"Ma" empfand ich nicht als Zeitverschwendung, das war's aber auch schon. "V/H/S" dagegen hat mir gut gefallen, weil er mir durchaus stellenweise Angst einjagen konnte. Aber nicht lange, nicht nachdrücklich. Insofern ist "medioker" vermutlich passend.
You all want the whole world to be changed so you will be different.
der nachfolge-film des regisseurs des auch schon recht gelungenen films "searching". ein intensives kammerspiel über ein problematisches mutter-tochter-verhältnis, das sich nach und nach als kompletter alptraum entpuppt. o.k., da wurde ein bisschen bei "misery" geklaut, aber die story ist trotzdem noch originell genug und die beiden hauptdarstellerinnen sarah paulson und keira allen sind allein schon das anschauen wert. also, wer amazon prime hat: empfehlung
Hat beim ersten Mal nebenher schauen gar nicht funktioniert. Gestern hab ich aus Langeweile dem Ganzen nochmal eine Chance gegeben, weil er gerade auf Sat 1 kam, und siehe da, ich habe mich gar prächtig amüsiert und vier - oder fünfmal richtig gelacht. Kann man mal machen. Kein Film für die Ewigkeit, aber seinen Zweck hat er erfüllt.
We don't believe in anything we dont stand for nothing. We got no "V" for victory cause we know things are tougher.
(Iggy Pop/James Williamson: "Beyond The Law")
---------------------------------------------------------------- From the river to shut the fuck up.
Als ich den erstmals gesehen habe, war ich auch überrascht. Ich habe mich dann richtg auf den zweiten Teil gefreut, der ist aber leider genauso schlimm, wie ich das vom ersten Teil erwartet habe.
Die treuesten Konsumenten und die Herrscher aller Konten konnten nicht verhindern, dass die Revolution aus ihren Kindern Studenten und die Zeit aus ihnen Empfänger von Renten machte. Die Türen
die österreichische version. ich kannte den nicht, ihr habt mich neulich neugierig gemacht. was ich mag sind filme, bei denen man ob der dialoge oder auch nur der betonung, des flüsterns wegen oder warum auch immer an den lippen der schauspieler klebt, hier war das so. andererseits habe ich mich jede sekunde gefragt, was ich da eigentlich tue... ich schaue sadistische gewalt, die mir sich nicht erklärt, außer, daß sie genau das sein will. am ende ist mir das zu viel voyeurismus und ich fühle mich fast schlecht.
Ich würde mal sagen, dass genau das die Reaktion ist, die Haneke wollte.
Die letzten Sechs in der Playlist: Nieve Ella - Watch It Ache and Bleed || Dawn Richard & Spencer Zahn - Quiet In a World Full of Noise || Flip Top Head - Up Like a Weather Balloon || Haley Heyndericks - Seed of a Seed || Idles - Joy As an Act of Resistance || Wild Nothing - Indigo
Dass man sich als Voyeur ertappt fühlt - auch, weil einer der bösen Jungs ja die vierte Wand durchbricht und mit dem Zuschauer spricht.
Die letzten Sechs in der Playlist: Nieve Ella - Watch It Ache and Bleed || Dawn Richard & Spencer Zahn - Quiet In a World Full of Noise || Flip Top Head - Up Like a Weather Balloon || Haley Heyndericks - Seed of a Seed || Idles - Joy As an Act of Resistance || Wild Nothing - Indigo
ja, das war perfide. interessant aber, daß der film "funktioniert", obwohl man sich vorher eingelesen hat und obwohl das abfilmen von quälerei mittlerweile ein ganz anderes level erreicht hat. aber klar, in diesem "sauberen" kontext wirkt das nahezu surreal.
