Führer Ex Aus der Reihe „Laiendarsteller töten Film“. Der wäre auch sonst inhaltlich etwas mit der groben Kelle gebaut gewesen, aber diese ganzen Dilettanten in den Nebenrollen machen ihn unfreiwillig komisch. Außerdem gibt es das künstlichste Kunstblut seit den 50er Jahren zu sehen. (5/10)
The Fan Tony Scott im Stilistik-Rausch, muss man eigentlich mal gesehen haben. Robert DeNiro hat jedenfalls Spaß an seiner Rolle und mit einem besseren Regisseur hätte das ein besserer Film über Sport-Fanatismus werden können. Ich fühlte mich gut unterhalten. (7/10)
Maelström Denis Villeneuves Zweitling ist ein Film aus der Reihe „wtf did I just watch“. Er beginnt als symbolbeladenes Existentialismusdrama, in der zweiten Hälfte drängen sich dann Elemente von schwarzem Humor in den Vordergrund. Ein ganz seltsamer Tonartswechsel, muss man mal gesehen haben. Was es mit den Fischen auf sich hatte, hab ich bis zum Schluss nicht verstanden. Ist zwar noch nicht Villeneuve auf Höchstniveau, aber die Ansätze sind alle schon da. (7/10)
Stranger Things - Season 1 (USA 2016, D: Winona Ryder, David Harbour, Fynn Wolfhard, Millie Bobby Brown) Eine durchgehend sehr gute bis grandiose erste Staffel. Natürlich mit einem 80er-Jahre-Zitat nach dem anderen. Aber die Darsteller sind allesamt toll, die Story schön mystisch und die Mischung aus Humor und Mystery ist toll. 8/10
The Crown - Season 5 (GB 2022, D: Imelda Staunton, Jonathan Pryce, Leslie Manville, Dominic West, Elizabeth Debicki, Jonny Lee Miller) Die Warnungen waren da. Und nach meinem eigenen System hätte ich die Staffel gar nicht erst geschaut. Habe sie dann aber doch mit der Liebsten geschaut und mich teilweise sehr gelangweilt. Die Serie ist mittlerweile zu nah dran an der Gegenwart. Charles und Diana sind hier absolut furchtbare Menschen, wobei Dominic West als Charles viel zu hart und männlich rüberkommt. Da war der junge Charles deutlich besser gecastet. Und nichts gegen Elizabeth Debicki. Aber ihr Schauspiel besteht hier nur aus dem traurigen Diana-Hundeblick von unten. Dass sie mit ihrer Größe jeden Darsteller, auch Dominic West, überragt, ist dann ärgerlich. Nur ganz selten blitzt hier die Klasse durch. Toll ausgestattet ist die Serie aber immer noch. Mein Highlight ist übrigens Jonny Lee Miller als John Major. 7/10
Drei Haselnüsse für Aschenbrödel (CSSR/DDR 1973, R: Václav Vorlicek, D: Libuse Safránková, Pavel Trávnicek, Carola Braunbock, Rolf Hoppe) Eine Aschenbrödel-Entjungferung mit Mitte 40 ist vor allem eines: Viel zu spät. Als Kind hätte mich die Märchen-Umsetzung vielleicht fasziniert und würde es heute noch tun. Aber wenn man den Film im Jahr 2022 zum ersten Mal sieht, muss man sagen: Man merkt ihm in jeder Hinsicht seine 50 Jahre an. Das Aschenbrödel ist natürlich herzallerliebst. Und genau das ist auch der Film: Lieb. 6/10
Das Kabinett des Doktor Parnassus (GB/F/CDN 2009, R: Terry Gilliam, D: Christopher Plummer, Lily Cole, Heath Ledger, Andrew Garfield) Der Film ist traurigerweise in die Geschichte eingegangen. Denn während der Dreharbeiten starb Heath Ledger an einer Überdosis und wurde in manchen Szenen von Johnny Depp, Jude Law und Colin Farrell ersetzt. Dass das trotzdem passt, liegt am Inhalt. Denn besagter Doktor Parnassus fährt mit Tochter Valentina, dem Zauberer Anton und Zwerg Percy als Wanderzirkus durch die Gegend. Das Highlight ist das Imaginarium: Hinter einem Spiegel erstreckt sich eine Traumwelt, in