutsche? Da magst du sogar recht haben, aber wo bleibt der Blick über den Tellerrand? Anderen kognitive Verzerrung vorzuwerfen, empfinde ich dann eher wie die Nummer mit dem Glashaus.
Das mit dem Glashaus ist zwar eine schöne rhetorische Volte, aber wie kommst Du darauf, dass ich mir nicht auch überlege, dass ich da verzerrt bin? Ich glaube, dass unser wirtschaften zu lasen anderer Länder geht. Allerdings nicht wegen der Agenda, eher wegen der Abschottung der EU nach außen (was sich durch TTIP verstärkt) zu Lasten der Entwicklungsländer. Zudem profitieren wir enorm von den Niedrigzinsen (als deutscher Staat, bei den Ersparnissen sieht es natürlich anders aus), während das für die Südeuropäer nur ein kurzer Segen war. Die haben mit den niedrigen Zinsen unsere Waren gekauft und saßen dann mit den Schulden da...von den dann noch niedrigeren Zinsen haben wir profitiert. Aber Agenda? Unsere Hausaufgaben nicht zu machen, damit die anderen EU-Länder wettbewerbsfähig sind, halte ich für zweifelhaft.
Zitat von faxefaxe im Beitrag #667Das Totschlagsgegenargument ist dann in solchen Fällen, dass die Statistik ja eh nicht stimmt.
Das ist kein Totschlagargument, das ist einfach Fakt. Ich habe eine Weile als Arbeitsvermittler in einem Jobcenter gearbeitet und weiß, wie da Leute aus der Arbeitslosenstatistik rausgestrickst werden. Fortbildungen, Ein-Euro-Jobs, alle ab 58, so läuft das in diesem System.
Die zahl der realen Beschäftigungsverhältnisse ist seit der Agenda massiv gestiegen.
Zitat von faxefaxe im Beitrag #678 Die Gesellschaft insgesamt hat davon profitiert. Das zeigen alle maßgeblichen Indikatoren und da geht es nicht nur um Großkonzerne und Exportweltmeisterschaften. So etwas hicht anerkennen zu können, liegt meiner Meinung nach auch an der Internetblase (kognitive Verzerrung, eines meiner Lieblingsschlagworte zugegebenermaßen).
Welche Gesellschaft meinst du? Nur die Deutsche? Da magst du sogar recht haben, aber wo bleibt der Blick über den Tellerrand? Anderen kognitive Verzerrung vorzuwerfen, empfinde ich dann eher wie die Nummer mit dem Glashaus.
Das mit dem Glashaus ist zwar eine schöne rhetorische Volte, aber wie kommst Du darauf, dass ich mir nicht auch überlege, was für Folgen das hat, dass ich da verzerrt bin? Ich glaube, dass unser wirtschaften zu lasen anderer Länder geht. Allerdings nicht wegen der Agenda, eher wegen der Abschottung der EU nach außen (was sich durch TTIP verstärkt) zu Lasten der Entwicklungsländer. Zudem profitieren wir enorm von den Niedrigzinsen (als deutscher Staat, bei den Ersparnissen sieht es natürlich anders aus), während das für die Südeuropäer nur ein kurzer Segen war. Die haben mit den niedrigen Zinsen unsere Waren gekauft und saßen dann mit den Schulden da...von den dann noch niedrigeren Zinsen haben wir profitiert. Aber Agenda? Unsere Hausaufgaben nicht zu machen, damit die anderen EU-Länder wettbewerbsfähig sind, halte ich für zweifelhaft.
Zitat von faxefaxe im Beitrag #685 aber wie kommst Du darauf, dass ich mir nicht auch überlege, dass ich da verzerrt bin? Ich glaube, dass unser wirtschaften zu lasen anderer Länder geht. Allerdings nicht wegen der Agenda, eher wegen der Abschottung der EU nach außen (was sich durch TTIP verstärkt) zu Lasten der Entwicklungsländer. Zudem profitieren wir enorm von den Niedrigzinsen (als deutscher Staat, bei den Ersparnissen sieht es natürlich anders aus), während das für die Südeuropäer nur ein kurzer Segen war. Die haben mit den niedrigen Zinsen unsere Waren gekauft und saßen dann mit den Schulden da...von den dann noch niedrigeren Zinsen haben wir profitiert. Aber Agenda? Unsere Hausaufgaben nicht zu machen, damit die anderen EU-Länder wettbewerbsfähig sind, halte ich für zweifelhaft.
Weil man davon nichts merkt? Allerdings glaube ich dir deine Überlegungen. Wo schottet sich de EU ab? Treiben wir keinen globalen Handel mehr? Nichts gegen Hausaufgaben machen, wenn sie aber, wenigstens zum Teil, auf Kosten anderer EU Mitglieder gehen, ist gesamteuropäisch etwas gewonnen?
Zitat von faxefaxe im Beitrag #686 Die zahl der realen Beschäftigungsverhältnisse ist seit der Agenda massiv gestiegen.
Ich glaube, dass die reinen Zahlen hier niemand bezweifelt hat und wenn man teilweise zwei Jobs braucht um über die Runden zu kommen, wundert es nicht einmal, dass die Zahl der Beschäftigungsverhältnisse gestiegen ist.
Zitat von faxefaxe im Beitrag #686Die zahl der realen Beschäftigungsverhältnisse ist seit der Agenda massiv gestiegen.
…oder auch nicht.
ZitatBerlin (dpa) - Die Arbeitsmarktreformen der Agenda 2010 haben nach einem Zeitungsbericht nicht mehr Beschäftigung gebracht.
Die Zahl der Arbeitsstunden lag im vergangenen Jahr bei 58,1 Milliarden und damit 0,3 Prozent höher als 2000, wie die «Berliner Zeitung» aus einer Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage der Linken zitierte. Im gleichen Zeitraum habe die Zahl der Erwerbstätigen um 3,3 Millionen auf 39,9 Millionen zugenommen.
Die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Sabine Zimmermann, sieht damit die Kritik ihrer Partei an den Arbeitsmarktreformen bestätigt. «Das angebliche Jobwunder der Agenda-Politik ist ein Scheinwunder. Es beruht auf der massiven Umverteilung sicherer Vollzeitjobs in viele kleine, prekäre Billigjobs», sagte Zimmermann der Zeitung.
Mit den Hartz-Reformen im Zuge der «Agenda 2010» wurde der Arbeitsmarkt flexibilisiert. Arbeitslosen- und Sozialhilfe wurden zusammengelegt. Der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hatte die Agenda bei einer Bundestagsrede am 14. März 2003 vorgestellt. (Die Zeit, 14. März 2013, 8:50 Uhr)
☟ smog in berlin. nichts wie hin. weil du mich küsst, bin ich kein tourist.