ich persönlich finde bei funny games die gezeigte gewalt gar nicht das wesentliche. es ist imho eher die ausparung. für mich ist die schlüsselszene des films wo die beiden abgehauen sind und susanne lothar allein weinend neben dem tv (darin die monotonie der formel 1) sitzt, ihre familie tot. ich habe mich damals im kino dabei ertappt, wie ich mir wünschte, dass es weiter geht. dieses sich elendig lang ziehende, dem opfer den raum gebende, hat mich unruhig gemacht - vielleicht gar gelangweilt. ich begann umher zu schauen, ob die beiden nicht durch die fenster schauen und grimassen schneiden oder derlei. aber es passierte aber nichts. wimmern. eine gefühlte ewigkeit. und da machte es bei mir klick. ich verstand, dass ich durch actionfilme darauf getrimmt war, auf die gewahlthandlungen zu schauen, aber nicht auf deren wirkung. in so unfassbar vielen filmen liegt die betonung auf den handelnden tätern (nicht selten auch noch glorifiziert), während opfer zu sein marginalisiert, entwertet wird. oder vielleicht noch in rache transformiert und wieder zur gewalt wird. ich begann zu erahnen, wie viel dieses von mir als "nichts passieren" wahrgenommene in wirklichkeit ist. ich denke haneke bietet den zuschauer*innen an, sich mit dem eigenen voyeurismus und den medialen konzepten von gewalt auseinanderzusetzen.
Zitat von BadBrain im Beitrag #3850 ich denke haneke bietet den zuschauer*innen an, sich mit dem eigenen voyeurismus und den medialen konzepten von gewalt auseinanderzusetzen.
ja, genau, das ist es.
p.s.: schön, dass du dich wieder mal hier meldest.
ich habe "funny games" dann doch nicht zu ende gesehen, es war nicht zu ertragen. bei der szene, als die beiden wiederkamen und das messer als "spielzeug" ins rennen geworfen haben, bin ich ausgestiegen.
gesehen:
und morgen die ganze welt (julia von heinz, 2020)
die feuilletons überschlagen sich ja ob des "ersten deutschen filmes über die antifa", da dachte ich: schau doch mal rein. immerhin gibt es über die "andere seite", sprich: rechtsextremismus, sehr sehenswerte und authentisch wirkende filme (oi warning, etc.). dieser hier war es nicht. eine dünne story, über eine junge frau aus gutem hause, die als vegetarierin nichts besseres zu tun hat, als bei treibjagden der eltern mitzuwirken, radikalisiert sich in gefühlten 15 minuten lebenszeit und wird eine gewaltbereite linksradikale. nachvollziehbar ist das in dieser geschwindigkeit nicht. garniert wird das ganze mit jedem, aber auch wirklich jedem, klischee, welches beim thema "antifa" oder "linksautonomer treffpunkt" mitschwingt - bis hin zu kopfknödeltragenden akustikgitarrenspielern, die - natürlich - bella ciao klampfen. all das mag es geben, nein: all das gibt es, natürlich, aber in diesen film musste alles rein, was man irgendwo einmal gesehen oder gehört hat (julia von heinze ja sogar anscheinend aus erster hand). alles wirkte wie kulisse, die schauspieler wirkten wie schauspieler, die grenze film-wirklichkeit wurde da nie überschritten, zu lebensfremd kam das alles herüber. daß dieser film auf den filmfestspielen von venedig als deutscher beitrag gezeigt wurde, beschämt mich.
und jetzt: feuer frei! aber ich sage es gleich: ich bleibe bei meiner meinung ;)
Tja, schade, aber so etwas habe ich befürchtet. Einige szenetypischen Diskurse und vor allem Widersprüche hätten sich durchaus gelohnt, filmisch verarbeitet zu werden, aber die Grenzen des deutschen Films erweisen sich mal wieder als sehr eng.
☟ smog in berlin. nichts wie hin. weil du mich küsst, bin ich kein tourist.
schau selbst mal rein, das ist nur meine wahrnehmung. aber gerade die von dir angesprochenen "szenetypischen diskurse" habe ich nicht gefunden. der einzige diskurs war "hauen wir den nazis aufs maul oder halten wir schilder in die luft?"