der sich die Wünsche des Besuchers zeigen. Als der Zirkus einem Mann das Leben rettet und ihn aufnimmt, stellt sich heraus, dass er ein echter Menschenfänger ist. Allerdings verbirgt er auch etwas. Und Parnassus selbst hat nicht nur ein Problem mit dem Alkohol, sondern auch eines mit dem Wetten - und spielt ausgerechnet mit dem teuflischen Mr. Nick (Tom Waits). Terry Gilliam ist hier ein opulent ausgestattetes, bildgewaltiges Faust'sches Drama gelungen, dessen Inhalt leider ganz klar hinter dem Stil zurücksteht. Oder anders gesagt: Viel Lärm um Nichts. 6/10
Die letzten Sechs in der Playlist: Nieve Ella - Watch It Ache and Bleed || Dawn Richard & Spencer Zahn - Quiet In a World Full of Noise || Flip Top Head - Up Like a Weather Balloon || Haley Heyndericks - Seed of a Seed || Idles - Joy As an Act of Resistance || Wild Nothing - Indigo
wow, was für ein film für die immer noch ziemlich muffigen frühen 60er. ein junger schwuler mann wird von der polizei verfolgt, weil er bei seinem arbeitgeber eine beträchtliche summe veruntreut hat. auf der flucht versucht er, einen staranwalt (dirk bogarde) zu kontaktieren, mit dem er ein kurzzeitiges techtelmechtel hatte. doch dieser vermeidet den kontakt und nachdem der junge festgenommen wird, erfährt er nur noch von dessen selbstmord; außerdem dass gewisse anhaltspunkte vorliegen, dass die beiden etwas miteinander zu tun hatten und dass der grund für den diebstahl vermutlich erpressung gewesen ist. in der folge häufen sich die erpressungsfälle und angriffe auf homosexuelle. der anwalt, selbstverständlich ungeoutet und "glücklich" verheiratet, nimmt den kampf auf, obwohl es ihn seine karriere und sein privatleben kosten könnte ... . großartig in jeder hinsicht. mehr will ich dazu gar nicht sagen.
seoul station (sang-ho yeon, 2016)
das animierte prequel zu "train to busan" ... angeblich, denn es passt nicht wirklich zusammen, aber ich will nicht verraten warum, um nicht zu spoilern. die seuche nimmt also am bahnhof von seoul seinen ausgang und breitet sich rasend in der hauptstadt aus. inmitten des chaos irrt ein junges mädchen umher und versucht zunehmend verzweifelt, kontakt zu ihrem freund und ihrem vater, die sie gemeinsam suchen, aufzunehmen. die story ist o.k., holpert zwar hie und da, aber spannung ist durchaus da. leider ist die animation trotz des ansprechenden zeichenstils ziemlich hölzern, die protagonisten agieren, wie so oft in solchen filmen, reichlich unglaubwürdig bescheuert, aber das schlimmste war - mal wieder - die synchro. dialogbuch übersetzen und filmbegleitend vorlesen ... das isses halt nicht. wer zum teufel winkt so was durch?
porcile (pier paolo pasolini, 1969)
"der schweinestall" also, aber die gleichnamige story ist nur ein teil dieser zwei im film verwobenen geschichten. "orgia" ist die andere. erstere spielt in nachkriegswestdeutschland, wo sich ein paar industrielle mit nazivergangenheit (u.a. ugo tognazzi), sowie deren brut, die gewisse rebellische tendenzen zeigt (jean-pierre leaud & anne wiazemsky), totquasseln, während in letzterer ein verwirrter junger mann an den hängen des ätna herumstrolcht und zusehends dem kannibalismus verfällt. das ist natürlich genauso kunstquatsch, wie faszinierend und - wenn man sich tatsächlich gedanken darüber machen will - ergänzen sich diese beiden erzählungen trotz ihrer fast konträren unterschiedlichkeit perfekt. pasolini halt. like it or not. i like.
