Zitat von JackOfAllTrades im Beitrag #6675Terror - Ihr Urteil Und so ist das hier im wahrsten Sinne des Wortes ein Kammerspiel, das sich selbst aber vor der Verantwortung drückt. 6/10
Seltsame Schlussfolgerung, das Drücken vor der Verantwortung bei diesem Thema beim Theaterstück/Film zu verorten.
Ich habe damals übrigens den ersten Entwurf des Drehbuchs fachlich mitprüfen dürfen.
Late Night With The Devil (Cameron Cairnes & Colin Cairnes, 2023)
"Late Night With The Devil" ist am besten, wenn er sich innerhalb der Grenzen des Found-Footage-Genres bewegt. Der Film macht relativ viel Spaß und ist einer der wenigen Found-Footage-Horrorfilme, bei denen man das Gefühl hat, dass man eigentlich lachen sollte ...
"Ladies and gentlemen, please stay tuned for a live television first ... as we attempt to commune with the devil." (Jack Delroy)
Das ganze Unglück der Menschen rührt allein daher, dass sie nicht ruhig in einem Zimmer zu bleiben vermögen. (Blaise Pascal)
Badlands - Zerschossene Träume (USA 1973, R: Terrence Malick, D: Martin Sheen, Sissy Spacek, Ramon Bieri, Warren Oates) Ein seltsamer Film ist dieses Debüt von Terrence Malick, gleichzeitig auch die erste Kino-Hauptrolle für Sissy Spacek und auch der Durchbruch für Martin Sheen. Aber auch ein einflussreicher Film. Nicht nur dürfte Quentin Tarantino genau hingeschaut haben, denn in seinen Drehbüchern zu "True Romance" und "Natural Born Killers" ging es auch um Killer-Pärchen. Auch Hans Zimmer ließ sich von "Badlands" inspirieren, als er Carl Orffs Musica Poetica für "True Romance" adaptierte. Seltsam ist vielleicht auch nur die deutsche Version, weil sie eine dieser typischen 70er-Jahre-Synchronisationen hat, die sich einer Sprache bedient, die wohl cooles 50er-Jahre-Sprech sein soll. Aber es ist auch die Emotionslosigkeit der beiden Hauptfiguren geschuldet, das man kaum eine Bindung zu ihnen aufbaut. Sheen als psychopathischer Mitt-Zwanziger, der nichts kann, aber aussieht wie James Dean, tötet ohne mit der Wimper zu zucken und erinnert - auch wegen der Kulisse - an einen Westernbösewicht. Sissy Spacek, die eine 15-Jährige spielt, ist emotional von ihm abhängig und stoppt die verwerflichen Taten nicht, auch wenn sie sie offensichtlich nicht gutheißt. Heute würde man wohl vom Stockholm-Syndrom sprechen. Auch die Popularität oder Faszination von Sheens Figur, die am Ende die Polizisten, die ihn schnappen, zeigen, wirkt deplatziert. Aber auch das dürfte Tarantino später übernommen und überzogen darstellen. "Badlands" zeigt aber auch Malicks Hang für schöne Bilder, für Landschaftsaufnahmen. Nur musste er sich wegen des knappen Budgets kurzhalten. Das sollte später anders werden. Ein sehenswerter Film auf jeden Fall, allein schon aus historischer Sicht. 7/10
Die letzten Sechs in der Playlist: Honeyglaze - Real Deal || Laura Marling - Patterns In Repeat || Nieve Ella - Watch It Ache and Bleed || Dawn Richard & Spencer Zahn - Quiet In a World Full of Noise || Flip Top Head - Up Like a Weather Balloon || Haley Heyndericks - Seed of a Seed
Das hatte ich gelesen. Fugate ist ja nicht ganz so glimpflich davongekommen wie das Mädchen im Film.
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Habe den Film nicht gesehen. Fugate saß 17 Jahre im Knast und wurde 1976 unter neuem Namen entlassen. Da war sie 33 und hatte immerhin noch was vom Leben.
We don't believe in anything we dont stand for nothing. We got no "V" for victory cause we know things are tougher.
(Iggy Pop/James Williamson: "Beyond The Law")
---------------------------------------------------------------- From the river to shut the fuck up.
erhält die Protagonistin nur eine Bewährungsstrafe. Er landet allerdings auf dem elektrischen Stuhl.
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Birds Of Passage (Pájaros de verano) Filme über indigene Kulturen finde ich endlos faszinierend. Dieser hier von Regisseurin Cristina Gallega und Ciro Guerro (beide "Der Schamane und die Schlange") zeigt, wie das Geld und die Gewalt, die sich aus dem kolumbianischen Drogenhandel ergeben, eine ganze Kultur in Mitleidenschaft ziehen. Die Handlung deckt dabei einen Zeitraum mehreren Jahrzehnten ab und wird unaufgeregt und elegant erzählt, aber auch mit der notwendigen Zurückhaltung der Inszenierung. Zwischendurch schildert der Film ein Totenritual, das für uns aus dem Westen sehr befremdlich wirkt, aber genau darum schaue ich mir solche Filme an. Deprimierendes Werk, aber sehr sehenswert. 8/10
Ich habe damals übrigens den ersten Entwurf des Drehbuchs fachlich mitprüfen dürfen.
