Die Regenschirme von Cherbourg (F/D 1964, R: Jacques Demy, D: Catherine Deneuve, Anne Vernon, Nino Castelnuovo, Marc Michel) Diese Kleider! Diese Tapeten! Diese Wandfarben! Diese Musik! Ach, wenn ich doch nur Musicals lieben würde. Dann fände ich Die Regenschirme von Cherbourgh auch so toll, wie er es vermutlich verdient hätte. Aber ich habe nach spätestens 30 Minuten abgeschalten müssen. Jede Dialogzeile wird gesungen, mal mehr, mal weniger gut, mal mehr, mal weniger auf Michel Legrands fantastische Kompositionen passend. Das war mir dann doch zu viel. Ich hätte den Film gerne geliebt, aber das Genre macht es mir schwer. 5/10
Die letzten Sechs in der Playlist: Nieve Ella - Watch It Ache and Bleed || Dawn Richard & Spencer Zahn - Quiet In a World Full of Noise || Flip Top Head - Up Like a Weather Balloon || Haley Heyndericks - Seed of a Seed || Idles - Joy As an Act of Resistance || Wild Nothing - Indigo
huiuiui, den hab ich auch noch auf der watchlist. war mir gar nicht klar, dass das ein musical ist. damit konnte man mich früher ja auch jagen, aber mit "funny girl" und "my fair lady" bin ich schon ein bisschen auf den geschmack gekommen (im gegensatz zu "oliver!"). bin gespannt, wie ich den verkrafte ...
hier so:
paths of glory (stanley kubrick, 1957)
mal wieder einen weißen fleck auf der landkarte ausgemalt (von kubrick fehlen mir jetzt nur noch "the killing" und "lolita"). schon ziemlich gut bzgl. story, botschaft, inszenierung und v.a. mit einem grandiosen kirk douglas in der hauptrolle, aber die typische kubrick-handschrift ist noch nicht so prägnant. trotzdem, bzw. gerade jetzt wirklich sehenswert ob der dargestellten dreckigkeit der (prä)modernen kriegsführung.
human nature (michel gondry, 2001)
gondrys spielfilm-debut, das sich ein wenig wie eine kreuzung aus tarzan-filmen und truffauts "wolfsjunge" ausnimmt - allerdings total grotesk und überkandidelt und insoweit nicht ungewohnt was gondrys filme betrifft, allerdings mit einem recht grobschlächtigen humor ausgestattet, der leider oft gar nicht zündet und die zivilisationskritik ist auch etwas plump verpackt. sehenswert ist er trotzdem - allein wegen der besetzung: tim robbins, patricia arquette, rhys ifans und miranda otto.
the matrix (the wachowskis, 1999)
der hat wirklich kaum was von seinen reizen eingebüßt. die liegen zwar vornehmlich an der oberfläche, aber hey, einem film der solche maßstäbe gesetzt hat, verzeiht man auch die eine oder andere untiefe oder holprigkeit in der story, aber auch die hat noch genügend gehalt und stringenz, sodass man sich gerne auf die reise mitnehmen lässt. nein, über den lasse ich nichts kommen - egal was die wachowskis danach an filmischem müll abgeladen haben (inklusive der sequels).
thelma & louise (ridley scott, 1991)
noch so ein klassiker aus den 90ern, den ich immer wieder anschauen kann. fantastisch, wie scott und die beiden hauptdarstellerinnen (susan sarandon, geena davis) hier die balance zwischen der brutalität ihres ausbruchs aus ihren vermeintlichen schicksalen und den momenten der leichtigkeit herstellen. und dann sind da noch diese breitwandshots dieser monumentalen landschaften und der tolle soundtrack (+ brad pitts oberkörper ). schmelz ...
