Zitatdas ist allerdings nur die radlerspezifische phänotypische ausprägung einer welle an egoismus und empathieinsuffizienz, die den gesamten öffentlichen raum erfasst hat.
Ein sehr kluger Satz, der die ganze Problematik griffig zusammenfasst.
“Troubled times, kids, we got no time for comedy.” (Phife Dawg)
meine güte, was erlebt ihr denn so tag ein tag aus? bürgerkrieg? ich finde, dass das zusammenleben von hunderttausenden von menschen auf engstem raum erstaunlich gut klappt. ausnahmen gibt's natürlich immer.
neulich aufm isarradweg: vor mir latscht vierköpfige familie händchenhaltend, die gesamte breite einnehmend. ich klingle, keine reaktion. ich muss abbremsen, klingle nochmal - mutti schiebt ihren hintern vielleicht 20 cm nach rechts - ich schlängle mich drum herum und bemerke, dass das hier ein radweg sei (fußweg läuft parallel in 10 m abstand) - wüste beschimpfungen waren mein lohn. das ist dann halt die andere seite der medaille.
Zitat von gnathonemus im Beitrag #469kleines anekdöntje für sunday:
neulich aufm isarradweg: vor mir latscht vierköpfige familie händchenhaltend, die gesamte breite einnehmend. ich klingle, keine reaktion. ich muss abbremsen, klingle nochmal - mutti schiebt ihren hintern vielleicht 20 cm nach rechts - ich schlängle mich drum herum und bemerke, dass das hier ein radweg sei (fußweg läuft parallel in 10 m abstand) - wüste beschimpfungen waren mein lohn. das ist dann halt die andere seite der medaille.
Dass die Disziplin "Schilder richtig lesen und interpretieren" anscheinend von vielen Menschen nicht beherrscht wird, ist leider wahr. Es würde aber so wenig dazu gehören, ein wenig rücksichtsvoller miteinander umzugehen. Oder einen Fehler zuzugeben. Letzteres beherrscht im Strassenverkehr aber wohl niemand.
Um Fehler zugeben zu können, braucht man Selbstbewusstsein, aber man darf zugleich nicht narzisstisch sein. Diese Kombination findet man leider nur noch selten.
“Troubled times, kids, we got no time for comedy.” (Phife Dawg)
wenn man das wort "selbstbewusstsein" auf seine ursprüngliche bedeutung zurückführt, scheidet die kombination mit narzissmus und anderen persönlichkeitsstörungen ja grundsätzlich aus. wobei ich hierbei nicht der ansicht bin, dass es sich um ein zeitphänomen handelt; das trifft mMn eher zu auf das seit jahrzehnten zunehmende kampfmutter/kronprinzchen-phänomen (vulgärpsychologisch auch als "symbiotisch gestörtes eltern-kind-verhältnis" bezeichnet), das hand in hand mit der verdrängung der kindheit aus dem öffentlichen raum in geschützte bereiche an einer unrealistischen selbst- und aussenwahrnehmung eines immer größer werdenden bevölkerungsanteils arbeitet. steile these, ich weiß, aber dafür selbstgemacht.
Ich gewinne immer mehr den Eindruck, dass es sich für die meisten Verkehrsteilnehmer bei der StVO nicht mehr um Regeln, sondern nur noch um Empfehlungen handelt.
Zitat von sunday im Beitrag #458Fahrradfahrer. Warum meinen die immer, sie können alle gegebenen Gesetze, nicht nur Strassenverkehr, sondern auch die der Höflichkeit, ignorieren?
Ich bin ja da für einen Führerschein. So absurd das auch sein mag. Ich hatte unlängst eine junge Mutter mit kleinem Kind (Vorschulalter), beide mit eigen gesteuertem Rad, auf der Straße!! vor mir. Nebeneinander. Überholen nicht möglich. Tempo unter 20. Im Gegenverkehr u.a. drei Radler mit dunklen Klamotten und alle ohne Licht. Macht sich früh gegen halb 7 richtig gut. Nicht zu reden vom rechts überholenden Radfahrer, der mir noch den Stinkefinger zeigte, als ich ihn angehupt habe, weil er unmittelbar vor dem Auto scharf nach links einschwenkte, um auf dem Fußweg weiterzufahren. Der tägliche Wahnsinn.
Die Stelle, auf die ich mich beworben habe, geht an den Kollegen eines Anzeigeblättchens. Der hat natürlich als Einzelkämpfer so eine Art Redaktionsleiter-Funktion und deshalb Leitungserfahrungen. Und auch wenn ich ihn nett finde, ist das natürlich reiner Gefälligkeitsjournalismus, den er seit vielen Jahren betreibt. Aber da muss er sich nicht mehr umstellen, um Pressesprecher einer Behörde zu sein.
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