du lehnst pauschal alle filme mit nicholas cage der "letzten jahre" (wann auch immer das sei) ab, weil er die eine oder andere gurkenvorstellung abgegeben hat? file under "selbstbeschneidung".
Nicolas Cage war über lange Zeit ein Garant für schlechte Filme. Das war schon kurios, weil es ihm sicher nicht an Können fehlte. Er räumte selbst in einem Interview (ich glaube im vergangenen Jahr) ein, dass Geldprobleme der Grund für seine zweifelhafte Auswahl der Rollen waren. Glücklicherweise kann man ihn wieder in besseren Rollen sehen, in denen er zu alter Form zurückgefunden hat, wie bspw. bei „Pig“. „Dream Scenario“ klingt sehr vielversprechend, und ich werde ihn mir mir Sicherheit anschauen.
☟ smog in berlin. nichts wie hin. weil du mich küsst, bin ich kein tourist.
Mit "Lektion der letzten Jahre" meinte ich, mir "Mandy" und "Color Out Of Space" aufschwätzen haben zu lassen, die beide Stuhl sind. "Pig" war besser, ja, und da konnte ich ihn schauspielerisch auch nach sehr langer Zeit mal wieder ernst nehmen. Jetzt gebe ich auf Freemans Meinung normalerweise viel, aber in diesem speziellen Fall verbleibe ich skeptisch, es sei mir gestattet.
The Adventures Of Priscilla, Queen Of The Desert Der ist erstaunlich gut gealtert und vermutlich auch nicht weniger aktuell als damals. Man braucht eine Weile, um sich an diese schillernden Figuren zu gewöhnen, aber dann schließt man sie ins Herz. Aus heutiger Sicht ist es besonders spannend, Hugo Weaving in so einer Rolle zu sehen. Finde auch immer schön, wenn derart überdrehte Filme mit einer melancholischen Note enden. Im Vergleich mit "To Wong Foo" wirkt "Priscilla" etwas rauher und irgendwie besser, aber ich müsste den anderen noch mal sehen. (8/10)
"Mandy" fand ich auch furchtbar. "Massive Talent" immerhin amüsant.
Die letzten Sechs in der Playlist: Honeyglaze - Real Deal || Laura Marling - Patterns In Repeat || Nieve Ella - Watch It Ache and Bleed || Dawn Richard & Spencer Zahn - Quiet In a World Full of Noise || Flip Top Head - Up Like a Weather Balloon || Haley Heyndericks - Seed of a Seed
Ich bekenne mich, Teil des Nicolas-Cage-Fanclubs zu sein, denn seine herrlich bizarren Filme gerade der letzten Jahre - und nein, das ist definitiv nicht mehr die beschissene-Filme-Ära aufgrund der Geldnot - finde ich großartig!
You all want the whole world to be changed so you will be different.
"Coriolanus" ist eine der weniger bekannten Shakespeare-Tragödien ... der eher schwache Ausgangsstoff wird von Fiennes in die Neuzeit verlagert. Der Transport ins moderne Rom gelingt dabei nur leidlich, die Optik wirkt teilweise wie eine TV-Produktion. Das Konzept des Films ist interessant und die Schauspieler bringen durchweg routinierte Leistungen ... trotzdem lässt einen der Film erstaunlich kalt, der Funke springt kaum über.
Brian Cox (als Menenius) und Vanessa Redgrave (als Coriolanus' manipulative Mutter) stechen in ihrer Darbietung sehr positiv heraus. Fiennes verkörpert den volksverachtenden, jähzornigen und eitlen Kriegshelden Coriolanus zwar durchgehend mit dramatischer Verve, ist dabei aber teilweise etwas drüber.
"Coriolanus" ist keine schlechte Shakespeare-Verfilmung ... es gibt aber deutliche bessere Umsetzungen anderer Stoffe von Shakespeare.
Das ganze Unglück der Menschen rührt allein daher, dass sie nicht ruhig in einem Zimmer zu bleiben vermögen. (Blaise Pascal)
Nosferatu - Phantom der Nacht (Werner Herzog, 1979)
Der Film (eine Hommage an Friedrich Wilhelm Murnaus "Nosferatu" von 1922) bietet eine seltsame Mischung ... manchmal komisch, manchmal melancholisch, häufig nachdenklich und auf seine Art seltsam schön ... aber leider auch sehr schwerfällig, d.h. er zieht sich zu oft in die Länge. Kinski zeigt eine überzeugende Darstellung und trägt den Film damit, Isabelle Adjani darf dagegen größtenteils nur blass und besorgt aussehen.
Die Maske, bestehend aus den Spitzzähnen, den langen Ohren aus Latex und der bleichen Haut, brachte die japanische Make-up-Künstlerin und Visagistin Reiko Kruk im Gesicht von Klaus Kinski an, der dieses Prozedere in jeweils vierstündigen Sitzungen über sich ergehen ließ.
ich mag "coriolanus" und herzogs "nosferatu" finde ich grandios. auf die eggers-verfilmung bin ich sehr gespannt.
hier:
the sons of katie elder (henry hathaway, 1965)
sehr dicht erzählter und - im letzten drittel - actionreicher western mit john wayne, back to form nach einer fiesen krebs-op; dean martin als quasi comic-relief ebenfalls großartig und einem jungschen dennis hopper in einer nebenrolle. kein meisterwerk, aber durchaus ambitioniert und handwerklich grandios. so muss western sein.
how to have sex (molly manning walker, 2023)
müsste eigentlich "how not to have sex" heißen. 3 britische mädels reisen zur feier ihres high school-abschlusses nach malia, kreta - offenbar ein zwischending aus spring break-location und el arenal, um mit alkohol und sex den "urlaub ihres lebens" zu verbringen. eine von ihnen, nämlich tara, soll dabei endlich ihre unschuld verlieren, was sich schwierig und zunehmend unangenehm gestaltet. kann sich jemand eine mixtur aus "spring breakers" und "aftersun" vorstellen? ja, weit hergeholt, aber der vibe hat sich bei mir eingestellt und das kann ich nur sehr gut heißen. zudem ist der film handwerklich eine wucht und die - allesamt unbekannten - schauspieler*innen sind total überzeugend. dicke empfehlung!
Ein wirklich ungewöhnlicher Film, über die meiste Zeit (immerhin 2h 20 min.) sehr amüsant. Aus irgendeinem Grund sind Parallel-Universen gerade das große Ding. Jedes Jahr kommen zig Filme und Serien heraus, die sich mal mehr, mal weniger intensiv damit beschäftigen. Hier hat man sich viele Dinge getraut, von denen der überwiegend US-Chinesische Cast nur eine Sache ist. Das einzige Problem, aus meiner Sicht, dabei ist: Was man sehr groß aufbaut, muss man das zum Ende hin auch wieder einfangen. So weit wie sich dieser Film herauswagt, kann die Auflösung des Ganzen nur enttäuschen, und das tut sie auch. Trotzdem würde ich unbedingt empfehlen den anzusehen. Als Freund des Filmes „Ratatouille“ werde ich aber ewig traurig sein, das Parallel-Pendant „Racacooney“ nie sehen zu können.
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Perfect Days Hirayama putzt die (äußerst vielseitigen) öffentlichen Toiletten von Tokio. Ein Tag ist wie der andere, was irgendwie auch sehr in Ordnung ist. Und ab und an bricht das Leben ein. Wundervolle Meditation über das Leben und den Tod und die Zeit und die Großstadt und die Musik und irgendwie überhaupt alles.