labyrinth of cinema (nobuhiko obayashi, 2019)
der letzte film des schöpfers von "hausu", diesem bizarren und famosen schulmädchen-im-haunted-house-fantasy-horrorquatsch aus den 70ern. andere seiner filme kenne ich nicht, aber anscheinend hat er eine gewisse stilistik von damals beibehalten - nämlich die total artifizielle, nicht selten in den kitsch lappende, collagen-artige bildsprache. das thema ist ungleich ernsthafter - nämlich die geschichte von japans kriegen - die in filmen dargestellt werden, die in der letzten vorstellung eines kinos, das danach endgültig schließt, gezeigt werden. die hauptdarsteller, drei jungs und ein mädchen, sitzen im publikum, spielen aber auch gleichzeitig in den filmen mit. klingt verwirrend? ist es auch - aber wie! lineare erzählweise my ass; es wird wild (aber keinesfalls chaotisch) zwischen verschiedenen ebenen hin und her gehüpft (realität/film, vergangenheit/gegenwart, militär/zivilbevölkerung, etc. pp.), sich selbst sowie andere cineastische wie literarische quellen zitierend, gesungen, getanzt, gemordet und die hand an sich selbst angelegt. und das alles über 3 stunden hinweg. am stück habe ich das nicht geschafft - allein schon, weil - parallel zur wilden montage-technik - auch die dialoge bzw. untertitel in einem stakkato auf einen einprasseln, das doch sehr ermüdend ist. aber das interesse bleibt erhalten und so hab ich ihn heute auch wirklich gerne zuende geschaut. ein absolut irres ding - aber lohnend.
Belfast Kenneth Branagh erzählt die Geschichte einer verboten gut aussehenden jungen Familie aus Belfast in den späten Sechzigern, die mit dem Konflikt zwischen Katholiken eigentlich gar nichts zu tun haben will, aber in einer Straße lebt, die ständig von Unruhen heimgesucht wird. Eigentlich ist der Ansatz vielversprechend, diese Geschichte aus der Sicht einer Familie zu schildern, die nur ihre Söhne in Frieden großziehen will. Und auch der naive Blick des von Jude Hill sehr süß gespielten „Buddy“ funktioniert zum Teil gut. Dann wieder ist der Film aber irgendwie inkonsequent und bricht ohne erkennbare Gründe mit dieser kindlichen Perspektive. Dadurch wirkt das alles irgendwie ein bisschen zusammengewürfelt, als hätte man sich nicht entscheiden können zwischen bierernstem Historienfilm, herzerwärmender Kindheitserzählung, Familiendrama und Kunstfilm. Das Changieren zwischen Memoire und Parodie untergräbt die Filmrealität ein bisschen zu doll und hebelt sie gleichzeitig nicht genug aus, um künstlerisch wirklich interessant zu sein. Und manchmal ist er dann auch einfach ein bisschen kitschig. Deshalb bleibt „Belfast“ leider hinter seinem Potential zurück, obwohl lauter sehr sympathische und gute Schauspieler*innen darin mitmischen und einige Szenen sehr berührend waren.
Merkwürdiges Casting übrigens: Judy Dench und Ciaran Hinds spielen Oma und Opa mit 18 Jahren Altersunterschied, den man ganz schön deutlich sieht.
Sightseers (2012; Amazon Prime) Eine sehr, sehr schwarze Komödie um ein Pärchen, das mit dem Wohnwagen England bereist, um allerlei Sehenswürdigkeiten abzuchecken. Dabei begegnen ihnen allerdings entschieden zu viele entschieden zu nervige Menschen, die zur Ordnung gerufen werden müssen. Ich habe herzlich gelacht, auch, wenn's stellenweise wirklich arg düster wurde. Nichts für schwache Nerven, weil relativ blutig. Gegen Ende hätte man die Story ein bisschen straffen können, aber DAS ENDE ist dann wieder ziemlich gut. 4/5
Pig (2021; Amazon Prime) Ex-Sternekoch Rob lebt im Wald und sucht mit seiner treuen Schweinedame Trüffel. Dabei ist er so erfolgreich, dass eines nachts sein Schwein entführt wird. Er muss also widerwillig zurück in die Stadt, um das Tier zurückzukriegen. Tja, was soll ich sagen? So richtig verstanden hab ich den Film nicht, aber genossen hab ich ihn durchaus. Das ganze Setting ist seltsam schräg und einige der Ideen so detailliert, aber dabei so abstrus, dass ich immer noch nicht fassen kann, wie man auf so etwas kommt. Bewerten kann ich den Film nicht, aber ich kann sagen, dass er mich sehr berührt hat und wohl noch eine Weile beschäftigen wird. Genial gespielt übrigens - Nicolas Cage hat es einfach drauf.
