Zitat von CHX im Beitrag #6018Beverly Hills Cop (Martin Brest, 1984)
Zum 40. ...
Eddie Murphy auf dem Peak, ein talentierter junger Regisseur, ein (für damalige Verhältnisse) perfekter Soundtrack und ein fantastisches Aufgebot an Charakter- und Improvisationsschauspielern machten aus einer B-Story eine der erfolgreichsten Action-Komödien aller Zeiten. Sicherlich kein Meisterwerk, aber durchaus charmant mit hohem Nostalgiefaktor.
Ursprünglich sollte übrigens Sylvester Stallone die Hauptrolle spielen ... aus Budgetgründen wurde er durch Murphy ersetzt und landete stattdessen im B-Movie "Cobra".
"I've never been in a cell that had a phone in it. Can I stay for a while, 'cause I ordered some pizza?" (Axel Foley)
Beverly Hills Cop II (Tony Scott, 1987)
"Beverly Hills Cop II" ist ein lärmender und einfallsloser Abklatsch des Originalfilms ... und besitzt nur noch einen Hauch der Anziehungskraft seines Vorgängers. Dafür sieht er schicker aus und zeigt die typische 80er-Jahre-Ästhetik von Scott/Simpson/Bruckheimer.
"Fuck Rambo!" (Sergeant Taggart)
Das ganze Unglück der Menschen rührt allein daher, dass sie nicht ruhig in einem Zimmer zu bleiben vermögen. (Blaise Pascal)
Ich zweifele stark daran, dass ich den Filmen heute ähnlich viel abgewinnen könnte wie damals, aber ich hatte den zweiten ebenfalls als den besten in Erinnerung.
☟ smog in berlin. nichts wie hin. weil du mich küsst, bin ich kein tourist.
Ne, ne, der erste Teil ist schon deutlich charmanter als BHC II
Apropos Beverly Hills Cop: Ursprünglich sollte Sylvester Stallone die Hauptrolle in BHC spielen ... aus Budgetgründen wurde er durch Murphy ersetzt und landete stattdessen im B-Actionmovie "Cobra", in dem er seine Ideen umsetzen konnte. Da ich kürzlich BHC I und II gesehen habe, stand "Cobra" gestern nach langer Zeit auch mal wieder auf dem Programm:
Cobra (George P. Cosmatos, 1986)
"Cobra" ist ebenfalls ein typisches Kind der 80er - ein tumber, aber auch knalliger und rasanter Actioner - voll mit unkontrolliertem Testosteron, das Amok läuft. Dabei gibt "Cobra" vor, die mutwillige Gewalt einer zerfallenden Gesellschaft anzuprangern - obwohl er in Wirklichkeit die Apotheose eben dieser Gewalt ist.
Der Film wurde 1987 sechsmal für die Goldene Himbeere nominiert ... zurecht!
"You're a disease, and I'm the cure." (Marion Cobretti)
Das ganze Unglück der Menschen rührt allein daher, dass sie nicht ruhig in einem Zimmer zu bleiben vermögen. (Blaise Pascal)
Mission (GB/F/USA 1986, R: Roland Joffé, D: Robert De Niro, Jeremy Irons) Wie schon zuletzt bei "Die schwarze Narzisse" und auch bei anderen Filmen, wo es um das Thema Glauben geht, tue ich mich mittlerweile schwer. Hier erkenne ich natürlich die oscar-gekrönten Bilder und die Musik von Ennio Morricone an. Aber der Rest berührt mich emotional kaum. Dabei ist der Einstieg schon eine Wucht. Das Volk der Guarani, das im Grenzgebiet von Brasilien und Argentinien lebt, bindet einen Priester auf ein Kreuz und lässt ihn die Iguazú-Wasserfälle hinabstürzen. Als Missionar hat der Priester versagt. Sein Nachfolger (Irons) geht die Sache cleverer an und ihm gelingt die Missionierung. Durch politische Verschiebungen zwischen Portugal und Spanien kommt es allerdings zur Jagd auf die Guarani, die versklavt werden sollen. Einer der Jäger ist dem Söldner Mendoza (De Niro). Nach einer Verurteilung schließt er sich den Jesuiten an und wird Priester. Doch die Guarani sind immer noch im Visier von spanischen und portugiesischen Soldaten. Ich sehe es ein wenig wie Roger Ebert, der zwar auch die Schauspieler und die Inszenierung lobte, aber die Handlung, das Gefecht am Ende und die Figur des Mendoza kritisierte. 6/10
Die letzten Sechs in der Playlist: Honeyglaze - Real Deal || Laura Marling - Patterns In Repeat || Nieve Ella - Watch It Ache and Bleed || Dawn Richard & Spencer Zahn - Quiet In a World Full of Noise || Flip Top Head - Up Like a Weather Balloon || Haley Heyndericks - Seed of a Seed
Ich habe nun endlich die erste Season gesehen ... und das ist das beste Stück Star Wars seit der OT und Rogue One. Gute Story, tolles Design, gute Darsteller ... alles passt soweit. Ich bin auf die zweite Staffel gespannt, die für das Frühjahr 2025 bestätigt wurde. Der Dreh ist komplett abgeschlossen, momentan läuft die Postproduktion.