Das musst du mir mal irgendwann beim Bier erzählen. Finde ich interessant.
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Der Fremde im Zug (USA 1951, R: Alfred Hitchock, D: Farley Granger, Ruth Roman, Robert Walker) Der lief wohl damals in meiner durch "Das Fenster zum Hof" ausgelösten Hitchcock-Phase nicht bei RTL. Er wäre mir aber auf jeden Fall in Erinnerung geblieben, allein aufgrund des auch heute immer noch spektakulären Finales auf dem Karussell. Hitchcock gab hinterher zu, dass er so einen riskanten Stunt, jemanden unter ein fahrendes Karussell zu schicken, nie wieder machen würde. Auch die Grundidee ist spannend. Ein Fremder schlägt einem anderen Fremden vor, dass beide jeweils eine Person aus dem Umkreis des anderen töten, was einem perfekten Mord gleichkomme. Tennisspieler Guy ist entsetzt von Brunos Idee. Doch letzterer löst Guys Scheidungsproblem auf seine Weise - und verlangt nun den Gegenmord. Und ab da krankt es dann an der Logik. Guy hätte einfach zur Polizei gehen und alles erzählen können. Allerdings macht er das nicht - und das versaut mir den ansonsten sehr guten Film ein wenig. 7/10
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Matriarch (2022) Nach einer massiven Überdosis fährt Laura zum Erholen aufs Land, allerdings zu ihrer entfremdeten Mutter, was nicht gerade wahnsinnig viel Entspannung bringt. Dennoch wollen die beiden es eigentlich gerne mit einer Aussprache versuchen, wenn da nicht allzu seltsame Dinge im Dorf vorgingen. Gibt es hier Hexen? Stellenweise ein bisschen langatmiger, aber atmosphärisch stimmiger Folk-Horror in englischer Moorlandschaft.
Elevator Game (2024) Eine kleine Gruppe junger Vlogger, die gerne Gruselspiele in Gruselumgebung filmen, probiert sich am "Aufzugspiel", bei dem das Drücken der Knöpfe in einer bestimmten Reihenfolge das Tor in eine andere Welt öffnen soll - oder, wenn man's falsch macht, einen Geist beschwört, der alle Anwesenden zerfetzt. Ja, es gibt ein, zwei gute Kills in dem Film, aber massive Logiklöcher, dumme Figuren und die schiere Langeweile, wenn einfach nur minutenlang irgendwelche Aufzugknöpfe gedrückt werden, können die auch nicht ausgleichen. Der einfallslose Geist im miesesten Make-up seit meinen ersten Schminkversuchen mit zwölf setzt dem Ganzen die Sch****-Krone auf. Spart euch diesen Mist!
You all want the whole world to be changed so you will be different.
Stil braucht immer auch ein wenig Substanz, um nicht ins Leere zu laufen ... und an Substanz mangelt es dem Film hin und wieder. Ein besseres Drehbuch hätte dem Film sicherlich gut zu Gesicht gestanden. Regisseurin und Drehbuchautorin Kathryn Bigelow macht aber das Beste aus dieser teilweise hanebüchenen Story ... und so lautet das Fazit: Eine halbwegs solide und straffe Thrillerkost.
"Death is the best kick of all. That's why they save it for last." (Eugene Hunt)
Das ganze Unglück der Menschen rührt allein daher, dass sie nicht ruhig in einem Zimmer zu bleiben vermögen. (Blaise Pascal)
Papicha - Der Traum von Freiheit (F/DZ 2019, R: Mounia Meddour, D: Lyna Khoudri, Shirine Boutella, Hilda Amira Douaouda, Zahra Manel Doumandji, Yasin Houicha, Aida Ghechoud, Meryem Medjkane) Algerien in den 1990er-Jahren. Islamisten übernehmen das Ruder und unterdrücken vor allen Dingen die Frauen, die all ihre Freiheiten verlieren sollen, egal ob bei der Kleidung oder bei der Bildung. Allah dienen sie nur, wenn sie zu Hause sind und Kinder gebärden. Das betrifft auch die Studentinnen Nedjma und Wassila. Beide schleichen sich nachts aus dem Wohnheim, um in Discos zu tanzen. Nedjma träumt von einem Leben als Modedesignerin. Doch was soll sie designen, wenn Frauen nur noch Burka tragen sollen? Freie Frauen sind außerdem in Gefahr, wie sich in einer ebenso eindrucksvollen wie erschreckenden Szene zeigt. Die Situation in Algerien eskaliert immer mehr. Und besonders die rebellische Nedjma gerät immer mehr ins Visier der Terroristen. 8/10
Die letzten Sechs in der Playlist: Honeyglaze - Real Deal || Laura Marling - Patterns In Repeat || Nieve Ella - Watch It Ache and Bleed || Dawn Richard & Spencer Zahn - Quiet In a World Full of Noise || Flip Top Head - Up Like a Weather Balloon || Haley Heyndericks - Seed of a Seed