Windfall (2022, Netflix) Typ bricht in Villa ein, um mal ein bisschen so zu leben wie die Reichen und Schönen - und um ein bisschen Kohle einzustreichen, natürlich. Dummerweise kommt der Besitzer mitsamt Frau überraschend nach Hause, sodass unser Einbrecher sich plötzlich mit den beiden auseinandersetzen muss. Aufgrund einer Verkerttung unglücklicher Umstände muss er das sogar gleich über zwei Tage. Natürlich endet so ein Szenario nicht für alle Beteiligten gut. Ein sehr unterhaltsames Kammerspiel (wenn auch auf großem Anwesen) für einen verregneten Tag. Alle Figuren sind selbstgerechte Arschlöcher, sodass man andauernd die eigenen Sympathien hinterfagen und verschieben muss. Toll gespielt von Jason Segel, Lily Collins und Jesse Plemons. Die Story ist verschroben genug, um fast über die Länge des Films zu tragen, aber die Dialoge nerven irgendwann. Ein bisschen Kürzen hätte nicht geschadet. 3,5/5
You all want the whole world to be changed so you will be different.
Ein verborgenes Leben (USA/GB/D 2019, R: Terrence Malick, D: August Diehl, Valerie Pachner, Matthias Schoenaerts, Bruno Ganz, Maria Simon) Bisher ist meine Meinung zu Malick-Filmen sehr zwiegespalten. "Der schmale Grat" finde ich großartig, "In der Glut des Südens" und "The Tree of Life" waren da eher anstrengend. Deshalb hatte ich Respekt vor "Ein verborgenes Leben", denn mit knapp drei Stunden ist es Malicks längster Film. Und was soll ich sagen: Ich habe mich in keiner Minute gelangweilt. Im Gegenteil: Die 174 Minuten waren großartig, der Film komplett bedrückend. Befremdlich war es nur, einen Film, der komplett in Östereich und Deutschland spielt und in dem deutschsprachige Schauspieler auftreten, auf Englisch zu schauen - aber Mubi (mein 1-Euro-Abo läuft in vier Tagen aus) gab es keine andere Version. Erzählt wird die Geschichte von Franz Jägerstätter aus dem oberösterreichischen 500-Seelen-Dorf St. Radegund, das ironischerweise im Bezirk Braunau liegt, in dem Adolf Hitler geboren wurde. Jägerstätter führt 1940 ein ruhiges Leben mit seiner Frau und seinen drei Töchtern. Der Landwirt bewirtschaftet seinen Hof in der Idylle. Der Zweite Weltkrieg ist weit weg. Das ändert sich allerdings, als Jägerstätter zur Grundausbildung einberufen wird. Er erkennt, dass er niemals den Eid auf Adolf Hitler schwören kann. Als er schließlich 1943 einberufen wird, hält er sich auch daran. Bis zu seiner Hinrichtung in Berlin ein paar Monate später wird er für immer ein freier Mann sein. Das ist auch das, was Malick mit seinen Bildern zeigt. Jägerstätter ist frei, das betont er im Film auch einmal, als er im Gefängnis sitzt und wieder einmal misshandelt wird. Die Landschaftsaufnahmen im Dorf, in dem die Stimmung zunehmend feindseliger gegenüber Jägerstätters Familie wird, bilden einen großen Kontrast zu den Gefängnisszenen. Langsame Landschaftsaufnahmen wechseln sich zum Schluss mit den schnell geschnittenen Folterszenen ab. Ein Film, der zeigt, dass man auch ohne viel Besitz, zufrieden sein kann. Und ein Film, der vor allen Dinge zeigt, dass man morgens in den Spiegel schauen kann. 9/10
Die letzten Sechs in der Playlist: Nieve Ella - Watch It Ache and Bleed || Dawn Richard & Spencer Zahn - Quiet In a World Full of Noise || Flip Top Head - Up Like a Weather Balloon || Haley Heyndericks - Seed of a Seed || Idles - Joy As an Act of Resistance || Wild Nothing - Indigo
Good Time Der Film ist jetzt nicht schlecht, aber so ganz kann ich seinen guten Ruf auch nicht nachvollziehen. Über weite Teile hat er mich gestresst (kann man natürlich effektive Filmkunst nennen), es lag aber vor allem am Soundtrack von Oneohtrix Point Never, der mir etwas auf die Nerven ging. Vor allem aber war ich ununterbrochen irgendwie ärgerlich über Robert Pattinsons Figur, die einfach mal 100 Minuten lang zuverlässig immer die falsche Entscheidung trifft. Durchwachsen.