Das ganze Unglück der Menschen rührt allein daher, dass sie nicht ruhig in einem Zimmer zu bleiben vermögen. (Blaise Pascal)
Voll die Anarchie hier! Und bald postet hier noch jemand Dokus im Film-Thread! Tss!
Die letzten Sechs in der Playlist: Honeyglaze - Real Deal || Laura Marling - Patterns In Repeat || Nieve Ella - Watch It Ache and Bleed || Dawn Richard & Spencer Zahn - Quiet In a World Full of Noise || Flip Top Head - Up Like a Weather Balloon || Haley Heyndericks - Seed of a Seed
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Zitat von Lumich im Beitrag #6480Kinds Of Kindness (USA/ GB/ IRL, 2024)
— Yorgos Lanthimos 2. Film in diesem Jahr, mit nahezu dem gleichen Cast wie bei dem Vorgänger „Poor Things“.
Im Vorfeld zeigte sich Lanthimos sparsam mit Promo-Material. Der Film wurde überraschend angekündigt, nachdem „Poor Things“ schon (zurecht) für Aufsehen sorgte. Lanthimos bat selbst nach der Premiere in Cannes darum, in den Medien nichts über die Handlung zu verraten. Auch wenn man inzwischen sicherlich leicht Zusammenfassungen finden kann, wenn man danach sucht, will ich den Wunsch beherzigen und nicht im Detail auf die Handlungen (ja, es gibt mehr als eine) eingehen.
Nur so viel: Der Film ist in drei Episoden unterteilt, die zwar nahezu den gleichen Cast haben, aber ansonsten nicht miteinander verbunden sind, bis auf den Umstand, dass eine eher unbedeutende Person im Titel aller dreier Episoden auftaucht.
Im Kontrast zum opulenten „Poor Things“ greift Lanthimos hier wieder auf einfach gehaltene Stilmittel seiner frühen Filme zurück. Wer seinen Humor und seine Erzählweise schätzt, wird auch hier voll auf seine Kosten kommen. Die nicht wenigen, die damit überhaupt nicht klar kommen, werden auch hier nicht glücklich werden.
Lanthimos‘ Grundthema von Menschen, die in teils absurden Regelwerken an ihre Grenzen stoßen, findet sich in allen drei Episoden dominant wieder. Ich finde es durchaus sinnvoll, sich uninformiert diesen Erzählungen auszusetzen, da es sich durchgängig schwer vorausahnen lässt, worauf die Geschichte hinaus läuft.
Ich erwähne es gerne wieder, wie großartig ich Jesse Plemons finde, aber auch Willem Dafoe ist in mindestens zwei der drei Rollen in diesem Film praktisch unersetzbar. Emma Stone‘s Karriere dürfte durch Lanthimos eine ganz neue Richtung eingeschlagen haben, und dafür kann man ihm nicht genug danken.