Hand hoch, wer hat von diesem Film schon mal etwas gehört? Es handelt sich um den frühesten noch erhaltenen Animationsfilm der Welt, aus dem Jahr 1926 und aus Deutschland. Damit befinden wir uns knietief im deutschen Expressionismus - und mein lieber Herr Minarettsverwalter, liefert dieses Teil ab! Einhundert Prozent künstlerischer Ausdruck und einhundert Prozent Emotion, da es sich um einen Stummfilm handelt. Regisseurin Lotte Reiniger war eine Meisterin ihres Faches, ihre Scherenschnitt-Silhouetten-Animation ist einfach fantastisch. Die Geschichte ist ebenfalls sehr schön, in einer gerechteren Welt würde dieser Film zum nationalen Kulturgut erhoben und einmal im Jahr an einem speziellen Tag im Fernsehen gezeigt.
10 von 10 Zauberpferden
Nehmt euch die Stunde Zeit mal, es lohnt sich sehr:
sehe ich völlig anders, als herr freeman in seiner kritik. mmn muss man über die eater gar nichts näheres wissen (das ist eigentlich auch keine wirkliche "sub society" - es gibt eine (vererbte) gemeinsamkeit und man erkennt sich gegenseitig, aber wie sich bei diversen begegnungen zeigt, führt das nicht zwangsläufig zu einem gemeinschaftsgefühl oder einer solidarisierung untereinander
- was wiederum sully völlig missversteht - weshalb er dann auch austickt
). auch um moral geht's guadagnino nicht, sondern ums außenseitertum, anders- und verlorensein und natürlich diese wundervolle romanze zwischen maren und lee, die dank der tollen chemie zwischen taylor russel und timothee chalamet und natürlich der regie absolut bezaubert (mich zumindest), obwohl so gut wie keine körperliche liebe gezeigt wird. ja, der film hat seine schwächen, einige erzählstränge tragen nicht viel zur geschichte bei und damit ist der film auch eine spur zu lang geraten, dafür entschädigen aber wiederum die grandiosen bilder und der ganz und gar nicht gurkige soundtrack von trent reznor und atticus ross. nein, an "suspiria" oder "call me by your name" kommt er nicht ran, aber einer der bemerkenswertesten filme des jahres ist er allemal.
the worst person in the world (joachim trier (2021)
und wieder schafft es trier (nach "reprise", "oslo, august 31st", "louder than bombs" und "thelma") nicht, mich zu enttäuschen :-) ... und eskil vogt (drehbuchmitautor) begeistert auch schon das zweite mal innerhalb eines jahres (neben "the innocents"). es geht um julia, eine junge frau, die vor lauter ambitionen nix auf die reihe bekommt; erst im berufsleben und dann auch in der beziehung mit dem comic-zeichner aksel ... und die darstellung dieses scheiterns gelingt ganz ohne blaming or shaming, obwohl man die protagonisten manchmal ohrfeigen möchte, ob ihrer dusseligkeit - aber im anschluss, gleich wieder knuddeln, weil sie so liebenswürdig sind. und das macht die wahrhaftigkeit des films aus und oslo ist so schön und renate reinsve und anders danielsen lie spielen so toll. hach, was für ein großartiger film!