Death on the Nile Extrem konventionelles Whodunnit-Teil mit sehr hübschen Menschen. Kann man mal an nem faulen Sonntagabend gucken, wenn man den Kopf nicht anschalten will und grundsätzlich was für diese formelhaften Agatha-Christie-Dinger übrig hat. Unangenehm unkritisch-kolonialistische Untertöne ab und zu, vermutlich irgendwie der dargestellten Epoche angemessen. Hätte man wohl modernisieren können. Wie auch schon bei „Murder on the Orient Express“ fragt man sich hier irgendwann, warum es eine Neuauflage brauchte, weil inhaltlich alles so konventionell gehalten ist, dass wohl auch eine der letzten Verfilmungen es getan hätte.
Zitat von Quork im Beitrag #4671Good Time Der Film ist jetzt nicht schlecht, aber so ganz kann ich seinen guten Ruf auch nicht nachvollziehen. Über weite Teile hat er mich gestresst (kann man natürlich effektive Filmkunst nennen), es lag aber vor allem am Soundtrack von Oneohtrix Point Never, der mir etwas auf die Nerven ging. Vor allem aber war ich ununterbrochen irgendwie ärgerlich über Robert Pattinsons Figur, die einfach mal 100 Minuten lang zuverlässig immer die falsche Entscheidung trifft. Durchwachsen.
Ja, ein Quell der falschen Entscheidungen und endlich mal ein New York im komplett ranzigen, unsexy Look. Ich fand den stilistisch ziemlich super
Was für ein bemerkenswerter Film. Jedes Tagebuch, in das entweder ich oder irgendjemand meiner Generation auch nur ein Wort des Zweifels geschrieben hat, auf diese Art verfilmt zu sehen, macht beinahe sprachlos. Die etwas ernste große Schwester von "Frances Ha" (den ich ja eh liebe) über eine junge Frau, die etwas wollte, dann aber nicht mehr, die nicht weiß, warum sie wieder etwas anderes will, aber dann doch nur ein bisschen Liebe, aber nicht wie und schon gar nicht von wem. 2x die Tränen ausgepackt dafür. Wow. Wow. Wow.
Benedetta [2021] (bei Amazon geliehen)
Verhoevens Retelling der Geschichte einer lesbischen Nonne des 16. Jahrhunderts, die sich als Sprachrohr Gottes sah, um in der Nacht ein anderes Rohr Gottes mit einer Glaubensschwester für nie dagewesen Frivolitäten zu zweckentfremden, kommt etwas fader daher als man meint. Die echte Geschichte liest sich aber sehr spannend.
Martha Marcy May Marlene [2011] (Disney+)
Eine junge Frau entkommt einem Kult. Irgendwie. Aber geht das überhaupt? Stark. Die Szenen vom Hof selbst hätte ich evtl gar nicht gebraucht, andererseits zeigen sie auch wie armselig und uninspiriert das alles abläuft und gar nicht diese große alles übertrahlende Ideologie dahintersteckt, sondern nur dieses Gefühl von "du bist nicht mehr alleine" bis zur Selbstaufgabe. diese Ohnmacht des nicht darüber sprechen wollen, das erneute Wegdriften von den wenigen Menschen, die einem Schutz bieten können, sich aber beide nicht wirklich geändert haben, was den Heilungsprozess so kompliziert gestaltet und die große Antwort fehlt, das war toll erzählt.
CODA [2021] (Apple+)
Nett. Wessen Vater ein Depp ist, wird hier natürlich heulen. Es mag ja sein, dass hier viel Malen nach Zahlen betrieben wird, aber den kann man sich ruhig mal anschauen. Passion, Talent und wie man mit Verantwortung umgeht, die man gar nicht will, wird hier schön beschrieben. Und überhaupt: Wie viele FIlme über Gehörlose sieht man so in der Regel?
Wishmaster [1997] (Prime)
Diese mit schlechtem CGI versehenen Fantasy-Horror-Gurken der 90er gehen bei mir halt immer. Aber empfehlen werde ich das natürlich niemandem.
