Zitat von gnathonemus im Beitrag #3553v for vendetta (james mcteigue, 2005)
Ich mag den weiterhin sehr. Lustig, daß sich der Comicautor distanziert hat ... habe einen Band der Reihe gelesen und fand ihn im Film 1:1 umgesetzt. Schon blöd, wenn einem irgendwann sein eigenes Werk peinlich ist.
Naja, Alan Moore schimpft gegen alles und jeden, und hat an Verfilmungen seiner Werke grundsätzlich nie ein gutes Haar gelassen.
☟ smog in berlin. nichts wie hin. weil du mich küsst, bin ich kein tourist.
Dann verstehe ich das noch weniger. Dann unterlasse ich es gleich, meinen Kram verfilmen zu lassen, außer ich brauche dringend Geld. Dafür würde ich aber nicht meine Reputation opfern. Irgendwie sind alte Dauernörgler nicht immer unterhaltsam.
We don't believe in anything we dont stand for nothing. We got no "V" for victory cause we know things are tougher.
(Iggy Pop/James Williamson: "Beyond The Law")
---------------------------------------------------------------- From the river to shut the fuck up.
Drama über den Verleugnungsprozeß 1993 des rechtsextremen Historikers und Holocaustleugners David Irving gegen Deborah Lipstadt (Professorin für Holocaust-Studien) , von der er sich verunglimpft fühlte und der mit dessen krachender Niederlage endete. Ein recht interessant zu verfolgender Film, an dem mich aber zwei Sachen störten. Zum ersten ein Schauspieler, der Irving null ähnlich sah und versuchte, diesen als lächerlichen und leicht tütteligen alten Kauz darzustellen, was dieses Arschloch zu dieser Zeit definitiv noch nicht war; solche offensichtlich manipulativen Methoden finde ich albern und historisch ungenau. Zum anderen natürlich Pathos. Auch etwas, was mir in solchen Filmen auch zunehmend auf den Senkel geht, sei es nun dieser, oder (ganz schlimm) beispielsweise "Amistad"; mittlerweile bevorzuge ich in solchen Fällen lieber Sachbücher, weil mich solch offensichtliche Instrumentierung des Zuschauers (in meinem Fall zumindest der Versuch davon), die auf Kosten historischer Genauigkeit geht und sich immer gleicher Stilmittel bedient allmählich nervt, und ich mir zutraue, mir selbst meinen Teil zu denken, ohne daß mich jemand anschiebt. Aber es geht hier nur um mich; sollte das trotzdem seinen Zweck erfüllen, ab dafür, aber ich muß mir derartiges echt nicht mehr geben. Irgendwie laufen das Medium "Film" und ich gerade in entgegengesetzte Richtungen.
We don't believe in anything we dont stand for nothing. We got no "V" for victory cause we know things are tougher.
(Iggy Pop/James Williamson: "Beyond The Law")
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Zitat von King Bronkowitz im Beitrag #3558Zum ersten ein Schauspieler, der Irving null ähnlich sah und versuchte, diesen als lächerlichen und leicht tütteligen alten Kauz darzustellen, was dieses Arschloch zu dieser Zeit definitiv noch nicht war
Um das noch zu ergänzen: der war damals Mitte 50 und trat auf wie eine Mischung aus Dressman und Vorstehhund. Der Schauspieler erinnerte eher an Ralph Bellamy.
We don't believe in anything we dont stand for nothing. We got no "V" for victory cause we know things are tougher.
(Iggy Pop/James Williamson: "Beyond The Law")
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Zitat von zickzack im Beitrag #3563Uncle Frank. Toll.
echt? warum?
hier ein kandidat für den thread "diese dvd/blu-ray verlässt meine sammlung endgültig":
the shape of water (guillermo del toro, 2017)
jetzt zum dritten mal gesehen (1 x kino, 2 x blu-ray) und mir ist es immer noch nicht gelungen, das besondere dieses films zu ergründen. den tollen look und die ausstattung hat del toro - ähnlich wie tim burton - einfach drauf, mir gefällt das schon; und schauspielerisch ist das dank sally hawkins, michael shannon, octavia spencer, etc. auch beachtlich, aber bitte - diese story trieft vor kitsch, macht zwar einen auf kontrovers weil sich hawkins erst regelmäßig selbst befriedigt und dann sex mit einer anderen lebensform hat, aber ansonsten ist das doch ein höchst naives märchen. nicht, dass das keine berechtigung hätte, aber drölfzig oscar-nominierungen und immerhin 4 gewonnen - nee, nee, nee. das muss man sich auf der zunge zergehen lassen: nominiert waren "call me by your name", "three billboards outside of ebbing, missouri", "lady bird", "get out", "phantom thread" und "dunkirk"- jeder einzelne hätte die auszeichnung verdient gehabt, aber echt nicht dieses filmchen.
Ich finde, dass dieser Hinweis auf die paranoide, bigotte und durch Intoleranz geprägte McCarthy-Ära schon mehr war, als nur ein Märchen-Filmchen. Gerade im Hinblick auf heutige Backlash-Bewegungen, vor allem, aber nicht nur in den USA, war das ein Statement, und ein gutes, wie ich finde.
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Zitat von Lumich im Beitrag #3565Ich finde, dass dieser Hinweis auf die paranoide, bigotte und durch Intoleranz geprägte McCarthy-Ära schon mehr war, als nur ein Märchen-Filmchen. Gerade im Hinblick auf heutige Backlash-Bewegungen, vor allem, aber nicht nur in den USA, war das ein Statement, und ein gutes, wie ich finde.
meinetwegen, ich finde den film ja auch nicht furchtbar schlecht und wenn er seine botschaft verbreitet - auch gut, mir ist das halt zu naiv und kitschig und eben im vergleich zu den konkurrenten kann er nicht anstinken, aber da passt er ja ganz hervorragend in die geschichte der oskarvergabe.
Zitat von G. Freeman im Beitrag #3566Zustimmung zwar, was den öden "Shape Of Water" angeht, aber keine was den lahmen, lauwarmen "Three Billboards" betrifft.
lahm? lauwarm? da müssen wir wohl unterschiedliche filme gesehen haben.
#teamfreeman ich konnte mich bei dem im ersten moment an 5% der handlung erinnern, irgendwas mit rassismus, polizei, spielte rockwell den sohn von mcdormand ?