nenette et boni (claire denis, 1996)
in brutaler skizzenhaftigkeit und mit gnadenlos subjektiver kamera wird die geschichte des titelgebenden geschwisterpaars erzählt. der ältere bruder schlägt sich als pizzabäcker mit einem klapprigen food-truck durch, sie - zarte 14 und schwanger - ist aus dem internat ausgebüxt und dringt unerwünscht in sein slacker-leben ein. und doch entwickelt sich nach und nach eine zarte wiederannäherung der beiden, obwohl sie sich ständig bis aufs blut zoffen. nebenher werden, scheinbar zusammenhanglos, szenen aus der näheren bis peripheren umgebung der beiden gezeigt und man fragt sich, was der scheiß soll, aber die runden dieses porträt der ränder der gesellschaft kongenial ab und so fügt sich dieses vermeintliche filmische chaos zu einem stimmigen gesamtbild. eine herausvorderung, die sich auszahlt.
hier händchen tatsächlich hoch, aber bei mir stand der film ewig vergessen am unteren ende der bucketliste rum. danke fürs erinnern, wird über die feiertage nachgeholt!
tja, wie kann man nach "blakkklansman", "one night in miami", "the green book", et al., bzw. die geschichte des black empowerment noch weiter erzählen? shaka king kann - hier aus der sicht eines kleinkriminellen, der nach der festnahme für einen dilettantischen coup durch das fbi genötigt wird, die chicagoer black panthers incl. ihres charismatischen anführers fred hampton zu infiltrieren und auszuspionieren. wie lakeith stanfield diesen zwiespalt, dem der maulwurf ausgeliefert ist, darstellt ist schlicht meisterhaft und, ohne daniel kaluuyas leistung schmälern zu wollen, für mich ist das eigentlich die oscarwürdige leistung. nebenbei: beide für den besten nebendarsteller nominiert. wer zum teufel ist hier der hauptdarsteller? na ja, detailfragen .... . viel wichtiger ist, dass das ein weiterer wichtiger, grandios inszenierter, toll gespielter und bebilderter, musikalisch schön untermalter und brilliant ausgestatteter film ist.
les olympiades (jacques audiard, 2021)
audiards bandbreite ist echt beeindruckend. kennengelernt habe ich ihn über das herbe knastdrama "un prophète", dann kam die berührende außenseiterromanze "der geschmack von rost und knochen", das leider etwas schwache flüchtlingsdrama "dheepan", dann aber der großartige breitwandwestern " the sisters brothers" und jetzt aber wieder so ein offensichtliches arthouse-ding - komplizierte beziehungen unter menschen am rande des prekariats, die sich in einem fürchterlichen pariser vorort gegenseitig das liebesleben schwer machen. die aber für den zuschauer sehr amüsante, wie philosophisch herausforderndernde story und die, zudem in beeindruckenden schwarz-weiß gefilmten aufnahmen sind es, die diesen film über die indie-durchschnittsware heraushebt.
Herrn Arnes Schatz (S 1919, R: Mauritz Stiller, D: Erik Stocklassa, Bror Berger, Richard Lund) Normalerweise hat man ja das Gefühl, dass Netflix keine Filme vor 2000 kennt. Aber vielleicht war der Algorithmus auch verwirrt, als er am Ende die 19 gelesen hat. Es ist schon faszinierend, einen komplett stummen Film zu schauen. Während man ja aus den US-Pendants dann immerhin das Klaviergeklimper kennt, ist Herrn Arnes Schatz komplett tonlos. Aus filmhistorischer Sicht bestimmt ein Meisterwerk, aus Sicht heutiger Sehgewohnheiten natürlich etwas schwierig. Zum einen sind die Darstellungen, wie bei Stummfilmen üblich, etwas übertrieben. Besonders Mary Johnson als Elsalill bricht mir dann doch gefühlt zwölfmal zu viel zusammen. Zum anderen nimmt sich der Film extrem viel Zeit für seine Geschichte. Zwei Stunden, um genau zu sein. Aber man bekommt auch tolle Szenen zu sehen, etwa das Feuer im Pfarrhaus oder die Schlussprozession. Hinzu kommen die Farbspielereien. Draußen, im Eis, ist es kühles Blau, im Innern der Häuser ist es warmes Orange. Ach ja, um was geht es eigentlich? Drei Schotten entkommen in Schweden aus dem Gefängnis, überfallen das Pfarrhaus und erbeuten dabei die prall gefüllte Schatzkiste des Pfarrers. Sie schlachten die komplette Familie ab, nur die Tochter Elsalill überlebt. Einer der Räuber, Sir Archi, verliebt sich später, rausgeputzt als Edelmann, in die junge Frau. 7/10
Die letzten Sechs in der Playlist: Nieve Ella - Watch It Ache and Bleed || Dawn Richard & Spencer Zahn - Quiet In a World Full of Noise || Flip Top Head - Up Like a Weather Balloon || Haley Heyndericks - Seed of a Seed || Idles - Joy As an Act of Resistance || Wild Nothing - Indigo
und tatsächlich nochmal eine schippe draufgelegt und den besten teil der reihe hingelegt. unfassbar, welchen lauf die filmemacher hiermit hingelegt hatten. so eine konstante qualität über 3 filme hat nichtmal die "godfather"-trilogie oder nolans batman-reihe hinbekommen. jetzt hab ich ein bisschen angst vor teil 4. aber selbst der hat ja noch ganz gute kritiken abbekommen.