Supermarkt [1974] (Mubi)
Mein erster Klick und zum Glück hat es gleich Klick gemacht. Hamburg habe ich gar nicht viel sauberer in Erinnerung muss ich sagen. Die filmischen 70er Deutschlands werden nie mein Jahrzehnt sein, aber immer wieder entdeckt man so seine Perlen.
retfærdighedens ryttere (aka "riders of justice" aka "helden der wahrscheinlichkeit" [gnlm, was soll denn dieser deutsche titel schon wieder?], anders thomas jensen, 2021)
absolut wahnwitziger rachefeldzug eines unfähigen, aber äußerst wehrhaften familienvaters der bei einem zugunglück seine frau verliert und den ein paar nerds davon überzeugen, dass sie opfer eines anschlags wurde. nebenbei versucht er unbeholfen, das gestörte verhältnis zu seiner trauernden, rebellierenden tochter zu verbessern. und das ist alles so komplett drüber, dass man es in keinem augenblick in frage stellt - ultrabrutal, lustig und dann auch oft wieder herzerwärmend und rührend - den muss man einfach lieben. und mads mikkelsen ist mal wieder der größte!
juha (aki kaurismäki, 1999)
kaurismäki toppt kaurismäkis minimalismus. mit farbe hat er ja schon öfter gegeizt, mit dialogen und komplexen stories auch, hier hat er aber auch (fast) komplett den ton weggelassen (bis auf eine gesangsdarbietung und ein paar soundeffekte). er lässt einfach seine tollen bilder sprechen und die ausdrucksstärke seiner schauspieler*innen (kati outinen! und auch andré wilms: ganz großartig). mehr kann man vom kino nicht verlangen.
game night (john francis daley, jonathan goldstein, 2018)
eine schön alberne farce, die anscheinend finchers "the game" ein bisschen aufs korn genommen hat, aber sicherlich unter der deutschen synchro eingebüßt hat (die ov hat sich beim besten willen nicht einstellen lassen, obwohl es die option hätte geben sollen). hab mich trotzdem gut amüsiert.
Zitat von G. Freeman im Beitrag #4673Benedetta [2021] (bei Amazon geliehen)
Verhoevens Retelling der Geschichte einer lesbischen Nonne des 16. Jahrhunderts, die sich als Sprachrohr Gottes sah, um in der Nacht ein anderes Rohr Gottes mit einer Glaubensschwester für nie dagewesen Frivolitäten zu zweckentfremden, kommt etwas fader daher als man meint. Die echte Geschichte liest sich aber sehr spannend.
dass er zu fad wäre, sehe ich eigentlich nicht so. paul verhoeven hat viel mehr eine ganz andere interpretation der religiosität (spiritualität, ...) anhand seiner hauptfigur zur diskussion gestellt, nämlich dass die fleischliche liebe nichts anderes sei, als die liebe zu gott ... und dass die auch nicht immer konfliktfrei und harmonisch abläuft. dass benedetta selbst dabei nicht immer sympathisch und bei aller vergeistigtheit ganz schön profan und berechnend rüberkommt, ist eine zutiefst humanistische botschaft und das ist es, was verhoevens filme immer so wertvoll macht. ja, auch "basic instinct", "robocop" und "starship troopers" ("showgirls" noch nicht gesehen habend). allerdings kommt "benedetta" aus verschiedenen gründen, die ich mir und euch jetzt erspare, nicht an die vorher genannten ran (und v.a. nicht an "elle" - für mich verhoevens bisheriges meisterwerk).
Zitat von Olsen im Beitrag #4676Freue mich immer, wenn man mal andere Kaurismäki-Afficionados trifft. Es gibt nicht mehr viele. Oder hat es nie gegeben.
ja, leider. der letzte, den ich im kino gesehen habe, war "le havre". außer mir waren da vielleicht noch 5 leute, obwohl der für seine verhältnisse geradezu mainstream war. den nächsten (und bisher letzten) habe ich dann komplett verpasst, weil der praktisch nirgendwo lief.
Den habe ich auch erst neulich gesehen, als er auf Arte lief. War gewohnt gut. Gibt aber eh so gut wie nichts von ihm, das schwach ist. Auf Anhieb fällt mir nur der zweite "Leningrad Cowboys" ein.
Zitat von Vermooste_Pfote im Beitrag #4677Kati Outinen eine verdammt tolle Schauspielerin, da stimme ich Gnatho voll und ganz zu.
eine der größten überhaupt. eine, die ihre rollen nicht spielt, sondern voll und ganz verkörpert und mit ganz sparsamen mitteln, ganz, ganz viel transportiert. sie ist da isabelle huppert nicht unähnlich, obwohl die beiden von einem komplett unterschiedlichen typus sind.