Großartiger Film. Unbedingt anschauen!
gesagt, getan, toll. dass lanthimos thematisch wieder zu seinen wurzeln zurückgekehrt ist, aber mit der ungeheueren stilistik und dem großartigen look seiner neueren filme. mein respekt wächst und wächst mit jedem film. (für emma stone und jesse plemons sowieso und willem dafoe ist eh eine bank).
Zitat von JackOfAllTrades im Beitrag #6362Babylon - Rausch der Ekstase (USA 2022, R: Damien Chazelle, D: Brat Pitt, Margot Robbie, Diego Calva, Jean Smart, Jovan Adepo, Li Jun Li) Die Ekstase aus dem deutschen Nebentitel passt. Aber der Kater ist umso größer. Während Hollywood Ende der 1920er Jahre noch rauschende Orgien feiert, werden die 30er trist. Moral ist gefragt - und Tonfilm. Für Stummfilmhelden wie Jack Conrad (Pitt) ist da kein Platz mehr. Und auch ein Starlet wie Nellie LaRoy (Robbie) kommt unter die Räder. Damien Chazelle liefert ein bildgewaltiges Epos, dessen Figuren teils angelehnt sind an echte Hollywood-Stars (und im Falle von Irving Thalberg sogar echte Menschen), das von der Kritik aber zwiegespalten aufgenommen wurde und beim Publikum durchfiel. Mir hat der Film viel Spaß gemacht, Margot Robbie spielt angsteinflößend gut. 8/10
ich hab auch nicht verstanden, warum der so unter die räder kam, denn hier hat chazelle wie bei "whiplash" wieder was gewagt, nämlich ein quasi-revival des monumental/historienfilms. und das ist weder bieder geraten, wie der musical-neuaufguss "la la land", noch nur leidlich interessant, wie das psychogramm von neil armstrong in "first man", sondern er hat ordentlich auf die kacke gehauen. die einleitende party-szene ist ein monsterspaß sondergleichen, margot robbie - wie gesagt - der hit und dann noch toby maguire als kirsche obendrauf. klar, der film hat jetzt nicht den interessantesten oder stringentesten plot, aber m.e. hat chazelle ihn eher als nummernrevue angelegt und das ist ihm ziemlich gut gelungen.
Gestern endlich gesehen und ich stimme zu - nicht der geilste Film aller Zeiten, aber extrem unterhaltsam, bunt, wahnsinnig gut dargestellt & trotz der entschieden zu langen Spielzeit von drei Stunden nicht mal zu lang. (Und ich HASSE dieses "je länger desto besser"-Ding bei Filmen, das gefühlt gerade überall grassiert. Ich sehne mich nach 90 Minuten stringent erzählten Plots.)
You all want the whole world to be changed so you will be different.
eine halbe ewigkeit nicht mehr gesehen ... und wieder der totale fan. tobe hooper? ja, ja, genau. aus diesem film springt einen die beteiligung von steven spielberg (drehbuch & produktion) förmlich ins gesicht. das american-suburb-setting, die dysfunktionale familie, die gruselmomente und effekte aus der geisterbahn (und das ist positiv gemeint), die gags und natürlich ostereier en masse. so liebe ich meinen spielberg!
till (chinonye chukwu, 2022)
die story des lynchmordes an dem 14jährigen emmett till - nur weil er einer weißen ein kompliment machte und hinterher pfiff - und wie seine mutter mamie till um einen fairen prozess kämpfte und damit den pfad zum civil rights act von 1957 ebnete. wie so oft bei einem biopic bzw. einer nacherzählung einer wahren begebenheit gibt es zum anfang gutes, spannendes storytelling und tolle bilder, bis sich drehbuch und regie "besinnen", dass das auch brav und wahrheitsgetreu zuende erzählt wird, was es aber leider uninteressanter macht und v.a. auch seinen kunstanspruch zu einem guten teil aufgibt. nicht falsch verstehen: das ist ein guter und wichtiger film, aber er hat leider nicht das gehalten, was er am anfang versprochen hat.
edith weist mich gerade noch darauf hin, dass danielle deadwyler in der rolle der mamie eine absolute meisterleistung hingelegt hat. da will ich ihr nicht widersprechen.