the lodger: a story of the london fog (alfred hitchcock, 1927)
ein serienkiller geht um in london und tötet immer dienstagnachts eine blonde junge frau und hinterlässt jeweils einen zettel auf dem "the avenger" geschrieben steht. zeitgleich mietet sich ein mysteriöser junger mann bei den eltern des (blonden) mannequins daisy ein, der bald selbige umgarnt, aber auch - ob seiner geheimnisvollen art - in verdacht gerät. ein frühes hitchcock'sches meisterwerk, visuell und atmosphärisch total beeindruckend und spannend bis zur letzten minute, obwohl die story recht simpel gestrickt ist, und auf das expressive stummfilmschauspiel muss man sich natürlich auch einlassen können (ich fand es großartig, v.a. ivor novello und june tripp in den hauptrollen). gibt's auf amzon prime und würde ich allen empfehlen, die an den wurzeln des meisters interessiert sind.
the congress (ari folman, 2013)
robin wright spielt robin wright, die nach ihrem erfolgreichen karrierestart (the princess bride, forest gump) nur noch schlechte entscheidungen getroffen hatte und von ihrem agenten al (harvey keitel) und dem studioboss von "miramount" (sic!) in einen vertrag gedrängt wird, mit dem sie das recht auf ihre schauspielpersona an das studio abtritt, sodass diese - computergeneriert - in jedem x-beliebigen film verwendet werden kann. 20 jahre später wird sie zu einem kongress eingeladen, der es erfordert, dass sie sich in ihr animiertes selbst verwandelt. dort überschlagen sich die ereignisse und es beginnt der totale mindfuck und ein irrer psychedelischer trip, den ich immer noch nicht wirklich überrissen habe. aber eins kann ich sagen: das hier ist der "wahre" "avatar"-film, basierend auf dem roman " der futurologische kongress" von stanislaw lem, der die wirklich philosphischen, existenzialistische fragen stellt und mir visuell um einiges mehr gibt, als die derzeit wieder gehypten, hyperrealistischen space-schlümpfe. dabei sind auch tom cruise, ronald reagan als nachrichtensprecher, michael jackson als kellner, grace jones, david bowie, picasso, cleopatra und viele mehr, sowie tonnen von popkulturellen referenzen, die mächtig spaß beim entdecken bereiten. und wie bereits bei "waltz with bashir" hat max richter den tollen soundtrack beigesteuert.
Zitat von gnathonemus im Beitrag #5051ich kann diesen hype um "love actually" überhaupt nicht verstehen und auch die meisten anderen weihnachtsfilme scheitern eh meistens an meiner geringen kitschtoleranz, außer "it's a wonderful life", "the nightmare before christmas" und "home alone". sonst fällt mir keiner ein.
