Zitat von Berthold Heisterkamp im Beitrag #571Man wird durch die Erkrankung nicht zum „komplett asozialen Arschloch“.
Nicht immer, aber "gewalttätig" oder "komplett sexuell enthemmt" sind in meinem Verständnis gesellschaftlichen Zusammenlebens nicht gerade anerkannte Umgangsformen. Zumal ich von diesem Patienten auch tätlich angegriffen und mit dem Tod bedroht worden bin. Vielleicht hätte ich ihn zum Kaffeekränzchen einladen sollen. Ich bleibe dabei, daß man meistens zum asozialen Arschloch wird. Das ändert aber nichts daran, daß mir die Betroffenen und ihre Angehörigen furchtbar leidtun.
We don't believe in anything we dont stand for nothing. We got no "V" for victory cause we know things are tougher.
(Iggy Pop/James Williamson: "Beyond The Law")
---------------------------------------------------------------- From the river to shut the fuck up.
Dass klingt zu harmlos. Mit der Betonung auf "Verlust" landet man nicht sechs Monate in Wiesloch im Maßregelvollzug. Der Mann war krank, und ich fand das alles auch recht furchtbar, aber er war hochgefährlich. Mein Kollege mußte ihn zur Gerichtsverhandlung begleiten und bekam tagelang nicht mehr die Bilder aus dem Kopf, wie der seine Frau zugerichtet hatte.
Ich wiederhole mich: diese Menschen tun mir furchtbar leid. Sie sind aber nicht mehr sie selbst, sondern etwas komplett anderes, was mit ihnen nichts mehr zu tun hat. Und dieses Andere ist in den allermeisten Fällen sozial nicht mehr verträglich.
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Der Punkt, den ich damit machen will ist, dass diese Menschen ein Leiden haben, wodurch sie die Kontrolle über ihr Verhalten verlieren. Ebenso wie jemand, der am Steuer seines Wagens einen Herzinfarkt erleidet und andere in Mitleidenschaft zieht, ist ein Demenzerkrankter Mensch nicht Schuld an den Schäden, die er anrichtet. Ein Arschloch ist, nach meinem Dafürhalten, erst dann ein Arschloch, wenn er sich verwerflich verhält, obwohl man besseres von ihm erwarten dürfte.
☟ smog in berlin. nichts wie hin. weil du mich küsst, bin ich kein tourist.
Die Deutsche Alzheimer-Gesellschaft spricht von "Veränderungen der Persönlichkeit und des zwischenmenschlichen Verhaltens", dazu zählten "Teilnahmslosigkeit, aber auch Reizbarkeit, Taktlosigkeit und Enthemmung". Die Diagnose sei schwierig, denn verwechselt wird die Krankheit mit "psychischen Störungen wie Depression, Burn-out-Syndrom, Schizophrenie oder Manie". Auswirkungen seien "vor allem die Verhaltensauffälligkeiten, besonders Aggressionen, enthemmtes Verhalten und Unberechenbarkeit der Erkrankten, die den Angehörigen zu schaffen machen. Auch die fehlende Empathie und ein Mangel an Interesse an Angehörigen und Freunden sind oft schwer auszuhalten".
Die letzten Sechs in der Playlist: Nieve Ella - Watch It Ache and Bleed || Dawn Richard & Spencer Zahn - Quiet In a World Full of Noise || Flip Top Head - Up Like a Weather Balloon || Haley Heyndericks - Seed of a Seed || Idles - Joy As an Act of Resistance || Wild Nothing - Indigo
Ich kann die Wortwahl hier schon verstehen, das ist wahrscheinlich genau das, was die Leute denken, die mit diesen Menschen zu tun haben. Weil ja keiner weiß, dass das durch eine Krankheit kommt, noch dazu einer besonders heimtückischen organischen, für die es keine Heilung gibt.
Wo ich dem King dann aber voll und ganz zustimme: Ich denke, das erklärt so einige Berichte über Willis' seltsames Verhalten an Sets, die man ja nun tatsächlich für Arroganz gehalten hat. Wenn er ja wirklich schon Sachen vergisst, wie es heißt, scheint die Erkrankung ja auch schon weiter fortgeschritten zu sein.
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Ich verstehe wiederum, daß einigen hier meine Wortwahl nicht paßt. Aber da ich mit solchen Menschen beruflich zu tun habe/hatte, mich tatsächlich um sie kümmer(t)e und das mit enormen Risiken und nervlicher Anspannung verbunden ist/war, nehme ich mir diese Freiheit heraus. Man sucht nicht mehr nach besonders rücksichtsvollen Umschreibungen, wenn man von jemandem geschlagen wird, der herumschreit, er würde einen jetzt "fertigmachen".
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(Iggy Pop/James Williamson: "Beyond The Law")
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Ich wollte gerade ein Ticket für Avatar heute Abend kaufen und kippe hier fast vom Stuhl. Ein (!) Ticket kostet 21 Euro. Die Rechnung verstehe ich nur laut der Eintrittspreis-Angaben nicht. Drei Euro Aufschlag für Überlänge, drei Euro Aufschlag für 3D, 50 Cent Aufschlag für Online-Ticket. Und der teuerste Saal wird mit 11 Euro am Montagabend angegeben.
Das ist schon unverschämt...
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Eigentlich stimmt das. Gäbe ja auch noch zwei weitere Filme. "Die Fabelmans" (für 10,50 bis 13 Euro) oder "Sonne und Beton" für (8,50 bis bis 11 Euro).
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Bei dem Preis werde ich wohl auch umswitchen. Ich nehm dann Sonne und Beton um 20.20 Uhr.
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Während "Sonne und Beton" weiterhin abends läuft, scheint "Die Fabelmans" aber so richtig durchgefallen zu sein. Vorstellungen nur noch um 16.30 Uhr. Ich gehe momentan ja davon aus, dass ich am Montag frei habe und reingehen kann. Vermutlich sitze ich alleine im Kino.
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