Ich habe am Wochenende in meiner Schieflagenstimmung einen Weihnachtsfilm aus dem Prime-Angebot mit angesehen. Der Film hat bei IMDb eine 6,9. Ich kann jetzt sagen, dass "Love Uctually" ein brillantes Meisterwerk ist. Falls jemand mal kompletten geistigen Durchzug braucht: "Five Star Christmas" heißt das Kitschwerk
Der Exorzist (USA 1973, R: William Friedkin, D: Ellen Burstyn, Max von Sydow, Lee J. Cobb, Kitty Winn, Jack MacGowran, Jason Miller, Linda Blair) Zum ersten Mal gesehen. Und ich bin zwiegespalten. Die Eröffnungsszene mit der Ausgrabungsstätte fand ich komplett deplatziert. Und auch die Parallelgeschichte des jungen Priesters wirkte irgendwie, wie ein komplett anderer Film. Als ob Friedkin irgendwas Rocky-mäßiges probieren wollte. Was mich aber tatsächlich fasziniert hat waren die Szenen mit der besessenen Linda Blair. Die haben bei mir funktioniert, nach dem Motto: "Was macht sie wohl als nächstes ekelhaftes?" Ich vermute, vor 49 Jahren war das verdammt harter Tobak. 7/10
Entourage (USA 2015, R: Doug Ellin, D: Kevin Connolly, Adrian Grenier, Kevin Dillon, Jerry Ferrara, Jeremy Piven) Ich bin sehr froh, dass ich den Film jetzt erst sehe. Denn die Serie habe ich sehr gerne geschaut, aber der Film wäre so direkt im Anschluss bzw. kurz nach der Absetzung doch nur wie eine Doppelfolge gewesen. Sieben Jahre später ist es eine Rückkehr zu einer TV-Reihe, an die ich wirklich gute Erinnerung habe. Es ist erneut die Story um Vincent Chase und seine Entourage. Diesmal spielt Vince nicht nur in einem Film mit, er führt auch noch Regie - dank Neu-Studio-Boss Ari Gold und einem texanischen Geldgeber (Billy Bob Thornton). Aber dessen Sohn (Haley Joel Osment) ist wenig begeistert vom Endzeit-Drama. Es wird also wieder viel geflucht, gevögelt und Johnny Drama bringt sich wieder in die peinlichsten Situationen. Die Starpower, die Doug Ellin hier auffährt, ist gewaltig. Von Mike Tyson und Thierry Henry über Bob Saget und Ronda Rousey bis hin zu Warren Buffett und Emily Ratajkowski laufen hier einige durchs Bild, andere haben sogar ein bisschen mehr im Film zu tun. Und ich weiß, dass das eigentlich keine 8/10 verdient hat. Ich hatte aber einfach wieder eine Menge Spaß.
Die letzten Sechs in der Playlist: Nieve Ella - Watch It Ache and Bleed || Dawn Richard & Spencer Zahn - Quiet In a World Full of Noise || Flip Top Head - Up Like a Weather Balloon || Haley Heyndericks - Seed of a Seed || Idles - Joy As an Act of Resistance || Wild Nothing - Indigo
Zitat von victorward im Beitrag #5128 Ich habe am Wochenende in meiner Schieflagenstimmung einen Weihnachtsfilm aus dem Prime-Angebot mit angesehen. Der Film hat bei IMDb eine 6,9. Ich kann jetzt sagen, dass "Love Uctually" ein brillantes Meisterwerk ist. Falls jemand mal kompletten geistigen Durchzug braucht: "Five Star Christmas" heißt das Kitschwerk
der gemeine weihnachtsfilm in seinem natürlichen habitat ist eine schleimige und weithin ungenießbare kreatur. ausnahmen bestätigen die regel. amüsiert nehme ich zur kenntnis, dass unter meinen kindern gerade eine art challenge ausgebrochen ist, wer sich die meisten und schlimmsten weihnachtsfilme reinzieht. anschließend werden die machwerke dann ironisch seziert, und durch vitriolhaltigen kakao gezogen, sehr zu meiner freude.